Trotz einer deutlichen Leistungssteigerung inklusive frühem Anschlusstor steht das Schlusslicht auch in Merseburg am Ende mit leeren Händen da.
Die Verzweiflung stand den Verantwortlichen des SV 09 Staßfurt ins Gesicht geschrieben. Als Maso Erovic in der vierten Minute der Nachspielzeit zum 3:1 (2:0)-Endstand für den VfB Merseburg traf war endgültig klar, dass es auch diesmal keine Verbandsliga-Punkte für die Bodestädter geben würde.
Spielplan geht diesmal nicht auf
Die Möglichkeit dazu war nach der Pause allemal da, doch es bleibt dabei, dass die Chancenverwertung der 09er nicht Verbandsligatauglich ist. Das begann bereits frühzeitig in der Partie. „Schon in den ersten Minuten sind wir zweimal durch, machen aber nicht das 0:1“, ärgerte sich Staßfurts Trainer Marcus Brüggemann nach Abpfiff.
Stattdessen zappelte der Ball wenig später auf der Gegenseite im Netz. „Wir haben wieder mit der Formation aus der Vorwoche angefangen, das hat aber diesmal nicht so gut geklappt, wie gegen Stendal“, musste Brüggemann nach dem 1:0 von Tom Bierschenk (10.) gestehen. Und auch beim 2:0 durch Stanley Agwu sah das Defensivverhalten der Gäste nicht gut aus.
Anderes Gesicht gezeigt
So sah es beim Gang in die Kabinen nach einer klaren Angelegenheit und einer Vorentscheidung in Richtung Saisonpleite Nummer 15 für den SV 09 Staßfurt aus. Doch während der Pause hatte das Trainerteam wohl die richtigen Worte gefunden, denn die Bodestädter kamen wie ausgewechselt auf den Kunstrasenplatz am Ulmenweg zurück. „Es war bei mir schon als Spieler so, dass ich jedes Spiel gewinnen wollte, egal ob ich Erster, Zweiter oder Letzter bin“, hatte insbesondere Brüggemann seinen Spielern die richtige Einstellung für Hälfte zwei eingeimpft.
Direkt mit der ersten Aktion nach Wiederanpfiff stellte Laurenz Hoffmann auf Vorlage von Max Dittwe den Anschluss wieder her. Genug Zeit also, um doch noch etwas Zählbares aus der Domstadt mitzunehmen. Und die Staßfurter zeigten, dass sie das auch wollten, agierten viel zielstrebiger in Richtung VfB-Tor als noch zuvor. „Halbzeit zwei haben wir bestimmt“, lobte Brüggemann.
Der Einsatz stimmt
Doch der Ball wollte – wie so oft im Saisonverlauf – nicht mehr über die Linie, trotz hochkarätiger Chancen. Entweder fehlte das Zielwasser, oder der im Winter nach Merseburg gewechselte Torhüter Tatsunosuke Yamamoto konnte parieren. Selbst eine direkt aufs Tor gedrehte Ecke (73.) konnte sich Robert Lampe nicht verkneifen. Ein Zeichen, dass sich die Staßfurter trotz der aussichtslosen Tabellensituation nicht aufgegeben hatten. Der Ball landete jedoch auf der Querlatte.
Mit Wechseln hielt sich das 09-Trainerteam lange zurück, was auch an den überschaubaren Optionen lag. Louis Stollberg kam zur Pause, Noel Maurice Weirauch und Lucas Ullrich – die sonst in der Zweiten kicken – in der Schlussphase. „Großen Respekt vor allem an Noel, der zum Sonntagnachmittag eine Stunde mit dem Auto nach Merseburg kommt, um dann direkt nach Brandenburg zu fahren“, lobte Brüggemann. Am fehlenden Einsatz lag es nicht, dass das zweite Tor nicht fiel.
Enttäuschender Restart
Doch selbst wenn es gefallen wäre, ist fraglich, ob es am weiteren Saisonverlauf etwas verändert hätte. „Mit dem Punkt gegen Köthen wurde der Rückstand einen Zähler kleiner, jetzt wieder einen größer. Einen wirklichen Unterschied macht das in unserer Situation nicht aus. Wir können uns hinstellen und sagen, dass wir wieder Chancen hatten. Da sie aber nicht reingehen, stehen wir unten in der Tabelle“, zeigte sich Brüggemann realistisch.
Besonders ärgert ihn rückblickend, wie der Start der zweiten Halbserie – auch abseits der Ergebnisse – verlaufen ist. „Gegen Gardelegen und Köthen hatten wir uns etwas ausgerechnet, das hätte dann vielleicht nochmal für etwas Aufwind gesorgt. Und dann hätte ein Punkt heute vielleicht auch etwas gebracht“, so Brüggemann. Doch nachdem das Duell mit Gardelegen verlegt wurde und es in Köthen nur zu einem Zähler reichte, standen die Staßfurter nach dem Erovic-Treffer zum 3:1 am Ende gänzlich mit leeren Händen da.

Nur einmal konnten die Staßfurter um Kapitän Matthias Lieder (beim Schuss) die Merseburger Defensive überwinden.
Originalonlinetext Tobias Zschäpe: https://www.volksstimme.de/lokalsport/stassfurt vom 23.03.2025
Foto: Tobias Zschäpe