Hallenfußball: Der SV 09 Staßfurt revanchiert sich im Finale des 2. Stadtwerke-Cups für Vorrundenpleite gegen Grün-Weiß Ilsenburg. 500 Euro Spendengeld gesammelt.
Von Tobias Zschäpe
Staßfurt. Als die Uhr in der Salzland-Sporthalle bereits einige Minuten nach 13 Uhr anzeigte und sich die Mannschaften dennoch weiter erwärmten, wurde der eine oder andere Zuschauer schon unruhig. Doch die Entwarnung kam über die Hallenlautsprecher: Technische Probleme mit der Anzeigetafel sorgten für die kleine Verzögerung, bevor der 2. Stadtwerke-Cup des SV 09 Staßfurt doch noch starten konnte.
Wie im Vorjahr kämpften wieder zehn Mannschaften um den Turniersieg, darunter zwei des Gastgebers, zwei Benefizteams mit „Schulle & Friends“ und den „Sportfreunden Wadentest“, der VfB Ottersleben, Grün-Weiß Ilsenburg, die ZLG Atzendorf/Förderstedt sowie die drei Bördekreis-Vertreter TSV Niederndodeleben, Ummendorfer SV und SV Altenweddingen.
Marcus Brüggemann, der die erste Mannschaft des SV 09 coachte, während Trainerkollege Philipp Schmoldt bei den Sportfreunden Wadentest mitkickte, freute sich über das sportlich hochbesetzte Turnier. „Das waren alles Mannschaften, die draußen schon stark aufspielen und ihr Können auch in der Halle unter Beweis gestellt haben.“
Da war es schon ärgerlich, dass sich das nur gut 100 Zuschauer anschauen wollten. „Wir hätten uns natürlich ein paar mehr erhofft. Aber vielleicht lag das auch am Termin. Ich habe in der Halle mit ein, zwei Leuten gesprochen, die meinten: Die Hinrunde ist gerade erst vorbei und dann findet gleich das Turnier statt. Außerdem hatten wir ja nun so kurz vor Weihnachten, da hat der eine oder andere auch noch anderes zu tun oder ist schon auf dem Weg in den Urlaub“, erklärte Staßfurts Trainer.
Die Zuschauer, die den Weg in die Salzland-Sporthalle fanden, bekamen allerdings reichlich „Budenzauber“ zu sehen, der mit einem verdienten Sieg des Gastgebers endete. Im Finale wurde Grün-Weiß Ilsenburg mit 3:0 geschlagen. „Unser Schlüssel zum Erfolg war im ganzen Turnier das Spiel gegen den Ball“, lobte Brüggemann. In seinen Augen wusste jeder einzelne zu überzeugen.
„Robert Lampe ist gerade im besten Fußballeralter, hat schon eine starke Hinrunde absolviert und jetzt auch viel Ballgefühl bewiesen. Max Dittwe hat nicht nur gekickt, sondern auch auf der Platte gecoacht, was vor allem den jungen Spielern geholfen hat“, zählte der Trainer auf. Gemeint waren damit vor allem die beiden A-Jugendlichen Luca Schneider und Lukas Lorenz. Aber auch die beiden Sommerneuzugänge Rico Hentrich und Dean Kreutzer sind inzwischen fester Bestandteil der 09er.
Schon in den Vorrundenspielen wurde nicht selten mit der Hacke abgelegt oder der Ball ins Tor geschlenzt. Aber auch Schüsse aus der zweiten Reihe waren nicht selten, denn bei einigen Teams stand ein etatmäßiger Feldspieler zwischen den Pfosten, der dann auch mal den Abschluss suchte.
Beispielsweise Florian Neugebauer beim SV 09, der aber nicht nur offensiv glänzte, sondern auch einige Bälle parierte. Besonders glänzen konnte er im Neunmeterschießen im Halbfinale gegen „Schulle & Friends“, als er gleich mehrfach zur Stelle war. Die Bodestädter setzten sich mit 3:2 durch. „Wir waren zu blöd, die Überzahl zu auszunutzen“, konnte Teamgründer Sebastian Schulz einen Tag später über die knappe Niederlage schmunzeln.
Das zweite Halbfinale bestritten die Ilsenburger gegen die Sportfreunde Wadentest. Die Mannschaft aus dem Harz hatte sich in der Vorrunde einen Namen gemacht, als man einen Staßfurter Fehler beim Einrollen ausnutzte, um diesen ihre einzige Niederlage im Turnierverlauf zuzufügen. Im Semifinale setzte man sich mit 4:2 durch, so dass es zum Wiedersehen mit dem Gastgeber kam. Diesmal hatten aber wie eingangs erwähnt die 09er das bessere Ende für sich.
Neben dem sportlichen Wettkampf ging es beim diesjährigen Turnier auch wieder um den guten Zweck. Deshalb freute sich nicht nur Schulz, dass die Mannschaften „den Sinn und Zweck der Veranstaltung verstanden“ hatten. Zwar mussten die Unparteiischen Marco Uhlmann, Nils Pilz und Luis Paul zweimal die Rote Karte zeigen, jedoch einmal wegen Handspiels und einmal wegen einer kurzen Rauferei, bei der sich alle Beteiligten hinterher aber wieder die Hand geben konnten.
„Ich war mit dem Turnier sehr, sehr zufrieden, alle sind fair mit den anderen umgegangen“, lobte Schulz. „Das sportliche Niveau war sehr gut und am Ende sind rund 500 Euro an Spenden zusammengekommen“, freute er sich.

Robert Lampe (Mitte) und der SV 09 Staßfurt revanchierten sich im Finale bei Grün-Weiß Ilsenburg.

Sebastian Tolle (l.) und die ZLG Atzendorf/Förderstedt schieden in der Vorrunde aus.
Fotos: Tobias Zschäpe