Fußball-Landesliga: Der SV 09 Staßfurt lässt unter Flutlicht gegen Fortuna Magdeburg II nichts anbrennen und gewinnt deutlich mit 4:1 (2:1). Vor allem die Einstellung stimmt beim Gastgeber.
VON KEVIN SAGER
STAßFURT. Der schöne Fußball musste beim SV 09 Staßfurt zunächst warten. Dafür stimmten Leidenschaft, Intensität und die Bereitschaft, sich in die Zweikämpfe zu werfen. Mit diesen Qualitäten erarbeiteten sich die Landesliga-Fußballer einen 4:1 (2:1)-Heimsieg gegen Fortuna Magdeburg II. Vor 117 Zuschauern entschieden die Gastgeber die Partie mit zwei weiteren Treffern in der Schlussphase deutlich für sich. Trainer Philipp Schmoldt ordnete das Resultat dennoch nüchtern ein: „Das Ergebnis ist dann wahrscheinlich ein Tor zu hoch, aber verdient ist es trotzdem.“
Die Rollen waren früh verteilt. Staßfurt hatte mehr Spielanteile und bemühte sich um den Spielaufbau, während Fortuna zunächst kompakt stand. Nach einem tiefen Ball von Thorben Zöger auf Dustin Abresche gelang den Hausherren die Führung. Abresche brachte den Ball zu Matthias Härtl, der mit der Fußspitze abschloss. Vom Innenpfosten sprang das Leder zum 1:0 ins Netz (12.).
Doch die Magdeburger Reserve zeigte, weshalb Schmoldt vor ihrem Umschaltspiel Respekt hatte. Vor allem über die schnellen Außen wurden die Gäste gefährlich. „Das war für uns in der ersten Halbzeit schwierig zu bearbeiten“, erklärte der 09-Coach. Kamara hatte bereits eine gute Gelegenheit, ließ beim Abschluss aber die nötige Durchschlagskraft vermissen. Nachdem auf der anderen Seite Härtl nach einer Ecke knapp vorbeigeköpft hatte, fiel der Ausgleich: Kamara setzte sich auf dem Flügel gegen zwei Staßfurter durch und bediente Robin Jäger, der zum 1:1 vollendete (28.).
Die Antwort der Gastgeber folgte noch vor der Pause. Tom Krüger spielte einen tiefen Ball, in Fortunas Defensive fehlte die Abstimmung – und Victor Ramon Roldan Arias nutzte die Gelegenheit mit einem Abschluss ins kurze Eck zum 2:1 (37.). Schmoldt sah seine Mannschaft damit auf Kurs, auch wenn ihm im eigenen Ballbesitz noch nicht alles gefiel. Aus der Abwehr heraus hätte sich der Trainer mehr Andribbeln gewünscht, um Räume zu öffnen. „Da waren wir vielleicht wieder ein Tick zu unsauber und unsicher.“ Seine Einschätzung zur Führung fiel eindeutig aus: „Wir führen in meinen Augen trotzdem verdient schon zur Halbzeit, weil wir einfach defensiv wenig zugelassen haben.“
Zur zweiten Hälfte kam Robert Lampe für Steven Stachowski. Zudem setzte Schmoldt Abresche als Rechtsverteidiger ein – auf einer für ihn ungewohnten Position. Eine Umstellung, der der Trainer großen Anteil am Erfolg zuschrieb, weil Abresche seinen Gegenspieler anschließend aus dem Spiel genommen habe.
Ganz ohne Schreckmoment kamen die Staßfurter allerdings nicht durch diese Phase. In der 58. Minute traf ein Kopfball der Gäste die Latte. Kurz darauf hatte Lampe nach einem gelungenen Eins-gegen-eins eine große Chance, schoss jedoch zu zentral. Auch bei einer weiteren Gelegenheit der Hausherren parierte Fortunas Torhüter.
Dann sorgte Lampe für den nächsten Staßfurter Treffer: Ein zweiter Ball landete im Rückraum, der eingewechselte Angreifer nahm ihn auf und traf zum 3:1 (79.). In der Nachspielzeit setzte ein weiterer Joker den Schlusspunkt. Nach einem Freistoß von Florian Schmidt-Daul aus dem Halbfeld köpfte Justin Faatz ungedeckt zum 4:1 ein (90.+3).
Dass die Wechsel dem Staßfurter Spiel keinen Qualitätsverlust bescherten, freute Schmoldt ebenso wie die Entwicklung zum Ende der Begegnung. Zu den Grundtugenden kamen nun auch die spielerischen Qualitäten hinzu. „Das ist eine Sache, worauf wir aufbauen können“, sagte der Trainer. „Wenn die Grundtugenden passen, werden wir in den nächsten Wochen viel Spaß haben miteinander.“

Der SV 09 Staßfurt jubelte in der Kabine lautstark über die Punkte.
Foto: Verein
Originalbericht: Volksstimme vom 28.09.2026