
Fußball, Landesliga: Nach holprigem Start haben sich die Staßfurter in der Spitzengruppe etabliert und gehören zu den Teams, die noch um Platz eins kämpfen.
Von Michael Jacobs
Sachsen-Anhalt/PAW. Die Hinrunde der Fußball-Landesliga Nord hat gehalten, was sie bereits im Vorfeld versprochen hat: Einen spannenden Kampf um die Spitzenplätze. Nach 15 Spieltagen führt der SSV 80 Gardelegen zur Winterpause das Klassement an – dicht gefolgt von gleich mehreren ambitionierten Verfolgern. Ein Team steigt am Saisonende in die Verbandsliga auf, und schon zur Halbzeit ist klar: Das Rennen um Platz eins bleibt vermutlich bis zum Schluss offen.
Als Spitzenteam etabliert
Verbandsliga-Absteiger Gardelegen wird seiner Favoritenrolle bislang gerecht. Mit 36 Punkten und einem der besten Torverhältnisse der Liga (48:18) haben die Altmärker eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie den schmerzlichen Abstieg gut verkraftet haben. Besonders die Heimstärke ist ein Faustpfand. Trainer Nathanael Hopperdietzel zieht ein rundum positives Zwischenfazit: „Wir stehen nach der Hälfte der Saison auf einem starken Tabellenplatz eins und konnten uns als echte Spitzenmannschaft etablieren.“ Dass Gardelegen zusätzlich im Halbfinale des Landespokals steht, unterstreicht die erfolgreiche Hinrunde des SSV.
Direkt dahinter lauert der VfB Ottersleben. Mit 34 Punkten und der besten Auswärtsbilanz der Liga sind die Magdeburger ein ernstzunehmender Aufstiegsanwärter. 27 Treffer in neun Auswärtsspielen sprechen eine klare Sprache. Ottersleben überzeugt vor allem durch Konstanz und Effizienz – Eigenschaften, die im engen Aufstiegsrennen entscheidend sein können.
Platz drei belegt mit dem SV 09 Staßfurt der zweite Absteiger aus der Verbandsliga. Der Start verlief für die Bodestädter holprig, doch das Team fand zunehmend zusammen. Trainer Philipp Schmoldt freut besonders die starke Entwicklung zuletzt: „In den letzten neun Spielen haben wir 24 Punkte geholt, damit können wir mehr als zufrieden sein.“ Mit 45:25 Toren und 32 Punkten ist Staßfurt voll im Aufstiegsgeschäft dabei.
Der Oscherslebener SC ist indes die große positive Überraschung der Hinserie. Als Aufsteiger aus der Landesklasse mischt der OSC munter im Aufstiegsrennen mit und führt sogar die Heimtabelle an. Trotz schwerer Verletzungen zu Saisonbeginn zeigte die Mannschaft bemerkenswerte Geschlossenheit.
Trainer Tobias Friebertshäuser lobt den Charakter seines Teams: „Wir hatten wirklich eine sehr schöne und erfolgreiche Hinrunde. Zum Beginn der Hinrunde hatte es uns hart getroffen. Unser Stammtorhüter Alexis Lenhard verletzte sich vorm Start der Landesligarunde schwer und am 2. Spieltag Mykola Rus, unser Wirbelwind. Aber die Truppe zeigte dann klar ihr Gesicht und jeder machte noch einen Schritt mehr. Jeder einzelne Spieler machte seine Sache gut und stellte sich in den Dienst der Truppe.“ Platz vier mit 31 Punkten ist der verdiente Lohn für den OSC.
Auf Rang fünf folgt Union Schönebeck, das mit 24 Punkten hinter den eigenen Erwartungen zurückbleibt. Trainer André Hoof bringt es auf den Punkt: „Mit dem Abschneiden der Hinrunde sind wir nicht zufrieden. Unser Anspruch war es, in der Spitzengruppe der Landesliga eine wichtige Rolle zu spielen. Dafür waren wir in den vergangenen Monaten jedoch nicht konstant genug.“ Vor allem die fehlende Kontinuität verhinderte bislang eine bessere Platzierung, obwohl das Potenzial im Kader unbestritten vorhanden ist.
Der Ummendorfer SV belegt aktuell Rang sechs, hat jedoch noch zwei Nachholspiele in der Hinterhand. Sollten beide gewonnen werden, könnte auch der USV noch einmal ernsthaft nach oben schielen. Falls nicht, findet der Aufstiegskampf ohne die Mannschaft von Trainer Tino Leßmann statt.
Gesichertes Mittelfeld
Dahinter haben sich der Osterburger FC, Saxonia Tangermünde und Grün-Weiß Ilsenburg im gesicherten Mittelfeld eingerichtet. Diese Teams werden den Anschluss nach ganz vorne wohl nicht mehr herstellen können, dürften bei weiterhin konstanten Leistungen aber auch nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben.
4,1
TORE fielen bisher durchschnittlich pro Spiel. Die torgefährlichsten Mannschaften sind der VfB Ottersleben und Union Schönebeck mit 52 Toren.
105
ZUSCHAUER besuchten im Durchschnitt die Partien der Liga. Die meisten Fans konnten bisher die beiden Aufsteiger aus Schönhausen und Oschersleben begrüßen.
3,34
GELBE KARTEN zeigten die Unparteiischen der Landesliga Nord in der Hinrunde im Durchschnitt pro Partie. Zudem sahen insgesamt 20 Spieler die Gelb-Rote Karte. 17 Mal entschied der Referee auf glatt Rot.

Victor-Ramon Roldán-Arias (in Rot) belegt mit dem SV 09 Staßfurt den dritten Tabellenplatz.
Foto: Christian Bartaune
Originaltext: Volksstimme vom 15.01.2026