Philipp Schmoldt kickt künftig in Welsleben, bleibt aber weiter Chefcoach von Fußball-Landesligist SV 09 Staßfurt, der auch nach dem Heimspiel gegen Osterwieck auf seinen ersten Sieg wartet.
VON TOBIAS ZSCHÄPE
STAßFURT. Fünf Spiele, zwei Tore, zwei Assists – so ließt sich die durchaus sehenswerte Statistik, die Philipp Schmoldt als Spieler in der vergangenen Saison für die zweite Mannschaft des SV 09 Staßfurt aufwies. Hinzu kamen drei Kurzeinsätze für die Erste. Zumindest auf dem Feld wird in naher Zukunft keiner für die Bodestädter hinzukommen, denn Schmoldt „wechselt“ zum Salzlandligisten MTV Welsleben. Warum sich die Landesliga-Elf der 09er dennoch nicht auf die Suche nach einem neuen Coach begeben muss, erklärt Schmoldt wie folgt: „Das ist nicht so heiß, wie es vielleicht scheint. Es ist bei mir so wie in den letzten Jahren, dass, wenn ich mal Zeit habe und mal irgendwer gebraucht wird, mein Pass irgendwo angemeldet ist. Jetzt eben in Welsleben.“
Warum das nicht mehr in Staßfurt der Fall ist, ist ebenfalls schnell erklärt. Mit Welslebens Trainer Andre Kanemeier steht Schmoldt seit Jahren in Kontakt. Nachdem sich nun während der Vorbereitung gezeigt hat, dass der Staßfurter Kader breit genug ist, kam es auf kurzem Weg zur Einigung. „In Staßfurt werde ich diese Saison nicht aushelfen müssen“, ist sich Schmoldt sicher, „deshalb bin ich dann in Welsleben am Start, wenn dort Not am Mann ist. Aber da reden wir nicht davon, dass ich wieder komplett aktiv bin, sondern von drei, vier Spielen in der Saison“, betont er. Seine Trainertätigkeit wird darunter also zeitlich nicht leiden.
Und aktuell scheint dafür auch jede Minute nötig zu sein. Die Staßfurter warten auch nach dem zweiten Spieltag weiterhin auf ihren ersten Pflichtspielsieg, mussten sich gegen Eintracht Osterwieck mit einem 2:2 (1:1)-Unentschieden begnügen. Es ist der schlechteste Saisonstart seit 2020, als man gleich beide Auftaktpartien verlor.
Doch Schmoldt wollte den Auftritt gegen den Aufsteiger aus dem Harz nicht zu schlecht reden. „Am Ende war es, denke ich, ein Punktgewinn für uns. Wir hatten die Großchance durch Victor (Roldán-Arias, Anm. d. Red.), kassieren dann aber im Gegenzug das 0:1“, ärgerte er sich.
Von Beginn an hatten die 09er vor allem Probleme mit der Körperlichkeit der Gäste. Zudem bekam die Schmoldt-Elf Osterwiecks Tim Stingl kaum in den Griff. „Was der gemacht hat, hatte Hand und Fuß, war gefährlich“, beobachtete Staßfurts Trainer. Nach 14 Minuten tauchte Roldán-Arias dann dennoch gefährlich vor dem Eintracht-Tor auf, schloss jedoch zu überhastet ab. Der Ball landete im Fangnetz. Aus dem folgenden Abstoß resultierte stattdessen der Rückstand.
Anschließend fand Staßfurt aber immer besser in die Partie. So dauerte es nicht lange, bis Tom Krüger einen Eckball aus dem Getümmel an die Unterkante der Latte köpfte, von wo das runde Leder über die Linie sprang. Da vor der Pause keine weiteren Chancen zu verzeichnen waren, blieb es bis zum Gang in die Kabinen beim Remis.
Die Anfangsminuten der zweiten Hälfte gehörten den Bodestädtern, die präsenter in den Zweikämpfen waren und mehr Ruhe bei Ballbesitz ausstrahlten. Doch daraus konnte die Mannschaft kein Kapital schlagen – im Gegenteil. Gerade einmal sieben Minuten waren gespielt, als Staßfurts Thorben Zöger den Ball im Strafraum mit der Hand blockte: Elfmeter. Stingl übernahm die Verantwortung – und scheiterte. 09-Schlussmann Tim Gabriel hatte die Ecke geahnt, doch der Abpraller sprang dem 24-jährigen Osterwiecker erneut vor die Füße und im zweiten Anlauf ging er über die Linie.
Ganz anders, als beim Elfmeter von Max Dittwe in der 77. Minute. Hier sprang der Abpraller nach außen und die Gastgeber bekamen ihn nicht zurück in die Mitte. Es wäre der mögliche Siegtreffer gewesen, denn zuvor hatte Florian Schmidt-Daul einen im Training einstudierten Spielzug (71.) bilderbuchmäßig zum erneuten Ausgleich abgeschlossen.
„Das passt aktuell leider zu unserem Spielglück, dass es ein bisschen gegen uns läuft“, ärgerte sich Schmoldt. Die letzten Minuten der Hitzeschlacht waren von Fehlern und größer werdenden Räumen für den jeweiligen Gegner geprägt – nutzen konnte sie aber keine der beiden Seiten mehr.

Nick Pumptow (l.) und der SV 09 stemmten sich in der Schlussphase gegen die drohende Pleite.
Foto: Phillip Schulze
Originalbericht: Volksstimme vom 17.08.2026