Fußball, Landesliga: Staßfurt kontrolliert die Partie in Schönhausen lange, trifft aber nicht. Nach 0:2-Rückstand müssen die Gäste am Ende froh sein, überhaupt noch einen Punkt zu retten.
Von Tobias Zschäpe
Staßfurt. Wer nur die ersten 25 Minuten der Fußball-Landesliga-Partie zwischen dem SV Preußen Schönhausen und dem SV 09 Staßfurt gesehen hatte, wunderte sich beim späteren Blick in den Liveticker sicherlich, was auf dem Sportplatz des Aufsteigers anschließend passiert war. Eine knappe halbe Stunde haperte es bei den Gästen lediglich am Torabschluss, was sicherlich auch daran lag, dass Preußen-Keeper Phillip-Maximilian Möller einen Sahnetag erwischte. Ansonsten hatten die 09er das Spiel im Griff, waren das bestimmende Team und fanden gegen einen defensiv stehenden Konkurrenten immer wieder Lösungen.
Doch die mangelhafte Chancenverwertung sollte nach dem Seitenwechsel bestraft werden. Mit 2:0 lag der Neuling mit der zweitbesten Offensive der Landesliga zwischenzeitlich in Führung, bevor Staßfurt spät doch noch zum 2:2 (0:0)-Endstand ausgleichen konnte. Zufrieden konnten die auf Rang vier abgerutschten Gäste damit jedoch nicht sein.
Auch am Tag nach dem Remis suchte Staßfurts Trainer nach einer Erklärung dafür, dass der Spielverlauf zwischenzeitlich so auf den Kopf gestellt werden konnte. Dass Schönhausen nach einer halben Stunde überhaupt noch im Spiel war, lag lediglich an den Gästen. „Wir schießen einfach keine Tore“, hatte Schmoldt bis dahin lediglich einen Kritikpunkt.
Doch anschließend fand der SV Preußen deutlich besser ins Spiel, kam zu mehreren Ecken und brachte 09 damit zum Nachdenken. „Bei uns gehen die Köpfe runter, wir fangen an zu verzweifeln und halten uns nicht mehr an unseren Plan. Wir spielen dann zu schnell den Ball in die Spitze, ohne Vorbereitung oder Plan“, musste Schmoldt mit ansehen. Die Körpersprache seiner Spieler vermittelte genau das, wovor der Coach zuvor gewarnt hatte: Grübeln über andere Dinge als das eigene Spiel. Dabei war das zu diesem Zeitpunkt noch überhaupt nicht nötig, denn der SV 09 kam weiterhin zu Möglichkeiten.
Nach dem Seitenwechsel glitt den Staßfurtern die Partie dann aber tatsächlich aus den Händen. Gut möglich, dass es an der überlegenen Anfangsphase lag, aber als Schönhausen nach Wiederbeginn selbst zu Chancen kam, ließen die Gäste die nötige Ernsthaftigkeit gegen den Ball vermissen. Die gesamte Mannschaft schaffte es nicht mehr rechtzeitig, den Schalter in Sachen Zweikampfführung umzulegen, und kassierte so das Gegentor zum 0:1. „Wir dachten, glaube ich, das läuft schon irgendwie“, vermutete Schmoldt.
Statt nach dem Gegentor wieder zur alten Ordnung zurückzukehren, wurde die Staßfurter Spielweise anschließend vogelwild. „Wir wollten das unbedingt schnell drehen und kriegen stattdessen folgerichtig das 0:2. Das war in dem Moment auch absolut verdient“, gestand der 09-Trainer. Jedoch waren die Gäste in dieser Phase keineswegs chancenlos und konnten wenige Minuten später nur per Foulspiel gestoppt werden – Elfmeter. Diesen verwandelte Robert Lampe, bevor Maximilian Moye in der 80. Minute den Ausgleich erzielte.
In der Schlussphase hätte die Partie in beide Richtungen kippen können. „Wir haben zwei Großchancen, aber Schönhausen war nach einem Standard auch noch einmal richtig gefährlich“, erinnerte sich Schmoldt, der dem Gegner zudem Respekt zollte. „Wir lassen uns zwischenzeitlich ein bisschen zu sehr auf ihren Stil ein. Die wollten keinen Fußball spielen, hatten einfach vorne zwei richtig Gute drin und haben lange Bälle auf die beiden geschlagen. Aber man muss auch die Leistung des Gegners anerkennen. Mit einfachen Mitteln haben sie viel herausgeholt.“

Rico Hentrich (rechts) und der SV 09 Staßfurt nahmen einen Zähler mit in die Heimat.
Foto: Thomas Koepke
Originaltext Volksstimme vom 17.03.2026