Fußball, Verbandsliga: SV 09 ist am Wochenende spielfrei und kann sich deshalb gewissenhaft auf die anstehende Partie am Dienstagabend in Köthen vorbereiten.
Philipp Schmoldt hätte gerne darauf verzichtet, Recht zu haben. Mit einem müden Lächeln quittierte der Trainer von Fußball-Verbandsliga-Schlusslicht SV 09 Staßfurt die Aussage, dass er mit seiner Aussage, Bruno Weick sei beim VfB Sangerhausen ein Unterschiedsspieler, ins Schwarze getroffen habe. Mit einem lupenreinen Hattrick binnen zwölf Minuten drehte Weick die Staßfurter 2:1-Führung in einen 2:4-Rückstand. Und das, obwohl die Gastgeber den Torjäger die meiste Zeit im Griff hatten.
Von den anfänglichen Schwierigkeiten, in die Partie zu finden, erholte sich Staßfurt nach einer Viertelstunde sichtlich und kam zu immer zwingenderen Chancen. „Nach der Pause waren die Probleme normal, aber dann stehen wir hinten sehr gut und spielen auch stark nach vorne – bis zum Abschluss“, musste Schmoldt mit ansehen, warum seine Mannschaft – ebenso wie der VfB – vor der Pause torlos blieb. „Eigentlich müssen wir zur Halbzeit 3:0 führen.“
Chancenwucher wird bestraft
Es ist ein altbekanntes Problem, welches die Staßfurter bereits seit der Landesliga verfolgt. „Wenn wir dort 20 Chancen hatten und drei reingemacht haben, hat das gereicht. In der Verbandsliga kriegst du aber zehn weniger und wenn du davon nur eine nutzt, wird das bestraft“, wissen Schmoldt und die Staßfurter nicht erst seit dem Wochenende. Gegen den VfB war es in der 52. Minute soweit. Einen Freistoß aus der Distanz konnte Kevin Schäffner im Strafraum annehmen und traf aus der Drehung zum 0:1. Doch die Gastgeber bewiesen Moral, ließen die Köpfe nicht hängen und drehten den Spielstand. Zunächst glich Florian Schmidt-Daul aus, bevor Amon van Linthout auf 2:1 stellte.
Kurze Freude über Tore
Die Freude darüber hielt aber nicht lange an. „Wir hatten nochmal ein Hoch, aber das hielt nur fünf Minuten“, ärgerte sich Schmoldt. Denn im Anschluss begann der große Auftritt von VfB-Angreifer Weick. Dieser brauchte für seine drei Treffer diesmal keinen Sahnetag, sondern profitierte einmal mehr von individuellen Fehlern der Staßfurter. „Das bezieht sich nicht nur auf unsere Kette, sondern fängt schon vorne an“, so Schmoldt, der sich besonders über einen Kopfballtreffer des kleingewachsenen Weick ärgerte. „Das darf so in der Liga nicht passieren. Wir müssen jetzt im Training ansprechen, was schief gelaufen ist, aber vor allem das Positive mitnehmen, dass man wieder einmal gesehen hat, dass wir mithalten können. Nur kaufen können wir uns von einem guten Spiel am Ende nichts, wenn wir verlieren.“
Es bleibt dabei, dass den Bodestädtern immer wieder insbesondere zwei Punkte das Genick brechen. Zum einen die angesprochenen individuellen Fehler im Rückwärtsgang, zum anderen die mangelnde Chancenverwertung. „Der Aufwand, den wir im Vergleich zu anderen Mannschaften für unsere Tore betreiben müssen, passt nicht“, muss Schmoldt zähneknirschend gestehen.
Das Zähneknirschen wird für Schmoldt und sein Team an diesem Wochenende auf jeden Fall ausbleiben. Die Staßfurter sind spielfrei und haben somit ein paar Tage mehr Zeit, sich auf die nächste Partie vorzubereiten. Diese steigt bereits am kommenden Dienstag um 18.30 Uhr. Dann gastiert der SV 09 zum Nachholspiel beim CFC Germania in Köthen.

Im Hinspiel schenkten sich Maximilian Moye (SV 09 Staßfurt/links) und Steven Kürschner (CFC Germania) nichts. Am kommenden Dienstag steht in Köthen das Rückspiel an.
Originaltext Tobias Zschäpe: https://www.volksstimme.de/lokalsport/stassfurt vom 07.03.2025
Archivfoto: Sven Brückner