Nach holprigem Saisonstart zeigt Staßfurt gegen Warnau einen deutlichen Leistungssprung – auch von der Bank. Warum Trainer Schmoldt schon beim Aufstehen ein gutes Gefühl hatte.
VON TOBIAS ZSCHÄPE
STAßFURT. Philipp Schmoldt war am Sonnabend schon mit einem guten Gefühl aufgewacht. „Wir haben Donnerstag nochmal gut trainiert, es war die nötige Stimmung drin“, blickte der Trainer von Fußball-Landesligist auf das Abschlusstraining seiner Mannschaft vor dem Heimspiel gegen den SV Havelwinkel Warnau zurück. „Wenn wir die Stimmung über die ganze Woche abrufen und zwei gute Einheiten reinkriegen, kommt auch automatisch ein gutes Spiel hinterher“, hatte er prophezeit – und sollte damit Recht behalten. Beim 4:0 (1:0) gegen den Verbandsliga-Absteiger gelang den Staßfurtern der erste Sieg der noch jungen Landesliga-Saison.
„Ich denke, es ist auch ein verdienter Sieg, der uns sehr, sehr gut tut“, so Schmoldt, der beobachtete, wie sein Team direkt gut in das Match fand. „Wir hatten von Anfang an viel Ballbesitz, haben uns die Bälle immer wieder schnell zurückerobert.“ Offensiv brauchten die 09er einige Zeit, um selbst zu gefährlichen Szenen zu kommen, ließen dafür aber defensiv nichts zu. Die Gäste aus der Altmark blieben vor der Pause ohne nennenswerte Großchance.
So dauerte es zwar bis zur 25. Minute, doch dann war schließlich der Bann gebrochen: „Mit Köpfchen“ erzielte Florian Schmidt-Daul das 1:0 nach einer Eckball-Flanke von Maurice Hertel, der seit seiner Rückkehr nach Staßfurt weiter zu überzeugen weiß und auf den Flügeln ein Fixpunkt in den Angriffsbemühungen des SV 09 bleibt. Ausgelassene Großchancen durch Nick Pumptow, der das leere Tor verfehlte, sowie den freistehenden Victor-Ramon Roldán-Arias verhinderten eine höhere Pausenführung der Bodestädter.
Doch die ließen sich nach dem Seitenwechsel nicht aus dem Konzept bringen, machten genauso weiter wie zuvor, und „wurden im Ballbesitz noch besser“, so Schmoldt. Weitere Chancen waren die logische Folge, da die Staßfurter immer wieder über die Außen durchbrachen. „Das ist genau da, wo wir hin wollen und so machen wir dann folgerichtig das 2:0“, sah der Coach. Matthias Härtl erzielte im fünften Spiel bereits sein siebtes Tor gegen seinen „Lieblingsgegner“ Warnau. Roldán-Arias hatte ihm den Ball von außen aufgelegt.
Mit ihrer einzigen Chance des Spiels hätten die Gäste wenig später den Rückstand noch einmal verkürzen können. Doch im Eins-gegen-eins-Duell verhinderte 09-Schlussmann Ben Schumann gegen den freistehenden Havelwinkel-Angreifer „überragend“ das Gegentor. „Das gibt uns zusätzlich Sicherheit – und dann spielen wir unser Spiel immer weiter“, lobte Schmoldt. Passend zur vergangenen Trainingswoche zeigte sich, dass diesmal auch die Wechsel keinen Leistungseinbruch nach sich zogen.
Im Gegenteil: „Die Auswechselspieler taten uns einfach gut. Joey (Ziebell, Anm. d. Red.) war der, der nochmal Zweikampfstärke und Ballsicherheit reingebracht hat. Justin Faatz mit seinem ersten Spiel nach – ich weiß nicht, wie lange – (morgen gibt es die Auflösung) belohnt sich dann gleich mit einem Tor, nachdem er die letzten Wochen einfach super trainiert hat. Und die Aufzählung könnte man für die anderen drei Wechsler auch noch so durchziehen. Das war wirklich eine super Mannschaftsleistung und macht Lust auf mehr“, geriet Schmoldt schon ins Schwärmen. Die ohnehin längst geschlagenen, weil harmlosen Warnauer handelten sich in der Schlussphase zudem noch eine Gelb-Rote Karte ein und beendeten die Partie somit in Unterzahl.
Mit dem ersten vollen Erfolgserlebnis kletterten die Staßfurter, bei denen Thorben Zöger sein 100. Punktspiel bestritt, vom 13. auf den neunten Tabellenplatz.

Allen Grund zur Freude hatten die Kicker des SV 09 Staßfurt nach ihrem ersten Punktspielsieg der neuen Landesliga-Saison gegen Warnau.
Foto: Verein
Originalbericht: Volksstimme vom 14.09.2026