Fußball, Verbandsliga: Emotionslose Staßfurter gehen beim Auswärtsspiel in Dessau unter.
Wie schwer das Verbandsliga-Auswärtsspiel des SV 09 Staßfurt beim SV Dessau 05 werden würde, war nicht nur durch die Tabellensituation allen bewusst. Auch personell sieht es aktuell wieder äußerst dünn bei den Bodestädtern aus. Zahlreiche Spieler aus dem Kader sind verletzt oder angeschlagen, hinzu kamen in Dessau drei gelbgesperrte Akteure mit Laurenz Hoffmann, Florian Schmidt-Daul und Maurice Hertel
Nichts davon wollte Staßfurts Trainer Philipp Schmoldt anschließend aber als Ausrede gelten lassen, denn er hatte einen anderen Grund für die höchste Saisonpleite (0:6) ausgemacht. „Das entschuldigt alles nicht die Einstellung. Das war – so kann man es, denke ich, sagen – beschämend“, nahm er kein Blatt vor den Mund. „Keine Lauf- und Einsatzbereitschaft, keine Emotionen. So darfst du auch in der Kreisliga in kein Spiel gehen“, fügte er an.
Die Gastgeber nutzten das schnell aus und lagen dank zwei frühen Toren nach einer Viertelstunde bereits mit 2:0 in Führung. Nach dem dritten Tor (25.) erhöhte Dessau kurz vor dem Pausenpfiff gar noch auf 4:0, damit war eine Vorentscheidung gefallen.
Dass die Personalsituation keine Ausrede aber durchaus ein Grund für die aktuelle Situation ist, zeigte ein Blick auf die Staßfurter Bank. Neben Noel Maurice Weirauch aus der zweiten Mannschaft stand diesmal auch Schmoldt selbst als Wechselspieler im Protokoll. Und das nicht etwa nur, um dieses aufzufüllen. Nachdem Weirauch bereits zur Pause für Louis Stollberg gekommen war, kam auch der Trainer später auf 15 Einsatzminuten. Damit war das Wechselkontingent erschöpft.
In den zweiten 45 Minuten wurde der Wille beim SV 09 „besser, aber immer noch nicht gut“, beobachtete Schmoldt. Die beiden weiteren Tore (69., 74.), die nach dem Seitenwechsel fallen sollten, musste somit dennoch 09-Schlussmann Alexander Probst aus dem Netz fischen.
„Wir können uns nur bei unseren Fans entschuldigen, die eine Stunde fahren, um sich so ein Spiel anschauen zu müssen. Hoffentlich kommen sie am Freitag wieder“, merkte der hörbar enttäuschte Staßfurter Trainer an. Dann geht es für das Schlusslicht zu Hause ab 19 Uhr gegen Blau-Weiß Dölau weiter. Schmoldt hofft auf ein anderes Gesicht seines Teams. „Es geht nicht nur um das Ergebnis, sondern um das ,Wie’. Mit der Leistung haben wir gegen kein Team auf Landesebene eine Chance.“
Originaltext Tobias Zschäpe: https://www.volksstimme.de/lokalsport/stassfurt vom 02.04.2025