Fußball, Landesliga: Personell stark geschwächt reist der SV 09 Staßfurt nach Gardelegen. Am Ende müssen sich die Bodestädter mit 0:2 (0:1) beugen.
VON THOMAS KOEPKE
GARDELEGEN/VS. Der SSV 80 Gardelegen hat in der Fußball-Landesliga Nord ein weiteres dickes Ausrufezeichen gesetzt und im Spitzenspiel den Tabellendritten SV 09 Staßfurt verdient mit 2:0 (1:0) bezwungen. Gleichzeitig könnte dieser Erfolg im Saisonendspurt noch enorme Bedeutung bekommen. Hintergrund sind mögliche Verschiebungen durch Auf- und Abstiegsregelungen in Oberliga und Regionalliga, wodurch für die Vizemeister der beiden Landesligen eventuell noch ein zusätzlicher Verbandsliga-Aufstiegsplatz über ein Relegationsspiel vergeben werden könnte. Für Gardelegen wäre Rang zwei damit plötzlich weit mehr als nur ein Achtungserfolg.
Die Mannschaft von Norbert Scheinert zeigte gegen die ersatzgeschwächten Staßfurter erneut eine äußerst reife Vorstellung. Zwar hielten die Gäste in den ersten Minuten ordentlich dagegen und versuchten, die Räume eng zu machen, doch mit zunehmender Spielzeit übernahm der SSV 80 immer deutlicher die Kontrolle. „Staßfurt hat uns das Leben zunächst schwer gemacht, weil sie die Räume sehr eng gemacht haben. Durch das Zentrum kamen wir kaum durch, aber wir hatten immer wieder gute Tiefenläufe und gefährliche Aktionen“, erklärte Gardelegens Trainer Norbert Scheinert nach der Partie.
Bereits früh deutete sich an, dass die Gastgeber die gefährlichere Mannschaft sein würden. Chane Maurice Kempe hatte nach elf Minuten die erste große Möglichkeit, ehe in der 17. Minute der verdiente Führungstreffer fiel. Nach einem Standard stieg Xaver-Dan Haak am höchsten und köpfte zum 1:0 ein.
Staßfurt, denen deutlich anzumerken war, dass unter der Woche bereits das intensive Nachholspiel gegen Ummendorf in den Knochen steckte, fand offensiv kaum statt. Wirklich klare Torchancen konnten sich die Gäste über die gesamte Spielzeit praktisch nicht erspielen. Trainer Philipp Schmoldt machte nach der Begegnung keinen Hehl aus den schwierigen Voraussetzungen: „Wir sind heute personell extrem gebeutelt angereist, hatten praktisch keine Außenspieler und keinen richtigen Stürmer im Kader. Das hat man unserem Spiel nach vorn natürlich angemerkt.“ Stattdessen blieb Gardelegen die spielbestimmende Mannschaft. Daniel Stehr hätte kurz vor der Pause bereits erhöhen können, scheiterte jedoch mit einer guten Möglichkeit.
Nach dem Seitenwechsel verstärkte der SSV den Druck noch einmal deutlich. Vor allem David Scheinert sorgte immer wieder für Gefahr und ließ mehrere gute Chancen liegen. Der Torjäger scheiterte zunächst mehrfach aussichtsreich, ehe er in der 61. Minute doch noch belohnt wurde. Nach Vorarbeit seines Bruders Florian Scheinert traf er zum 2:0 und erzielte damit bereits seinen 28. Saisontreffer.
Spätestens mit diesem Tor war die Partie entschieden. Gardelegen kontrollierte das Spiel nun souverän, ließ Ball und Gegner laufen und wirkte jederzeit näher am dritten Treffer als Staßfurt am Anschluss. Die Gäste kämpften zwar aufopferungsvoll, konnten die spielerische Überlegenheit des SSV aber nicht mehr ernsthaft gefährden. „Jeder hat sich reingehauen, das war absolut positiv“, lobte Schmoldt trotz der Niederlage den Einsatz seiner personell gebeutelten Mannschaft, die unter anderem mit zwei A-Jugendlichen in der Startelf angetreten war.

Tom Krüger (links) und seine Mitspieler des SV 09 Staßfurt waren zu selten früher am Ball als die Spieler von Gardelegen.
Foto: Thomas Koepke
Originalbericht: Volksstimme vom 19.05.26