Lukas Lorenz erzielt bei seinem ersten Landesliga-Einsatz für den SV 09 Staßfurt ein Tor und ebnet den Weg zum 3:0-Erfolg gegen Grün-Weiß Ilsenburg. Den Gästen fehlt der Killerinstinkt.
Von Tobias Zschäpe
Staßfurt/PAW. Seit Saisonbeginn trainiert A-Junior Lukas Lorenz bei der ersten Männermannschaft des SV 09 Staßfurt mit, seit seinem 17. Geburtstag am 17. Dezember 2025 ist er nun auch offiziell spielberechtigt. „Endlich“, wie Trainer Philipp Schmoldt sagt. Was er damit meint, stellte der Youngster in den vergangenen Wochen eindrucksvoll unter Beweis – nicht nur unter dem Hallendach, sondern auch beim Test gegen Turbine Halle. Er strahlt als Mittelfeldspieler eine große Torgefahr aus. „Und dabei hat er diesmal auf einer für ihn neuen Position gespielt“, so Schmoldt weiter.
Beim Landesliga-Rückrundenauftakt seiner Mannschaft gegen Grün-Weiß Ilsenburg wurde Lorenz mit seinem Treffer zum 1:0 kurz vor der Pause zum Wegbereiter des späteren 3:0-Erfolgs, auch wenn die knapp 100 Zuschauer lange auf weitere Tore warten mussten.
Den von vielen Trainern erwarteten Kaltstart nahm vor allem Wettergott Petrus wörtlich. Bei Temperaturen um den Nullpunkt brauchten beide Teams einige Minuten, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Dann war allerdings auf beiden Seiten Tempo in der Partie. „Wir wussten, dass Staßfurt sicherlich nicht passiv agieren und versuchen wird, uns zu überlaufen“, schätzte FSV-Trainer Jörg Treziak die Spielweise der Hausherren ein – und sollte damit Recht behalten. Gerade über die Außen sorgte 09 für Gefahr.
Disziplinierte Defensivarbeit
Mit einer disziplinierten Defensivarbeit stemmten sich die Gäste aus dem Harz dagegen und kamen hin und wieder zu Ballgewinnen, die in Umschaltsituationen mündeten. Torchancen blieben vor der Pause allerdings rar. Mit einer Ausnahme in der 38. Minute, als Jonas Schulz einen Freistoß mit dem Fuß auf die linke Staßfurter Angriffsseite beförderte, von wo Victor-Ramon Roldán-Arias zunächst noch an FSV-Keeper Ben Hartmann scheiterte, Debütant Lorenz aber den Nachschuss verwandelte.
Den Kopf in den Sand stecken wollte bei Grün-Weiß zur Pause jedoch niemand. „Wir haben uns gesagt, dass wir alle Möglichkeiten haben, wenn wir so weiter agieren“, erinnert sich Treziak an die Kabinenansprache. Und tatsächlich hatten die Ilsenburger zumindest in Sachen Ballbesitz nach der Pause nun ihrerseits Vorteile. „Leider hat uns gerade im letzten Drittel die richtige Entscheidung und das nötige Selbstvertrauen gefehlt, was uns um den Lohn gebracht hat“, beobachtete Treziak.
So blieb es zunächst bei der knappen Staßfurter Führung. „Wir haben den Ballbesitz abgegeben, aber ohne dass etwas Gefährliches passiert ist. Ilsenburg hatte über die kompletten 90 Minuten eine Torchance nach einer Ecke“, ordnete sein Gegenüber den Spielverlauf ein. „Wir können die Konter ab der zweiten Halbzeit schon besser ausspielen, was wir nicht machen. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir vier Trainingseinheiten und zwei Spiele als Vorbereitung hatten. Das ist Meckern auf hohem Niveau“, so Schmoldt weiter.
Zwei Konter sitzen
In der Schlussphase versuchte es der Gast dann noch mit einer taktischen Umstellung auf eine Dreierkette, schickte einen Innenverteidiger mit nach vorn – doch das sollte nach hinten losgehen. Zwei Konter nutzte der SV 09 doch noch zu weiteren Treffern durch Roldán-Arias und den eingewechselten Willy Ben Korte. „Wir wollten unbedingt noch einen Punkt mitnehmen. Wenn wir da nicht aufmachen, fällt das Ergebnis sicherlich nicht in der Höhe aus“, wusste Treziak den Endstand richtig einzuschätzen.
Auf der Gegenseite steigerte der Heimsieg unterdessen die Vorfreude auf das Topspiel gegen Tabellenführer Ottersleben am kommenden Sonnabend.

Janek Telge (links) und der SV 09 Staßfurt setzten sich am Ende deutlich gegen Yannic Kunzel und den FSV Grün-Weiß Ilsenburg durch.
Foto: Tobias Zschäpe
Originaltext: Volksstimme vom 24.02.2026