Staßfurt reist mit einem durch die Ferien dezimierten Kader zum Landesliga-Spiel nach Thale. Die Favoritenrolle ist für Trainer Schmoldt nicht so deutlich, wie es die Tabelle verspricht.
VON TOBIAS ZSCHÄPE
THALE/STAßFURT. Es gibt Spielertypen wie Victor-Ramon Roldán-Arias, „den kann ich nachts wecken und er spult sein Pensum ab“, lacht Philipp Schmoldt. Aber es gibt auch solche wie Nick Pumptow, „der braucht Training, viele Aktionen mit dem Ball, um dann gute Leistung zu bringen“, so der Trainer des SV 09 Staßfurt weiter. Welcher Typ in der Mannschaft des SV Stahl Thale überwiegt, kann er aus der Ferne nicht einschätzen und so will er auch nicht beurteilen, ob das jüngste spielfreie Wochenende der Harzer am morgigen Sonnabend im direkten Duell ab 15 Uhr ein Vor- oder Nachteil ist.
Das sei immer spielerabhängig, pauschal könne man das nicht beantworten. „Es ist auch immer die Frage, wie man in der Woche trainiert. Grundsätzlich ist das bei Spielern oftmals so, wenn das Wochenende frei ist, dass sie verrückte Termine haben und nicht zum Training kommen können. Dann kann so eine Woche schon nicht guttun“, lacht Schmoldt.
Auf dem Papier scheinen die Bodestädter in der Favoritenrolle zu stecken. Während der SV 09 nach seinem insgesamt holprigen Start inzwischen auf Tabellenplatz sechs geklettert ist, wartet Thale seit Anfang September auf einen Sieg und ist nur noch Zehnter. Doch Schmoldt lenkt den Blick weg von der Tabelle. „Wir werden nicht aufsteigen, von daher geht es darum, bestmöglich abzuschneiden und Woche für Woche Punkte einzufahren. Wenn ich nicht gerade Spieler oder Trainer von Burg bin, bin ich in diesem Jahr selten ein großer Favorit in der Liga“, betont er, wie ausgeglichen die Nord-Staffel sich bislang präsentiert.
Denn „bei Licht betrachtet haben sie gegen den Dritten Fortuna Magdeburg einen Punkt geholt, gegen Osterburg gewonnen, gegen Ilsenburg gepunktet und gegen starke Tangermünder erst in letzter Minute verloren“, zählt der Trainer auf. Der bis dato letzte Sieg gelang zudem zu Hause gegen Union Schönebeck, die bisher einen Punkt mehr als die 09er gesammelt haben. „Wir können also gerne in der Winterpause mal die Tabelle angucken, schauen, wo wir stehen, und daraus ein Ziel für das zweite Halbjahr ableiten.“
„Auf einer Position müssen wir eine verrückte oder kreative Lösung finden, die wir sicherlich aus dem Hut zaubern.“
Philipp Schmoldt, Trainer SV 09 Staßfurt
Bis dahin soll der Schwung aus den letzten Wochen mitgenommen werden, was in der Ferienwoche allerdings kein einfaches Unterfangen ist. Nicht nur, dass Schmoldt einen tief stehenden Gegner erwartet, der auf Fehler wartet, womit sich die Mannschaft beispielsweise schon in Osterburg schwergetan hat. Auch personell wird es den einen oder anderen Engpass geben. „Viele, viele Leute werden nicht mit dabei sein, eine Position wird sogar komplett unbesetzt sein. Da müssen wir eine verrückte oder kreative Lösung finden, die wir sicherlich aus dem Hut zaubern können“, ließ sich der Übungsleiter noch nicht zu sehr in die Karten schauen.
Gefährlich könnte zudem die Anfangsphase werden, wenn die Gastgeber nach ihrem spielfreien Wochenende erholter in die Partie starten. Die ersten 20 bis 30 Minuten wird Thale versuchen, Druck aufzubauen und die Frische auszunutzen. Überstehen die Staßfurter diese Phase, können sie das anschließend an sich reißen und die nächsten drei Punkte einfahren. „Die ersten Lehren haben wir letzte Woche gegen Tangermünde rausgezogen und daran gilt es jetzt anzuknüpfen.“

Noel Leandro Stegemann (links) und der SV 09 Staßfurt sind auswärts gefordert. Die Reise geht zum Tabellenelften der Fußball-Landesliga, Staffel Nord, dem SV Stahl Thale.
Foto: Saskia Döhmenn
Originalbericht: Volksstimme vom 23.10.2026