Fußball, Landesliga: Der SV 09 Staßfurt gewinnt das Spitzenspiel gegen Ummendorf und hat nun vier Punkte Vorsprung. Bereits morgen geht es weiter mit dem Auswärtsspiel in Gardelegen.
VON TOBIAS ZSCHÄPE
STAßFURT. Diesmal hielt das Flutlicht durch. Nachdem zum ursprünglichen Termin am 6. März pünktlich zum Anpfiff ein Flutlichtmast ausfiel, konnte das Landesliga-Duell zwischen dem SV 09 Staßfurt und dem Ummendorfer SV am Mittwochabend diesmal problemlos ausgetragen werden. Das bessere Ende hatten dabei die Gastgeber für sich, die sich auch vom zwischenzeitlichen Ausgleich nicht aus der Ruhe bringen ließen und am Ende mit 3:1 (1:0) gewannen. Der Vorsprung auf den Tabellennachbarn aus der Börde wuchs damit auf vier Zähler an.
Das Erfolgsgeheimnis war dabei eine „super Mannschaftsleistung“, wie es 09-Trainer Philipp Schmoldt formulierte. „Das habe ich selten so gesehen.“ Von der ersten Minute an war jeder für den anderen da, es wurden Meter gemacht – und bei Ballverlust eilten alle zurück, um zu verteidigen.
Offensiv schlug unterdessen bereits früh Matthias Härtl zu. Victor-Ramon Roldán-Arias flankte auf den Routinier, der nach zehn Minuten äußerst sehenswert per Seitfallzieher zum 1:0 vollendete. „So ein Tor mit 44 Jahren in der Landesliga zu machen, das ist schon verrückt. Aber ich glaube, zu seinen Stärken habe ich nach dem Baalberge-Spiel schon einiges gesagt“, lobte Schmoldt den Strafraumstürmer erneut.
Die vereinsinterne Torschützenliste führt Härtl seit Jahren scheinbar uneinholbar an, nun schickt er sich aber auch in einem anderen Ranking an, Platz eins zu übernehmen. Der Match gegen Ummendorf war sein 450. Pflichtspiel im Staßfurter Dress. Nur Thomas Stümpel (451) und Manfred Schulz (456) haben noch mehr absolviert.
Einziger Wermutstropfen an Staßfurts bis zur Pause souveränen Auftritt, war die Chancenverwertung nach dem Führungstreffer. Insbesondere Robert Lampe, mit 18 Treffern in dieser Saison Staßfurts gefährlichster Angreifer, hatte noch zweimal den Jubelschrei auf den Lippen, doch einmal klärte USV-Keeper Felix Löffler überragend mit dem Fuß und einmal rettete das Aluminium. „Eigentlich muss es zur Pause höher stehen, aber das ist in einem Spitzenspiel dann Meckern auf hohem Niveau“, erklärte Schmoldt.
Allerdings sollten sich die ausgelassenen Möglichkeiten nach der Pause dann doch frühzeitig rächen. Zwei Ummendorfer konnten sich im ersten Angriff nach der Pause gegen vier Staßfurter durchsetzen und Jonas Heinemann (47.) glich den Spielstand aus. „Da ziehen wir kein taktisches Foul, verteidigen schlecht – und geraten danach in eine Phase, in der wir schwanken“, musste Staßfurts Coach mit ansehen.
Allerdings zeigte sich auch schnell, dass die Mannschaft sich da selbst wieder herausziehen wollte. Und das, obwohl Staßfurt fünfmal wechselte. „In den letzten Partien soll jeder seine Spielzeit bekommen, weil die sich auch alle im Training verdient haben. Einen Leistungsabbruch hat man durch die Wechsel auch überhaupt nicht gesehen. Du konntest bringen, wen du wolltest, es ging genauso weiter, wie vorher“, lobte Schmoldt, der den Langzeitverletzten Tom Krüger besonder hervorhob. Nachdem ihn Verletzungen in den letzten Jahren immer wieder zum Pausieren zwangen, stand der 24-Jährige nun erstmals wieder in der Startelf.
Dieses Vertrauen zahlten er und seine Teamkollegen mit zwei weiteren Treffern zurück. Erst drückte Roldán-Arias (67.) einen Abpraller über die Linie, bevor Jonas Schulz (76.) einen Eckball im Tor unterbrachte. „Ab dem 2:1 haben wir das Spiel wieder im Griff und verteidigen unseren dritten Platz. Das hat schon echt Spaß gemacht“, so der 09-Trainer weiter.

Robert Lampe (links) ließ seine Chancen liegen, aber dennoch gewann der SV 09 das Spitzenspiel gegen den Ummendorfer SV.
Foto: Sven Brückner
Originaltext: Volksstimme vom 15.05.2026