Fußball, Landesliga: Max Neumann glänzt mit seinem ersten Liga-Spiel zu null. Gegen Saxonia Tangermünde ist er einer der Garanten für den souveränen 2:0-Heimsieg des SV 09 Staßfurt.
VON TOBIAS ZSCHÄPE
STAßFURT. Die Landesliga-Fußballer des SV 09 Staßfurt konnten am Freitagabend sicherlich gut schlafen. Nicht nur, dass sie sich kurz zuvor im Heimspiel gegen Saxonia Tangermünde körperlich verausgabt hatten – auch das Ergebnis stimmte. Zumindest für eine Nacht standen die Staßfurter auf Platz zwei der Nord-Staffel. „Das fühlt sich gut an“, sagte Trainer Philipp Schmoldt nach dem 2:0 (1:0)-Heimerfolg seiner Mannschaft.
Großen Anteil am so wichtigen Sieg hatte Torhüter Max Neumann, der nach dem 3:0 im Sachsen-Anhalt-Pokal (ebenfalls gegen Tangermünde) nun in der Liga zum ersten Mal über 90 Minuten seinen Kasten sauber hielt. Zwar stand er auch beim 6:0-Erfolg über Baalberge Anfang November vergangenen Jahres zwischen den Pfosten, wurde damals aber nach 66 Minuten ausgewechselt. „Das hat einfach zur Trainingswoche gepasst. Da hat er super trainiert und hat sich heute sein erstes Ligaspiel zu null einfach erarbeitet“, lobte Schmoldt den 18-jährigen Schlussmann. Überhaupt hob er die Defensivleistung hervor. „Das war überragend, wie sich jeder reingeworfen hat“, fügte er an.
Von Beginn an lieferten sich beide Seiten ein ansehnliches Duell, liefen hoch an und wollten ihre spielerischen Qualitäten auf den Platz bringen. Das Plus an Ballbesitz lag zunächst aber bei den Gastgebern, die sich frühzeitig die ersten Torchancen erarbeiteten und sich auch schon nach einer Viertelstunde belohnen konnten: Robert Lampe brachte 09 mit einem Sonntagsschuss am Freitagabend in Führung. Willy Korte hatte ihm den Ball aufgelegt.
Weitere zwingende Chancen sollten sich in der Folge allerdings nicht ergeben, auch weil die Staßfurter vor der Pause fünf Minuten einstreuten, in denen sie „struggelten. Da sind wir es gegen den Ball nicht so gut angelaufen“, beobachtete Schmoldt. Defensiv stand seine Mannschaft unterdessen weiter sicher und ließ bis zur Pause nur eine nennenswerte Möglichkeit für Saxonia zu. Folglich gingen die Bodestädter mit einer guten Grundstimmung in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel kehrten die Gastgeber wieder mit leichten Vorteilen zurück auf den Platz. Dass 09 schon nach einer Stunde doppelt wechselte, war also keiner Notwendigkeit geschuldet, sondern ein Zeichen dafür, welches Vertrauen das Trainerteam in den kompletten Kader hat. „Wir können mit jedem Wechsel nachlegen. Die neuen Spieler machen uns eher besser als schlechter“, lobte Schmoldt. „Das spricht für die Qualität unserer Einwechselspieler.“
Das unterstrich auch der kurz darauf folgende zweite Treffer nach einem erfolgreich abgeschlossenen Konterspielzug. Lampe legte diesmal für den zweiten Staßfurter Torjäger vom Dienst, Victor-Ramon Roldán-Arias, auf, der seinen elften Ligatreffer erzielte. Zu diesem Zeitpunkt spielte Staßfurt nach einer Roten Karte für einen Gästespieler bereits in Überzahl. „Das konnte ich von meiner Position aus nicht genau erkennen, ob es nun Rot war oder nicht“, wollte Schmoldt sich nicht weiter zu der Situation äußern.
Mit einem Mann mehr auf dem Platz kam es dann aber wie so oft: Mit dem Sieg vor Augen wurden die Staßfurter zeitweise zu fahrlässig, agierten zu offen und weniger strukturiert. So kamen die Gäste doch noch etwas häufiger vor das gegnerische Tor, ohne allerdings zum Erfolg zu kommen. 09-Keeper Max Neumann und seine Vorderleute hielten die Null. „Wir müssen die Konter noch ein bisschen besser ausfahren zum 3:0, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Wir lassen im ganzen Spiel vielleicht vier Torchancen des Gegners zu, damit können wir zufrieden sein“, lobte Schmoldt sein Team.

Matthias Lieder (rechts) und der SV 09 Staßfurt waren meist einen Schritt schneller als der Gegner.
Foto: Saskia Döhmann
Originaltext: Volksstimme vom 15.04.2026