Der SV 09 Staßfurt gewinnt das Landesliga-Duell gegen Tangermünde auch dank Routinier Matthias Härtl mit 3:2. Warum die Rückkehr von Max Dittwe nur 44 Minuten andauerte.
VON TOBIAS ZSCHÄPE
STAßFURT. Erstmals seit seiner Roten Karte in der 90. Minute des Landesliga-Kreisderbys gegen Union Schönebeck Ende August stand Max Dittwe am vergangenen Wochenende wieder für die erste Mannschaft des SV 09 Staßfurt auf in einem Pflichtspiel auf dem Platz. Fit gehalten hatte er sich in der Zwischenzeit mit zwei Einsätzen für die Reserve der Bodestädter über jeweils 90 Minuten. Doch seine Rückkehr auf die Landesliga-Bühne im Heimspiel gegen Saxonia Tangermünde sollte nur 44 Minuten andauern, bevor er abermals frühzeitig duschen musste. Nach einem Zweikampf mit Jonas Lehmann, in dem Dittwe gefoult wurde, sah der Gästespieler die Rote Karte. Der Staßfurter sah allerdings wegen einer vermeintlichen Provokation, als beide am Boden lagen, Gelb. Da er in der 41. Minute bereits verwarnt worden war, bedeutete dies die „Ampelkarte“.
„Er ist eine große Verstärkung für uns, daher ist es schade, dass er in der Hinrunde so wenige Spiele bestreiten kann“, ordnete Trainer Philipp Schmoldt den erneuten Platzverweis seines zweikampfstarken Mittelfeldspielers ein. Doch auch ohne ihn behielten die Staßfurter die drei Punkte gegen Tangermünde. Nach 90 Minuten stand ein 3:2 (2:1)-Heimerfolg auf der Anzeigetafel im Stadion der Einheit.
Dittwes Startelf-Rückkehr verlief von Beginn an unglücklich, als er in der zweiten Minute eine Großchance nach einem Ballgewinn frei vor dem gegnerischen Tor nicht zum 1:0 nutzen konnte. „Den muss er machen“, erklärte auch Schmoldt. Anschließend konnte er aber sehen, wie seine Mannschaft in der Anfangsphase das Spiel bestimmte und schließlich in der zehnten Minute den Führungstreffer durch Tom Krüger nachholte. Nach einem kurz ausgeführten Eckball von Victor-Ramon Roldán-Arias war der 25-Jährige zur Stelle. Und auch das 2:0 (33.) fiel nach einem Eckball. Routinier Matthias Härtl verwandelte diesmal die Vorlage von Roldán-Arias. „Die Mannschaft bekommt für jedes Tor, was nach einem Eckball fällt, eine Belohnung vom Trainerteam. Das klappt diese Saison leider ziemlich gut“, lachte Schmoldt.
Doch die Gäste aus der Altmark meldeten sich noch vor der Pause zurück. Maurice Pascale Schmidt verkürzte in der 39. Minute auf 1:2, als die Gastgeber „einmal ungeordnet“ in der Defensive standen. Als es wenig später auf beiden Seiten zu zehnt weiterging, kippte die Partie. „Der Platz wurde größer, weil weniger Spieler drauf standen – und Tangermünde verbesserte sich auch weiter. Sie waren spielerisch vielleicht unser bester Gegner im Saisonverlauf“, lobte Schmoldt den Gegner. Die Saxonia-Kicker nutzten ihre Chance und kamen durch Philip Braunschweig in der 58. Minute zum 2:2-Ausgleich.
„Das Spiel drohte zu kippen. Tim Gabriel gewinnt uns in der Phase vor dem 3:2 die Partie.“
Philipp Schmoldt, Trainer SV 09 Staßfurt
In der Folge hielt Torwart Tim Gabriel die 09er in der Partie und war in brenzligen Situationen immer wieder zur Stelle. „Er gewinnt uns die Partie“, so Schmoldt, denn in der 75. Minute gelang den Hausherren doch noch der Siegtreffer. Härtl avancierte mit seinem zweiten Tor zum Matchwinner – und das in seiner unvergleichlichen Art. „Keine Ahnung, wie er den Ball annimmt. Irgendwie links mit der Pieke und mit rechts schießt er ihn ein“, staunte sein Trainer. Das sieht dann vielleicht nicht immer schön aus, ist letztlich aber erfolgreich.
Routine hatte in der Schlussphase auch die Abwehr hinzugewonnen. Mit Kevin Hartmann, Lucas Gruhn und Maximilian Moye kamen erfahrene Spieler im Tausch gegen jüngere. Das brachte zusätzliche Sicherheit für die tiefstehende Staßfurter Verteidigung in den letzten 30 Minuten. Dass Tangermündes Trainer Tim Neffe im direkten Austausch den Sieg der Gastgeber als „einen der unverdientesten, den ich je gesehen habe“ bezeichnete, nahm Schmoldt nach der eigenen „unnötigsten Niederlage“ aus der Vorwoche gerne so hin.

Der SV 09 Staßfurt kämpfte sich zu einem Arbeitssieg gegen Tangermünde. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich bewies die Mannschaft Moral.
Foto: Verein
Originalbericht: Volksstimme vom 19.10.2026