Fußball, Landesliga: Ein personell erneut stark dezimierter SV 09 Staßfurt muss sich bei TuS Schwarz-Weiß Bismark mit 1:2 geschlagen geben. Joker Rico Hentrich erzielt den Ehrentreffer.
VON TOBIAS ZSCHÄPE
BISMARK/STAßFURT. Es ist alles so eingetreten, wie von Philipp Schmoldt vorhergesagt. Ein großer Platz, qualitativ wahrscheinlich nicht der beste der Liga und ein zweikampfstarker Gegner: All das wartete auf die Landesliga-Fußballer des SV 09 Staßfurt beim Auswärtsspiel gegen TuS Schwarz-Weiß Bismark am vergangenen Sonnabend. Unglücklicherweise, aus Gästesicht, bewahrheiteten sich auch Schmoldts Kadervorhersagen. „Wir waren mit dem letzten Aufgebot da – und spätestens dann wird Bismark zu einer der undankbarsten Aufgaben, die man in dieser Liga haben kann“, blickte Staßfurts Trainer ernüchtert auf die Partie des 27. Spieltages zurück. In der Altmark unterlagen die 09er mit 1:2 (0:2).
Ab der ersten Minute bekamen die dezimierten Gäste beim bis dato Tabellenzehnten ordentlich auf die Füße. „Sie haben von der ersten Minute an sehr zweikampfstark und hart gespielt“, erinnert sich Schmoldt. Es ist eine Spielweise, mit der Staßfurts Mannschaft immer noch nur schwer zurechtkommt.
So war es wenig überraschend, dass 09-Torwart Max Neumann nach nur drei Minuten bereits das erste Mal hinter sich greifen musste. Beim ersten Befreiungsschlag sprang Staßfurts Linksverteidiger Luca Schneider unter dem Ball durch, sodass Bismarks Stürmer Philipp Grempler auf der rechten Angriffsseite an den Ball kam. Während die Zuschauer und vor allem Gremplers Gegenspieler kollektiv mit einer Ballannahme und folgender Flanke rechneten, entschied sich der Angreifer der Gastgeber stattdessen für eine Bogenlampe auf das Tor. „Das hat Max dann wohl auch so nicht kommen sehen“, nahm Schmoldt seinen Keeper in Schutz.
Als Tim Hohmann wenig später dann einen Konter zum 2:0 vollendete, schien frühzeitig eine Entscheidung gefallen zu sein. Keine 20 Minuten waren zu diesem Zeitpunkt gespielt.
Doch nach einer halben Stunde schöpfte Staßfurt noch einmal neue Hoffnung. Torschütze Grempler sah nach einem Foulspiel die Rote Karte, somit bot sich auf dem großen Geläuf noch mehr Platz für die Gäste. Mit gut 70 Prozent Ballbesitz versuchten die Staßfurter sich in der letzten Viertelstunde vermehrt Chancen herauszuspielen, blieben dabei aber meist ungefährlich. „Wir kamen zu keinen Großchancen, weil sie sehr eng stehen. TuS hat das große Feld sehr klein gemacht und kompakt verteidigt, das muss man wirklich so sagen“, zollte Schmoldt dem Gegner gewissermaßen Respekt. „Es war sehr schwierig, vorne durchzukommen.“
Nach dem Seitenwechsel versuchte der SV 09 mit frischem Wind von der Bank doch noch für die Wende zu sorgen. Auch Schmoldt selbst kam nach 70 Minuten auf den Platz. Die meiste Wirkung zeigte aber die offensive Einwechslung von Rico Hentrich, obwohl dieser eigentlich immer noch angeschlagen war. „Er und Dean Kreutzer, der sogar in der Startelf stand, hätten nach ihren langen Verletzungen eigentlich gar nicht spielen dürfen“, gestand Staßfurts Trainer. „Mit der Einwechslung von Rico wurde es aber besser, weil wir dann wirklich einen Außenspieler hatten, wodurch es in der Schlussphase immer wieder gefährlich wurde.“ Da aber weiter der letzte Ball fehlte, blieb es bei Halbchancen.
Die Gäste gaben sich nicht auf, spielten bis in die siebte Nachspielminute teilweise mit Krämpfen weiter – was auch mit dem Anschlusstreffer von Hentrich (84.) belohnt wurde. Um das Spiel zu drehen, reichte das aber nicht und so blieb der einzige Grund zur Freude, dass Ummendorf ebenfalls verlor und Rang drei deshalb immer noch in Staßfurter Hand ist.

09-Schlussmann Max Neumann (unten) musste zwei Mal hinter sich greifen.
Foto: Steffen Gramm
Originaltext: Volksstimme vom 02.06.2026