Fußball: Der Abstiegskampf in der Oberliga beeinflusst auch die Situation im Tabellenkeller der Verbandsliga. Der Klassenerhalt könnte für Staßfurt noch schwieriger werden als gedacht.
Es sollte ein positiver Start in die Rückrunde der Fußball-Verbandsliga werden für den SV 09 Staßfurt. Insbesondere gegen den SSV Gardelegen, gegen den man am ersten Spieltag den bislang einzigen Punktspielsieg eingefahren hatte, aber auch gegen den CFC Germania rechnete man sich Chancen auf weitere Zähler aus. Doch es kam anders.
„Gardelegen ist leider ausgefallen und gegen Köthen haben wir zwei Punkte liegen gelassen“, muss Philipp Schmoldt, Trainer der Bodestädter, gestehen, dass die Hoffnungen auf den Klassenerhalt in den ersten Wochen der Rückrunde nicht unbedingt angewachsen sind.
Weitere Absteiger möglich
Zumal die Aufgabe, in der Beletage Sachsen-Anhalts zu verbleiben, noch schwerer werden könnte, als bislang vermutet. Denn zu den seit Saisonbeginn in Stein gemeißelten zwei Abstiegsplätzen könnten weitere hinzukommen. Grund dafür ist der Abstiegskampf eine Klasse höher, in der Oberliga, Staffel Süd.
Hier kämpfen mit Blau-Weiß Zorbau und Einheit Wernigerode zwei Teams aus dem Bundesland um den Ligaverbleib. Geht es am Saisonende für eines oder beide Teams doch nach unten, kämen entsprechend viele Absteiger aus der Verbandsliga hinzu. So hat es der Fußball-Landesverband (FSA) in seiner Ausschreibung für den Spielbetrieb der Herren festgehalten.
„Das war sicherlich vor der Saison auch bei uns in der Mannschaft ein Thema und wurde so ja auch klar vom FSA kommuniziert. Mit Zorbau und Wernigerode sind aktuell zwei Mannschaften im Abstiegskampf der Oberliga, von denen es am Ende mindestens eine auch wahrscheinlich treffen wird. Aber aktuell ist das bei uns kein Thema“, macht Schmoldt klar.
Hoffnung stirbt zuletzt
Denn: „Ich sehe uns gerade nicht im Abstiegskampf. Das würde bedeuten, dass man aktuell eine reale Chance hat, um die Nichtabstiegsplätze zu kämpfen. Wir müssen in unseren weiteren Spielen punkten, um in den Abstiegskampf überhaupt noch einmal eingreifen zu können.“
Steigt aus der Oberliga ein Sachsen-Anhalt-Team ab, müsste Staßfurt bereits drei Teams hinter sich lassen. Gehen Einheit und Zorbau runter, wären es vier. Das alles bei aktuell neun Punkten Rückstand auf Köthen, zwölf auf den SC Bernburg sowie jeweils 13 auf Gardelegen und den SV Westerhausen. „Wir werden solange alle Kräfte investieren, wie rechnerisch etwas möglich ist“ erklärt Schmoldt.
„Ich sehe uns gerade nicht im Abstiegskampf. Wir müssen punkten, um in diesen überhaupt noch einmal eingreifen zu können.“
Philipp Schmoldt, Trainer SV 09 Staßfurt
Auch, wenn dafür sicherlich bereits ein kleines sportliches Wunder nötig ist. Ein noch deutlich größeres, als in der vergangenen Saison, als der SV 09 Staßfurt in allerletzter Minute den Rückstand auf Union 1861 Schönebeck aufgeholt hatte und sich den Traum von der Verbandsliga noch erfüllt hatte. Ein Traum, der mittlerweile eher einem Alptraum gleicht.
Die halbe Liga zittert
Dennoch denkt Schmoldt – angesprochen darauf, wie groß der Glaube an den Klassenerhalt noch ist – gerne daran zurück. „Letztes Jahr hat uns gezeigt, wie lange noch alles möglich ist“, macht er deutlich. Doch nicht nur Staßfurt muss mit dem Gang zurück in die Landesliga rechnen. Durch die Möglichkeit von insgesamt vier Abstiegsplätzen, zittert die halbe Liga. Der VfB Sangerhausen hat als Achter aktuell nur sechs Punkte Abstand zum SV Westerhausen auf dem 14. Platz. Dabei hat der VfB bereits eine Partie mehr absolviert, als die Harzer. Und selbst der SV Dessau (28 Punkte) auf Platz sieben ist Stand jetzt alles andere als sicher.

Der Blick auf die Tabelle macht Steven Stachowski, Maurice Hertel und Co. vom SV 09 Staßfurt aktuell wenig Hoffnung.
Originaltext Tobias Zschäpe: https://www.volksstimme.de/lokalsport/stassfurt vom 24.03.2025
Foto: Sven Brückner