Mit Köpfchen und Fairplay liefern sich die Teams beim 5. Sport 2000 Koppius Wintercup spannende Duelle und sammeln über 6000 Euro Spenden für gemeinnützige Initiativen.
Von Tobias Zschäpe
Staßfurt/PAW. Beim „Club der Denker“ war der Name Programm: Egal, ob dem gegnerischen Torwart der Ball vor der Nase weg und ins Tor geköpft wurde oder ob das runde Leder selbst im Sitzen per Kopf zum Nebenmann befördert wurde – die Mannschaft spielte beim 5. Sport 2000 Koppius Wintercup mit Köpfchen. Und das erfolgreich, immerhin ging es bis ins Halbfinale, wo man sich erst dem späteren Sieger, Gastgeber Sportfreunde Wadentest, geschlagen geben musste.
Nicht nur deshalb freute sich „Wadentester-Chef“ Timo Sensel über ein abermals sehr gelungenes Event. „Seit 2016 haben wir endlich mal wieder gewonnen“, lacht er. Abgesehen davon war er mit den gesammelten Spenden, die wieder an regionale Projekte und Vereine gehen, sehr zufrieden. „Insgesamt sind 6100 Euro zusammengekommen“, hatte er einen Tag später bereits freudig ausgezählt.
Ehrenanstoß durch Wolfgang Koppius
Die meisten anderen Teams versuchten es im Gegensatz zum „Club der Denker“ unterdessen eher mit dem Ball am Fuß – und stellten dabei ebenfalls ihr Können unter Beweis. Das begann schon beim Ehrenanstoß durch Wolfgang Koppius, den früheren Geschäftsführer von Namensgeber Sport 2000 Koppius. „Er sieht es sehr gerne, dass die Arbeit für den guten Zweck weitergeht“, weiß Sensel.
Dieser stand neben dem sportlichen Wettkampf zum Start des neuen Jahres in der Salzland-Sporthalle natürlich wieder im Vordergrund. Von elf bis 18 Uhr konnte gespendet werden, und auch die siegreichen Teams verzichteten in diesem Jahr auf ihr Preisgeld. Stattdessen suchte sich jede Mannschaft ein gemeinnütziges Projekt aus, an das im Erfolgsfall ein vom Gastgeber gestellter Betrag gehen würde: 300 Euro für das Projekt des Siegers, 200 Euro für Platz zwei und 100 Euro für den Dritten.
„Damit konnten die Teilnehmer auch auf gemeinnützige Projekte aufmerksam machen, die vielleicht noch nicht jedem bekannt sind“.
Timo Sensel, Sportfreunde Wadentest
„Damit konnten die Teilnehmer auch auf gemeinnützige Projekte aufmerksam machen, die vielleicht noch nicht jedem bekannt sind“, erklärte Sensel den Gedanken dahinter. Wie es der Zufall wollte, erreichte neben den „Wadentestern“ „Hempels Traumelf“ das Endspiel – und damit die beiden Teams, die für den Verein „Fontanherzen“ und die Mitteldeutsche Kinderkrebsforschung spielten. Die beiden Projekte, die ohnehin hauptsächlich vom diesjährigen Wintercup profitieren sollten. Zusammen mit den weiteren Spenden erhielten beide jeweils 2500 Euro von der Gesamtsumme.
Nicht unbedingt ein Begriff dürfte manchem hingegen der Verein „Mission zweite Chance für Hunde“ gewesen sein, für den der „Club der Denker“ antrat. Dieser hat seinen Sitz im Harz und gibt Hunden aus schwierigen Situationen – ob von überforderten Haltern abgegeben oder misshandelt – die Chance auf ein neues, besseres Leben.
Wie sehr der Gedanke, Gutes zu tun, in der Region verankert ist, zeigte sich am 3. Januar auch dadurch, dass selbst Vereine und Teams, die nicht dabei sein konnten, spendeten. Beispielsweise der ortsansässige SV 09 Staßfurt oder die Mannschaft von „Udinese Calcium“, die in diesem Jahr nicht dabei sein konnte, aber dennoch 140 Euro überreichte. Weitere Teile der gesammelten Spenden gehen zudem an den Jugend- und Freizeittreff Glashaus Staßfurt (500 Euro) und die Kita „Neustädter See„, für die Bücher von „ElbeHai – Kai“ besorgt wurden.
Gekickt wurde natürlich auch noch. Nach der Gruppenphase, die der „Club der Denker“ und „Torschusspanik“ jeweils als Erste beendeten, ging es für die vier besten Teams beider Staffeln mit den Viertelfinals weiter. Und zwar gleich dreimal mit einem Entscheidungsschießen. Nur der „FC Kopinnacken“ setzte sich in der regulären Spielzeit gegen die „Sport Koppius Allstars“ durch, die kurzfristig den „FC Bauschaum“ ersetzt hatten.
Dadurch schien jedoch im anschließenden Halbfinale gegen „Hempels Traumelf“ die Übung vom Punkt zu fehlen, denn man unterlag mit 3:4 n. E., während sich die „Sportfreunde Wadentest“ mit 3:1 gegen den „Club der Denker“ durchsetzten. Auch im kleinen Finale zog der FCK anschließend den Kürzeren, während die Gastgeber kurz vor 18 Uhr erstmals seit gut neun Jahren bei ihrem eigenen Turnier in die Erfolgsspur zurückfanden. Die Schiedsrichter Henry Schmidt, Neo Miguel Ninschkewitz und Maik Binnebösel hatten mit der Leitung der Partien keine Probleme.
Kinder kommentieren Spiele im Livestream
Wer den diesjährigen Wintercup nicht live in der Salzland-Sporthalle verfolgen konnte, hatte diesmal übrigens neben kurzen Livestreams auf Instagram auch die Chance, den Budenzauber auf Twitch zu verfolgen. Diese Möglichkeit nutzten offenbar einige, denn in der Endauswertung zeigte die Plattform 537 „eindeutige“, also verschiedene Zuschauer an.
„Wir wissen natürlich nicht, wie lange jeder da war, aber das ist schon eine coole Zahl. Die Kids von uns Wadentestern haben die Spiele durchgängig kommentiert und hatten dabei viel Spaß“, blickte Sensel zurück. Ein eindeutiges Zeichen also, genau so weiterzumachen. 90 Mitglieder zählen die Sportfreunde Wadentest inzwischen und können seit der offiziellen Vereinsgründung auf bereits über 25.000 Euro an gesammelten Spenden verweisen. Das und noch vieles mehr erfahren Interessierte nun auch auf der überarbeiteten Internetseite unter www.sportfreunde-wadentest.de.

Die Sportfreunde Wadentest können auf ein gelungenes Turnier zurückblicken und zählen inzwischen 90 Mitglieder. Foto: Verein

Victor-Ramon Roldán-Arias (rechts) und die Sportfreunde Wadentest sicherten sich den Turniersieg zum Start in das neue Sportjahr. Foto: Tobias Zschäpe.

Für die Besucher gab es unter anderem ein Trikot von Florian Krüger zu gewinnen. Foto: Verein
Originaltext: Volksstimme vom 07.01.2026