Zu Gast bei der schwächsten Offensive
Nach einer Woche Pause geht es ab Freitag in der Landesliga wieder um die Punkte. Und erneut geht es für den SV 09 in die Altmark. Führte die Reise vor 14 Tagen nach Gardelegen, geht sie nun nach Bismark. Dort ist der hier beheimatete TuS Schwarz-Weiß am Samstag um 15.00 Uhr Gastgeber für die Bodestädter.
Vor Saisonbeginn stand das Treffen gegen die Altmärker für den 22. November des Vorjahres noch als Spiel im „Stadion der Einheit“ auf der Agenda. Doch dann tauschten beide Mannschaften kurzfristig das Heimrecht, da zu jener Zeit der Platz in Bismark nicht spielfähig war. Die Begegnung in Staßfurt gewannen die 09er dann bekanntlich deutlich mit 5:1.
In der Altmark gastiert der SV 09 zum 12. Mal zu einem Punktspiel. Und die bisherige Bilanz ist leider negativ. Neben drei Siegen gab es bei einem Unentschieden immerhin sieben Niederlagen. Auch das letzte Aufeinandertreffen ging verloren. Am 11. November des Jahres 2024 hieß es 0:1.
TuS ist vier Spieltage vor Saisonschluss zwar Tabellenzehnter, doch bis zum ersten Abstiegsplatz hat man nur ein Polster von 6 Punkten. Mit einem Sieg gegen die 09er und einer gleichzeitigen Niederlage des SV 08 Baalberge gegen den SSV 80 Gardelegen, Anpfiff ist hier schon um 14.00 Uhr, wäre der Nichtabstieg schon fast in trockenen Tüchern, denn das Torverhältnis spricht momentan schon klar für die Altmärker (-17/-31).
In der Rückrundentabelle liegen die Bismarker mit 16 Punkten auf dem 8. Tabellenplatz. Damit haben sie nur drei Zähler weniger als der SV 09, der, genauso wie in der Gesamttabelle, auf Tabellenplatz drei steht.
Einen ausgemachten Torjäger gibt es in den Reihen der Altmärker, die mit 30 Treffern in 26 Spielen die schwächste Offensive der Liga stellen, nicht. Ihr bester Torschütze Oleksandr Cherchenko traf bislang 6 Mal.
Hier noch einmal der Originalspielbericht vom Hinspiel aus der Volksstimme vom 25.11.2025
Härtl bringt die Wende im Spiel
Fußball, Landesliga: Nach einer starken ersten Halbzeit bricht der TuS Schwarz-Weiß Bismark ein und wird von einem torgefährlichen SV 09 Staßfurt überrollt. Routinier trifft nach 980 Tagen.
VON TOBIAS ZSCHÄPE
STAßFURT. Den vielleicht letzten Punkt, der für sie sprach, verloren die Landesliga-Fußballer des TuS Schwarz-Weiß Bismark am Freitagvormittag dann auch noch. Zwölfter gegen Sechster, so lautete die Ansetzung der Altmärker gegen den SV 09 Staßfurt die längste Zeit, bevor der Platz im Waldstadion nach einer Begehung für unbespielbar erklärt wurde. Kurzerhand drehte man die Partie, so dass der Heimvorteil zum Verbandsliga-Absteiger wanderte. Dieser sollte ihn am Ende beim 5:1 (0:1)-Erfolg auch nutzen, brauchte dafür aber eine gute halbe Stunde Anlauf.
„Wir sind als klarer Underdog nach Staßfurt gefahren. Jeder hat damit gerechnet, dass wir da nichts holen. Aber wenn man die erste Halbzeit Revue passieren lässt, hat man schon das Gefühl, dass da was drin war“, blickte TuS-Trainer Florian Knoblich später zurück. Denn es dauerte keine sieben Minuten, bevor Bismarks Toptorjäger Oleksandr Cherchenko die Staßfurter Hintermannschaft überrumpelte und zur Gästeführung traf.
„Es war klar, was auf uns zukommt, aber sie haben ihr Spiel wirklich gut auf den Platz gebracht, während wir uns anfangs zu sehr mit den Gegenspielern und Schiedsrichterentscheidungen beschäftigen“, erinnerte sich 09-Coach Schmoldt. 30 Minuten lang fanden die Bodestädter so überhaupt nicht zu ihrem Spiel. „Wir konnten genau das vermeiden, was Staßfurt stark macht: die Bälle in die Tiefe auf den Stürmer, klatschen lassen und dann nach außen“, lobte Knoblich unterdessen die Leistung seines Teams. Alle Chancen konnte der Außenseiter allerdings nicht vermeiden und so wurde der SV 09 in der Viertelstunde vor der Pause etwas torgefährlicher, allerdings noch ohne den erhofften durchschlagenden Erfolg.
Nach der Pause zeigten beide Teams dann jedoch jeweils ein völlig anderes Gesicht. Während Bismark nun die Räume offen ließ, die Staßfurt wollte und streckenweise komplett den Faden verlor, machte sich bei der Heimelf die seit Wochen immer breiter werdende Bank bezahlt. Insbesondere ein Mann schrieb dabei eine Geschichte, wie sie eigentlich nur im Fußball passieren: Matthias Härtl streifte sich mit seinen inzwischen 43 Jahren zum ersten Mal seit April 2023 wieder das Trikot der ersten Männermannschaft über – und traf nur knapp 60 Sekunden nach seiner Einwechslung mit seiner zweiten Ballberührung zum Ausgleich.
Verzweiflung machte sich unterdessen auf der gegnerischen Bank breit. „Alles, was wir in der ersten Halbzeit so gut gemacht haben, haben wir nach der Pause gar nicht mehr gemacht. Wir spielen dann total unsicher, ja unreif“, musste Knoblich mit ansehen. Und so ließen weitere Staßfurter Tore nicht lange auf sich warten. Ab der 64. Minute dauerte es nur eine Viertelstunde, bis die Bodestädter aus dem Unentschieden eine 5:1-Führung gemacht hatten. Florian Schmidt-Daul sorgte für die Führung, die Matthias Lieder mit einem Doppelschlag und Robert Lampe ausbauten.
Es war ein – auch in dieser Höhe – gerechtes Ergebnis, da waren sich nach Abpfiff beide Seiten einig. „Die zweite Hälfte passte nicht zu dem, was wir uns für die zweite Hälfte vorgenommen hatten, von daher war es sehr enttäuschend, aber in Summe verdient“, ordnete Knoblich ein, während Schmoldt einen kleinen Grund zum Meckern auf hohem Niveau fand: „Am Ende hätten es auch noch durchaus zwei, drei Tore mehr sein können.“
SV 09: Neumann, Hartmann, Zöger (78. Stachowski), Neugebauer, Moye, Hentrich, Dittwe, Kreutzer (51. Härtl, Lampe, Schmidt-Daul, Roldàn-Arias (46. Lieder)