Der SV 09 Staßfurt ist durch Ummendorfs Rückzug spielfrei. Tom Krüger blickt im Interview auf seine lange Verletzungszeit, die erfolgreiche Rückkehr und den bisherigen Saisonverlauf zurück.
STAßFURT. Nach einem personellen Umbruch setzt der SV 09 Staßfurt in der Fußball-Landesliga Nord verstärkt auf junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs. Tom Krüger, der nach einer längeren Verletzungspause in kurzer Zeit zum Führungsspieler gewachsen ist, spricht im Volksstimme-Interview vor dem spielfreien Wochenende darüber, wie sich die Mannschaft bislang schlägt, warum die Auswärtsbilanz noch ausbaufähig ist und weshalb das obere Tabellenviertel ein realistisches Ziel bleibt. Das Gespräch führte Reporter Tobias Zschäpe.
Der SV 09 Staßfurt ist mit einer neu formierten Mannschaft und jungen Spielern in die Saison gestartet. Wie fällt Ihr erstes Fazit nach den bisherigen Spielen aus? Was hat Sie positiv überrascht und woran muss die Mannschaft noch arbeiten?
Tom Krüger: Wir haben uns sehr schnell zu einer geschlossenen Mannschaft zusammengefunden. Ich bin von dem Engagement der jungen Spieler positiv beeindruckt. Dadurch merkt man, wie schnell sie sich entwickeln. Was wir als Mannschaft noch verbessern können, ist unsere Auswärtsbilanz. Wir sind zu Hause in der Liga ungeschlagen, diese Stärke müssen wir auf Auswärtsfahrten mitnehmen und umsetzen.
Wie gut ist es aus Ihrer Sicht gelungen, die jungen Spieler in die Mannschaft zu integrieren und eine neue Hierarchie auf dem Platz zu entwickeln?
Ich finde, uns als Mannschaft ist es sehr gut gelungen, die jungen Spieler in die Mannschaft aufzunehmen. Das Ganze beruht aber auf Gegenseitigkeit, da die Jungs charakterlich und menschlich einfach in die Mannschaft passen.
Wenn Sie auf die bisherigen Spiele zurückblicken: Welche Erkenntnisse haben Sie aus den ersten Saisonwochen mitgenommen? Gibt es einen Moment, der für Sie besonders aufschlussreich über die aktuelle Entwicklung des Teams war?
Wenn wir alle an einem Strang ziehen und eine gewisse Grundstimmung auf den Platz legen, sind wir mindestens 20 Prozent besser. Was ich hervorheben kann, ist der 4:0-Heimsieg gegen Havelwinkel Warnau. Das war spielerisch und kämpferisch unser bestes Saisonspiel. Besonders erwähnenswert ist, dass wir in diesem Spiel vier Mal gewechselt haben und dadurch kein Leistungsabfall entstand. Daran sieht man, dass wir eine gewisse qualitative Kaderbreite haben.
Das Thema „Einstellung“ kommt nach den Spielen regelmäßig auf den Tisch. Warum fällt es Ihnen manchmal so schwer, die richtige Motivation zu finden?
Meiner Meinung nach fehlt es uns nicht vor dem Spiel an Motivation oder Einstellung. Ich kann im Namen der Mannschaft sagen, dass alle vor dem Spiel höchstmotiviert sind. Uns fällt es manchmal einfach nur schwer, mit gewissen Rückschlägen während des Spiels umzugehen.
Zwischen 2022 und 2025 haben Sie in der Landesliga aufgrund von Verletzungsproblemen nur drei Spiele bestritten. Wie haben Sie diese lange Zeit erlebt?
Es war für mich persönlich eine sehr schwierige Zeit, da ich immer wieder mit Rückschlägen umgehen musste. Nichtsdestotrotz habe ich nie mit dem Gedanken gespielt, das Fußballspielen sein zu lassen. Ich muss ein riesen Dankeschön an meine Physiotherapie „Strehlow Therapiezentrum – Well in Time“ aussprechen, besonders an Tino, denn ohne die dauerhafte Behandlung wäre das alles gar nicht möglich gewesen.
Ende der vergangenen Saison sind Sie nach Ihrer langen Verletzungspause zurückgekehrt, jetzt stehen Sie in der laufenden Spielzeit bereits bei acht Einsätzen. Wie fühlt es sich an, wieder regelmäßig auf dem Platz zu stehen, und was bedeutet Ihnen diese Rückkehr persönlich?
Es fühlt sich sehr gut an, wieder regelmäßig Fußball zu spielen. Nach der langen Verletzungspause wieder auf den Platz zu stehen, macht mich stolz. Nicht nur der Fußball an sich hat mir gefehlt, sondern das Ganze drumherum. Wenn man sein ganzes Leben auf dem Sportplatz verbracht hat und das dann eine längere Zeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kann, dann merkt man erst, wie sehr das einem gefehlt hat.
Trainer Philipp Schmoldt sagt, dass Sie „nach der langen Verletzung eine überragende Saison spielen“ und Führungsspieler sind. Wie nehmen Sie diese Einschätzung wahr? Hat sich Ihre Rolle innerhalb der Mannschaft seit der Rückkehr verändert?
Ich versuche, von Spiel zu Spiel mein Bestes zu geben, mich fußballerisch weiterzuentwickeln und das Beste zu unserer Teamleistung beizutragen. Dabei versuche ich bestmöglich, das vom Trainer Angesprochene umzusetzen.
Wo möchten Sie selbst nach Ihrer Rückkehr noch hin – sportlich und privat?
Meine Priorität Nummer eins ist, gesund und verletzungsfrei zu bleiben, der Rest kommt von alleine. Das Ziel innerhalb der Mannschaft für mich ist, jedes Spiel ein Mehrwert für das Team zu sein.
Was ist in dieser Saison möglich und welche Ziele haben Sie sich als Mannschaft gesetzt?
Das obere Tabellenviertel ist, wenn wir unsere komplette Kaderbreite zur Verfügung haben, realistisch. Das sollte jeder Einzelne als Ziel haben.

Tom Krüger vom SV 09 Staßfurt ist die Freude über seine Rückkehr auf den Platz anzusehen.
Foto: Saskia Döhmann
Originalbericht: Volksstimme vom 29.10.26