Eigentlich war Maurice Hertel im Sommer seinem langjährigen Trainer Mario Katte zum MSC Preussen gefolgt, stattdessen wechselt er nun nach Staßfurt. Was seine Beweggründe waren.
VON TOBIAS ZSCHÄPE
STASSFURT. Der Social-Media-Post des MSC Preussen von Anfang Juli mutet knapp einen Monat später ungewollt komisch an. Durch seine „Erfahrungen von der Landesklasse bis in die Verbandsliga und mit 15 Scorer-Punkten in der letzten Saison“ sei Maurice Hertel eine „hervorragende Verstärkung“ für die Mannschaft hieß es im Post der Landeshauptstädter, in dem der 25-Jährige als einer der Neuzugänge für die neue Spielzeit vorgestellt wurde. Keine vier Wochen später steht nun allerdings fest: Hertel wird 2026/27 nicht für die Magdeburger auf dem Platz stehen, stattdessen läuft er wieder für den SV 09 Staßfurt auf, für den er bereits von 2023 bis 2025 aktiv war und mit dem er den Verbandsliga-Aufstieg feiern konnte.
Für eine Spielzeit war er nun zum TSV Grün-Weiß Kleinmühlingen/Zens zurückgekehrt, für den er nach seiner Ausbildung beim 1. FC Magdeburg seit der A-Jugend aktiv war. Doch nach dem Abgang von Mario Katte zum MSC Preussen schien er seinem langjährigen Trainer in diesem Sommer zu folgen. Auch Hertel bestätigte, dass Katte einer der Gründe war, warum er sich zunächst für einen Wechsel in die Landeshauptstadt entschied.
Doch nach wenigen Wochen folgte nun der Sinneswandel. „Ich habe relativ schnell gemerkt, dass ich mich in Magdeburg nicht wohlfühle, dass wir nicht die gleiche Sprache gesprochen haben“, erklärte Hertel im Rahmen des Freundschaftsspiels „Fußball vs. Handball“ am Mittwoch (Bericht folgt) zwischen dem SV 09 und dem HV Rot-Weiss Staßfurt. Auch die weitere Anfahrt war letztlich ein Hindernis für den in Förderstedt wohnenden Flügelspieler.
So suchte er das Gespräch mit Mario Katte – und stieß auf offene Ohren. Das gute und lange Vertrauensverhältnis zwischen beiden spielte dabei sicherlich eine Rolle, sodass man beim MSC zwar traurig über die Entscheidung war, Hertel aber keine Steine in den Weg legte. Da Hertel im Sommer ohnehin auch mit Staßfurts Trainer Philipp Schmoldt und dem sportlichen Leiter Benjamin Kollmann in Kontakt gewesen war, dauerte die Abwicklung des „zweiten Wechsels“ nicht lange.
Viele alte Bekannte
Eine neuerliche Rückkehr nach Kleinmühlingen stand für ihn nicht zur Debatte. „Im Verein sind ein paar Sachen schief gelaufen, sodass meine Entscheidung feststand, dass ich wechseln will“, betonte der 25-Jährige am Mittwochabend, ohne weiter ins Detail zu gehen. Die Entscheidung für die 09er fiel ihm hingegen nicht schwer. Nicht nur, dass der Anfahrtsweg aus Förderstedt deutlich kürzer ist als nach Magdeburg, „es sind auch noch viele Spieler da, die ich aus meiner ersten Zeit in Staßfurt kenne“, erklärte er.
Allerdings sind auch einige neue Spieler dabei, gerade viele junge Akteure, die aus der zweiten Mannschaft und der A-Jugend aufgerückt waren. Wenig überraschend lief in der Vorbereitung folglich noch nicht alles rund. Hertel ist dennoch guter Dinge, dass es ab dem Ligastart am 8. August bei TuS Schwarz-Weiß Bismark positiver für sein Team und ihn laufen wird. „Ein Platz unter den ersten fünf sollte schon unser Ziel sein“, betonte er. Dafür muss allerdings noch eine Steigerung her – am besten schon bei der Generalprobe am morgigen Sonnabend ab 14 Uhr gegen Turbine Halle (Landesliga Süd). Hertel, der dann bereits spielberechtigt ist, freut sich bereits auf seine offizielle Rückkehr ins 09-Trikot.

Maurice Hertel trägt zur neuen Saison wieder das Trikot des SV 09 Staßfurt. Er entschied sich nun doch gegen einen Wechsel zum MSC Preussen.
Foto: Michael Küssner
Originaltext: Volksstimme vom 31.07.2026