Ehe wir zur Vorschau kommen, sei angemerkt, dass am Mittwoch neben Matthias Härtl ein weiterer Akteur des SV 09 ein Jubiläumsspiel bestritt. Da er aber heute schon wieder ein weiteres Jubiläum feiern könnte, haben wir bislang bewusst noch nicht darüber berichtet. Die Auflösung folgt so oder so morgen.
Wenn heute um 14.00 Uhr der Tabellenzweite SSV 80 Gardelegen am 26. Spieltag der Landesliga Nord den Tabellendritten SV 09 Staßfurt zum Punktspiel empfängt, dann werden auf Seiten der Bodestädter sicherlich böse Erinnerungen an die letzten beiden Duelle wach.
Zum einen ist da das Hinspiel dieser Saison vom 08. November des Vorjahres. Es ging bekanntlich mit 7:0 verloren. Das war in der langen Geschichte des Vereins die zweithöchste Heimniederlage in einem Punktspiel überhaupt. Zugleich ist es die einzige Niederlage in diesem Spieljahr auf eigenem Platz.
Zum anderen ist da das wirklich irre Spiel vom 21. April des ebenfalls Vorjahres. Hier gab es daheim eine 8:5-Niederlage, womit der Abstieg aus der Verbandsliga faktisch besiegelt war.
Sehen wir das Positive, so haben die Staßfurter in Gardelegen öfter gewonnen, als verloren. Am 27. März des Jahres 2010 hieß es 3:0, und am 09. August des Jahres 2024 zum Auftakt der Verbandsligasaison 4:2. Dagegen gab es nur eine Niederlage, am 11. Mai des Jahres 2019 mit 2:1.
Der SSV ist in der Heimtabelle Dritter. Von 13 Spielen wurden bei 41:16 Toren 11 gewonnen, 2 gingen verloren. Der SV 09 ist in der Auswärtstabelle, hier hinkt er noch immer hinterher, Vierter. In 11 Spielen gelangen bei 24:21 Toren 4 Siege und 4 Unentschieden, 3 Mal gab es eine Niederlage.
In den Reihen der Gastgeber steht mit David Scheinert der zweitbeste Torjäger der Liga. Er netzte bislang schon 27 Mal ein. Zum Ersten Anton Fink vom Tabellenführer VfB Magdeburg-Ottersleben fehlen ihm nur 2 Treffer.
Hier noch einmal der komplette Bericht vom Hinspiel
SSV 80 überrollt Staßfurt
Fußball, Landesliga: Was als Duell auf Augenhöhe begann, endet für die Bodestädter im Desaster. 09er verlieren gegen Gardelegen nicht nur das Spiel, sondern kurzzeitig auch die Nerven.
VON TOBIAS ZSCHÄPE
STAßFURT/PAW. „0:7“, schrie Florian Neugebauer in der Nachspielzeit über den Kunstrasenplatz des SV 09 Staßfurt in Richtung seiner Teamkollegen. „Kriegt ihr das überhaupt mit?“ Die Nerven lagen blank beim Gastgeber im Landesliga-Duell mit dem SSV 80 Gardelegen. Hatte man zuletzt drei torreiche Siege eingefahren, war das Match gegen den alten und neuen Spitzenreiter der Nordstaffel bereits zur Pause gelaufen. Eine Viertelstunde lang hatte Staßfurt gut mitgehalten, doch dann zeigten sich die Altmärker gnadenlos effizient.
„Wir waren die ersten 15 Minuten gut drin, haben in der Zeit mit langen Bällen agiert und das recht erfolgreich – auch wenn uns kein Tor gelungen ist. Danach gab es aber einen Bruch im Spiel, wir haben versucht, spielerisch hinten rauszukommen, vielleicht, weil wir das immer so machen. Aber ab dem Moment kam Gardelegen besser rein und zu den ersten Treffern“, erinnert sich Staßfurts Trainer Philipp Schmoldt an die Anfangsphase. Auch sein Gegenüber Nathanael Hopperdietzel hatte es ähnlich gesehen. „Das ist schon ein Muster bei uns, wir brauchen immer erst zehn Minuten, um reinzufinden“, blickte er auf die letzten Spiele zurück. Hatten Neugebauer und Maximilian Moye nach 20 Minuten noch die Doppelchance zur 09-Führung ausgelassen, waren es wenig später Mika Helmuth und David Scheinert, die es auf der Gegenseite besser machten. Als Maurice Bogdahn dann kurz vor der Pause auf 0:3 erhöhte, war bereits eine Vorentscheidung gefallen. Zu deutlich hatten die Gardelegener die Partie inzwischen an sich gerissen.
Abschenken wollten die Gastgeber das Match jedoch nicht und so versuchten sie, mit zwei defensiven Wechseln für mehr Stabilität in der eigenen Hintermannschaft zu sorgen. Das schien eine Zeit lang auch zu gelingen, allerdings fehlte nach vorne nun komplett die Durchschlagskraft. Diese fand hingegen eine Viertelstunde vor dem Ende Gardelegen wieder. „Da war dann fast jeder Schuss ein Treffer“, staunte auch Hopperdietzel nicht schlecht, der jedes Tor mit seiner Mannschaft euphorisch feierte.
Scheinert erhöhte auf 0:4, Joel Härting erzielte sein erstes Saisontor für den SSV, Bogdahn und Fabian Beck schraubten das Ergebnis weiter in die Höhe. Und Staßfurt zeigte nach den jüngsten Erfolgserlebnissen unerklärliche Zerfallserscheinungen. Nahezu jede Aktion wurde kommentiert und diskutiert. Eigene zielbringende Aktionen waren so kaum noch möglich. „Vielleicht hatte der eine oder andere nach den letzten Wochen einen kleinen Höhenflug und ist jetzt hoffentlich wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen“, fand 09-Trainer Philipp Schmoldt deutliche Worte. „So dürfen wir uns nicht nochmal präsentieren, das müssen wir ganz schnell abhaken und es nächste Woche besser machen“, betont er.
Hopperdietzel zog hingegen ein sehr zufriedenes Fazit. „Personell sah es nicht ganz so gut aus, von daher ist es ein richtig gutes Ergebnis. Wenn wir danach immer so zurückkommen, kann ich über unsere anfänglichen zehn Minuten hinwegsehen“, schmunzelte er.
SV 09: Neumann, Zöger, Moye (68. Korte), Schulz, Neugebauer, Pumptow (46. Hentrich), Lieder (58. Hartmann), Kreutzer (46. Abresche), Schmidt-Daul (68. Dittwe), Lampe, Roldán-Arias