Fußball, Landesliga: Der SV 09 Staßfurt ist nach drei Monaten erstmals wieder auf Naturrasen gefordert. Weshalb das Duell mit Preußen Schönhausen zu einer Einstellungsfrage wird.
Von Tobias Zschäpe
Schönhausen/Staßfurt. „Wann haben wir eigentlich das letzte Mal auf Rasen gespielt?“ Dieser Gedanke kam Philipp Schmoldt in den vergangenen Tagen ein ums andere Mal in den Sinn. „Ich glaube, das war irgendwann im November?“, vermutete er und lag damit fast richtig. Am 6. Dezember wurde in Thale tatsächlich auf Echtrasen gespielt. Seitdem war der Kunstrasen die Heimat der Landesliga-Fußballer aus Staßfurt, die am morgigen Sonnabend erstmals wieder auf das natürliche Grün zurückkehren werden. Um 14 Uhr ist Anpfiff beim SV Preußen Schönhausen.
„Wir haben ja erst im November gegeneinander gespielt, von daher weiß man schon, was auf uns zukommt“, blickt der Trainer des SV 09 voraus. Eine Mannschaft nämlich, die tiefer stehen und versuchen wird, über Umschaltmomente zum Erfolg zu kommen. „Wir werden den Ball sicherlich mehr haben“, fügt Schmoldt an.
Es ist eine Spielweise, die seiner Mannschaft bekanntlich entgegenkommt, wäre da nicht die Umstellung in Sachen Untergrund. „Für uns stellt sich die Frage: Wie kriegen wir es hin, diesen Wechsel von Kunstrasen auf Rasen anzunehmen. Dadurch wird das Spiel einfach nur eine Frage der Einstellung“, macht er keinen Hehl daraus, wie die Rollenverteilung zwischen dem Dritten und dem 14. aussieht.
„Wenn wir diese Umstellung annehmen, werden wir vorne trotzdem zu unseren Chancen kommen. Aber wir müssen unser Spiel sicherlich ein bisschen anpassen. Das Risiko minimieren, über die Außen kommen – und dann mit einer guten Box-Besetzung torgefährlich sein“, erklärt Schmoldt seinen Matchplan für die Auswärtsfahrt in die Altmark.
Von dort soll es mit drei Punkten im Gepäck wieder nach Hause gehen, „das ist unser klares Ziel“, betont Schmoldt. „Aber wenn wir die Einstellung dort nicht finden, am Rasen verzweifeln und uns mit anderen Sachen beschäftigen, dann wird es sehr, sehr schwer, dort Punkte mitzunehmen.“
„Wenn wir am Rasen verzweifeln, wird es sehr schwer, dort Punkte mitzunehmen.“
Philipp Schmoldt, Trainer SV 09 Staßfurt
Schaffen es die Bodestädter hingegen, defensiv sicher zu stehen, wäre das bereits die halbe Miete. Immerhin stellen die Preußen die bislang ungefährlichste Offensive der Liga, trafen in 16 Partien erst 19 Mal. Zumindest aber auch einmal im Hinspiel in Staßfurt. Die 09er sind also gewarnt. Technische Unsauberkeiten mit dem Ball, wie sie Schmoldt beim letzten Aufeinandertreffen beider Teams im November vergangenen Jahres beobachtet hatte, darf sich Staßfurt diesmal nicht leisten, will man den Gastgeber nicht zum Toreschießen einladen.
Damals wie heute gehen die 09er mit einer deutlichen Pleite im Rücken in das Duell mit Schönhausen. Zumindest war diesmal durch den Ausfall vom Freitagabend vor einer Woche aber etwas länger Zeit, um sich von dieser zu erholen. Das abgesagte Match gegen den Ummendorfer SV wurde übrigens inzwischen für Mittwoch, den 13. Mai (19 Uhr) neu angesetzt.

Thorben Zöger (rechts) und seine Mitspieler des SV 09 Staßfurt setzen auf Umschaltmomente als Erfolgsrezept.
Foto: Christian Bartaune
Originaltext Volksstimme vom 13.03.2026