In Halle verliert der SV 09 Staßfurt knapp, obwohl die Gäste die Partie zwischenzeitlich drehen. Rico Hentrich überzeugt im einzigen Test, muss zum Restart aber noch eine Sperre absitzen.
Von Tobias Zschäpe
Halle/Staßfurt. Was trotz Kaltstart möglich ist, hat Rico Hentrich am Wochenende im letzten Testspiel seines SV 09 Staßfurt bei Süd-Landesligist Turbine Halle eindrucksvoll gezeigt. Sein Trainer Philipp Schmoldt lobte ihn nach Abpfiff dafür, „wie er das Spiel an sich reißt“. Seine zwei Treffer brachten die Staßfurter nach dem Anschlusstor von Lukas Lorenz zwischenzeitlich mit 3:2 in Führung – und auch wenn es am Ende nicht zu einem Sieg reichte, zeigte sich Schmoldt mit der Generalprobe vor dem Rückrundenstart kommenden Freitag zufrieden. „Das ging völlig in Ordnung, zumal wir auch nochmal den Ausgleich machen können“, gab er nach der 3:4 (0:2)-Niederlage gegen die Hallenser zu Protokoll.
Im ersten Pflichtspiel des neuen Jahres wird Hentrich nicht auf dem Platz stehen. „Nachdem er so ein überragendes Testspiel gemacht hat, ist es bitter, dass er noch seine Sperre absitzt“, erinnerte Schmoldt an die Rote Karte für Hentrich aus dem Derby gegen Union Schönebeck.
Auf dem „Felsen“, wie der Turbine-Sportplatz auf Grund seiner Nähe zum Heinrich-Heine-Felsen am Saaleufer genannt wird, erwischten die Hausherren den besseren Start. Eric Gröger (23.) und Waldemar Ermolaev (40.) brachten Halle vor der Pause in Führung.
Für Schmoldt kam der Fehlstart wenig überraschend, wie er nach Abpfiff erklärte. „So ist das halt, nach zwei Monaten ohne Spiel. Da hatten wir schon Probleme, Lösungen zu finden gegen eine Mannschaft, die uns extrem angelaufen ist“, hatte er beobachtet.
Doch nach dem Seitenwechsel kamen die Staßfurter wie eingangs erwähnt stark verbessert aus der Kabine zurück. Binnen sieben Minuten konnte 09 die Partie drehen und selbst in Führung gehen. „Wir hatten das Spiel auf unserer Seite“, so Schmidt, der den ersten und einzigen Test der Winterpause aber verständlicherweise nutzen wollte, um das eine oder andere auszuprobieren.
Folglich stellten die Gäste ab der 70. Minute noch einmal um, wechselten durch, so dass die Ordnung in der Schlussphase verloren ging. Turbine ließ sich nicht lange bitten und nutzte die Unsortiertheit der Gegenseite zu zwei weiteren Toren von Emilio Müller (79.) und Yonathan Engel (84.). Zumindest der Ausgleich war in der Schlussphase noch drin für Staßfurt, „aber es sollte nicht sein“, brachte es Schmoldt auf den Punkt.
„Ich denke, es war ein guter, interessanter und aufschlussreicher Test. Ein Fazit nach der sehr schwierigen Vorbereitung zu ziehen, fällt aber sehr schwer. Wir haben gesehen, was wir können und vor allem auch, dass die Fitness passt. Da haben viele wirklich auch selbstständig für sich gearbeitet und in den Hallentrainings gut mitgezogen. Fußballspezifisch waren es letztlich nur zwei Trainingseinheiten und ein Spiel. Das ist sehr, sehr wenig, um irgendwelche Schlüsse zu ziehen“, merkt Staßfurts Trainer an.
„Es waren zwei Einheiten und ein Spiel. Das ist sehr, sehr wenig“.
Philipp Schmoldt, Trainer SV 09 Staßfurt
Nun geht der Blick auf die letzte Trainingswoche vor dem Spiel gegen Ilsenburg. In dieser sind tagsüber Temperaturen um den Nullpunkt angesagt, nachts aber deutlich im Minusbereich. Die Zuschauer sollten sich also dick anziehen, wenn sie am Freitag unter Flutlicht dabei sein wollen.
Als Zielstellung wiederholte Schmoldt seine Vorgabe aus der vergangenen Woche. „Es wird darum gehen, die Mentalität auf den Platz zu bringen, dass wir das Spiel unbedingt gewinnen wollen, dann kriegen wir es hin“, so der Coach.

Max Dittwe (Mitte) und der SV 09 Staßfurt standen in Halle zum ersten und einzigen Mal in der Vorbereitung auf dem Platz.
Foto: Thomas Koepke
Originalbericht: Volksstimme vom 18.02.2026