Wie schon im Vorjahr misslingt Landesligist SV 09 Staßfurt auch 2026 der Saisonstart. Zu Gast bei einem defensiv agierenden TuS Schwarz-Weiß Bismark unterliegt die Schmoldt-Elf 0:1.
VON TOBIAS ZSCHÄPE
BISMARK/STAßFURT. Mit der mehrfach preisgekrönten Komödie „Und täglich grüßt das Murmeltier“ (Originaltitel „Groundhog Day“) ist Regisseur Harold Ramis 1993 wohl einer der besten und einprägsamsten Filme der 90er Jahre gelungen. Der Titel, der eine monotone, unangenehme und sich wiederholende Situation bezeichnet, ist bis heute sowohl in der englischen als auch in der deutschen Sprache fest verankert.
In einer ähnlichen Zeitschleife scheint aktuell auch Fußball-Landesligist SV 09 Staßfurt gefangen zu sein, zumindest wenn man die Duelle der jüngeren Vergangenheit mit TuS Schwarz-Weiß Bismark betrachtet. „Das ist, glaube ich, das dritte Spiel, das ich in meinem Leben mit Bismark absolviert habe – und es ist das dritte Mal, dass gleich abläuft“, brachte es Philipp Schmoldt, der Trainer der Bodestädter, auf den Punkt. Auch diesmal gelang das erhoffte Erfolgserlebnis nicht, stattdessen setzte es die fünfte Niederlage in Bismark in Folge, das Pokalspiel 2020 mit eingerechnet.
„Sie stehen einfach tief, warten und haben uns viel Ballbesitz überlassen. Wir hatten aber Probleme, über außen in die gefährlichen Zonen zu kommen, weil Bismark sehr eng stand. Wir haben uns sehr, sehr schlecht verhalten in der Positionierung unserer Spieler, sodass wir es nicht geschafft haben, die Seiten zu verlagern, damit Bismark wirklich ins Laufen kommt“, beschrieb Schmoldt, woran die neuerliche Niederlage lag.
Nur sehr vereinzelt kam Staßfurt vor der Pause gefährlich nach vorne. Konnte der Matchplan umgesetzt werden, wurde es auch gefährlich vor dem TuS-Tor, doch diese Szenen waren letztlich viel zu selten. Das Spiel mit dem Ball war nicht gut, die Passqualität zu schlecht.
Ganz im Gegensatz zu den Bismarkern, die aus ihrer tiefen Grundformation auf Konterchancen lauerten und dann geradlinig und schnell nach vorne kamen. Es dauerte zwar bis in die Nachspielzeit der ersten Hälfte, doch dann belohnten sich die Gastgeber mit dem Führungstor. Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld sorgte Tim Hohmann für den – wie sich zeigen sollte – Treffer des Tages. „Wir hatten vorher besprochen, dass wir nicht durch die Mitte nach vorne spielen wollen, machen es aber trotzdem, lassen den Ball klatschen – und verlieren ihn so. Das fliegt uns dann knallhart um die Ohren“, ärgerte sich Schmoldt über die Entstehung des Gegentores.
Mit dem Rückstand wurde es noch schwieriger, den schwarz-weißen Abwehrriegel zu knacken. „Wenn sie schon 1:0 führen, werden sie nicht zwingend offensiver“, bemerkte der 09-Trainer mit einer Prise Galgenhumor. Zwar wollte er niemandem in seinem Team die Einstellung absprechen, doch das alleine reichte diesmal nicht aus, um zu Zählbarem zu kommen. Hinzu kamen noch „ein, zwei Schiedsrichterentscheidungen, mit denen ich nicht ganz d’accord gehe“, so Schmoldt weiter.
Diese seien aber nicht der Grund für die Niederlage gewesen. „Wir verlagern dann zu wenig, wir spielen immer wieder gerade nach vorne, schräg nach außen, um dann wieder nach vorne zu kommen. Das sind so einfache Sachen, wodurch wir einfach nicht in die gefährlichen Zonen gekommen sind“, fasste er zusammen.
Bis zur 75. Minute kam der SV 09 so nur zu wenigen zwingenden Chancen – in der Schlussviertelstunde blieben aber selbst die aus. Die Staßfurter wurden unruhig, passten sich dem Bismarker Stil an, was den Hausherren sichtlich in die Karten spielte. Größtenteils ungefährdet brachten sie so ihren knappen Heimerfolg über die Bühne.
Sehr zum Ärger von Schmoldt. „Es ist immer schwierig zu sagen, dass eine Mannschaft verdient gewinnt, die nichts fürs Spiel tut. Aber man muss halt auch sagen: Ihre Spielidee, tief zu stehen, auf Fehler des Gegners zu lauern, um dann schnell nach vorne zu spielen – das können sie halt perfekt. Das muss man anerkennen.“ Somit bleibt nur die Hoffnung, dass sich neben der Niederlage zum Saisonstart und der Pleitenserie in Bismark auch die „Aufholjagd“ aus dem weiteren Verlauf der vergangenen Saison ein weiteres Mal wiederholt, wie der Tag, den Wetteransager Phil Connors 1993 unzählige Male erlebte.

Egal ob aus dem Spiel heraus oder nach einem ruhenden Ball: Der SV 09 Staßfurt um Maximilian Moye (Mitte) kam nicht zum Torerfolg.
Archivfoto: Tobias Zschäpe
Originalbericht: Volksstimme vom 10.08.2026