Fußball, Landesliga: Routinier Matthias Härtl trifft für den SV 09 Staßfurt im Kreisderby gegen Baalberge doppelt und bringt Trainer Philipp Schmoldt damit ins Schwärmen.
VON TOBIAS ZSCHÄPE
STAßFURT. Die Torjäger-Instinkte, wie sie ein Matthias Härtl hat, hat man eben – oder man hat sie nicht. „Er ist ein Stürmer, der weiß, wo er stehen muss und den wir sonst so nicht im Kader haben“, erneuerte Philipp Schmoldt, Trainer von Fußball-Landesligist SV 09 Staßfurt, nach dem 4:2 (4:0)-Erfolg beim SV 08 Baalberge sein Lob für den 44-Jährigen. „Wie man sich da vorne als Stürmer verhalten muss, kannst du in meinen Augen auch keinem beibringen. Das hat Matze von der Pike auf gelernt und dann in über 600 Spielen verinnerlicht. Wie er sich in der Mannschaft unterordnet – selten habe ich so ein großes Vorbild im Fußball gesehen. Und er zahlt es dann auch noch mit Leistung zurück.“
Das Lob kam nach dem Kreisduell nicht von ungefähr, immerhin hatte Härtl zwei der vier Staßfurter Treffer beigesteuert, wobei eines der zwei weiteren zudem ein Eigentor war. Gleich das erste der Partie nämlich, als Baalberges Torhüter Tim Schmalenberg den Ball nach einem Abstoß von seinem Mitspieler zurückbekam und dabei direkt von Staßfurts Robert Lampe unter Druck gesetzt wurde. Der Versuch, den Ball aus der Gefahrenzone zu befördern, missriet dabei so sehr, dass er zum 0:1 ins eigene Tor trudelte. Kurz davor hatte Härtl Keeper Schmalenberg bereits erstmals per Kopf (3.) geprüft.
Noch präziser war der Kopfball des Routiniers nach einer Viertelstunde, der nach einer Flanke von Thorben Zöger seinen Weg ins Tor zum 0:2 fand. Als Lampe dann nach knapp 25 Minuten Schmalenberg überlief und zum dritten Tor einschob, ließ zumindest der Blick auf die Anzeigetafel eine Vorentscheidung vermuten. Doch Schmoldt schätzte die ersten 45 Minuten rückblickend anders ein. „Baalberge kam auch zu guten Chancen. Die mussten eigentlich auch zwei Tore schießen, wenn das 4:2 zur Halbzeit steht, wäre das völlig in Ordnung gewesen. Gerade mit Calvin Lange hatten sie vorne einen, den wir kaum in den Griff bekamen“, erinnert er sich.
Stattdessen stand es beim Gang in die Kabinen sogar bereits 4:0 aus Sicht der 09er, denn Härtl fing einen Pass zum Baalberger Keeper ab und netzte zum zweiten Mal ein. Wieder zeigte er die Stärke, die Schmoldt lobte, und stand goldrichtig. „Bis dahin lief das Spiel echt total für uns, wir machen aus drei Chancen vier Tore“, lachte Staßfurts Trainer später.
In der Pause warnte er allerdings davor, die Zügel zu früh schleifen zu lassen. Zwar wollte das Staßfurter Trainerteam allen Spielern Einsatzminuten geben, „damit niemand für zehn Minuten mit nach Baalberge gefahren ist“. Allerdings sollten diese dennoch die Spannung hochhalten, was aber nur bedingt gelang. Nachdem binnen sieben Minuten nach Wiederanpfiff gleich fünf neue Spieler auf den Platz gekommen waren, zeigte die Leistungskurve sichtbar nach unten. „Die Spannung war weg und wir machen 20 Prozent weniger“, ärgerte sich Schmoldt.
Baalberge verkürzte seinen Rückstand auf 2:4, in Gefahr geriet der Staßfurter Sieg allerdings nicht mehr. „Kriegen wir noch ein Gegentor, wird es vielleicht nochmal brenzlig. Aber so war es ein verdienter Sieg und sehr positiv für uns“, lobte Schmoldt abschließend.

Nick Pumptow (vorne rechts) und der SV 09 Staßfurt brachten den Sieg im Kreisduell gegen den SV 08 Baalberge souverän über die Zeit.
Foto: Sven Brückner
Originalbericht: Volksstimme vom 12.05.2026