Aus dem improvisierten Test in Atzendorf können die Landesliga-Kicker des SV 09 Staßfurt einige Schlüsse ziehen, die auch heute Abend im Punktspiel in Osterburg weiterhelfen sollen.
VON TOBIAS ZSCHÄPE
OSTERBURG/STAßFURT. Eigentlich hatten die Staßfurter Landesliga-Fußballer schon am Donnerstag vor einer Woche testen wollen, um am durch den Pokal spielfreien Wochenende im Rhythmus zu bleiben. Doch das geplante Match gegen den CFC Germania wurde genauso kurzfristig wieder abgesagt, wie es zuvor angesetzt worden war. Die Köthener bekamen keine spielfähige Mannschaft zusammen. Also griff Staßfurts Trainer Philipp Schmoldt kurzerhand zum Hörer und rief seinen früheren Trainerkollegen und guten Freund Marcus Brüggemann an, der vor der Saison bekanntlich zur ZLG Atzendorf/Förderstedt zurückgekehrt war. „Wir stehen immer noch im guten Austausch und da habe ich angefragt, ob es eine Chance gibt, ein Trainingsspiel zu absolvieren“, berichtet Schmoldt.
Die Atzendorfer waren durch ihr frühes Aus im Teamshop89-Salzlandpokal ebenfalls spielfrei und damit schnell bereit, die 90 Minuten gegen den SV 09 zu absolvieren. „Zwei Spieler von uns haben bei ihnen mitgespielt, das war wirklich alles sehr freundschaftlich. Trotzdem hat uns der Test sehr weitergeholfen“, betont Schmoldt. Gerade für die zurückgekehrten Langzeitverletzten wie Lucas Gruhn, Justin Faatz oder Robert Lampe sowie den lange gesperrten Max Dittwe war es wichtig, so viel wie möglich Spielzeit mit Wettkampfcharakter zu bekommen.
Die aus dem Test und der darauffolgenden Trainingswoche gezogenen Schlüsse wollen die Bodestädter nun heute Abend auf den Platz an der Landessportschule Osterburg bringen, wenn es gegen den gastgebenden OFC wieder um Punkte geht. Im einzigen Freitagsspiel des siebten Landesliga-Spieltages reist der SV 09 zum Vorletzten. Doch die Tabellensituation hat Schmoldt bei der Vorbereitung auf die Partie bewusst außen vor gelassen. „Wir können selber ein Lied davon singen, wie eng in der Liga alles ist. Wenn ich schlecht starte, stehe ich unten drin. Wenn ich dann zwei Spiele gewinne, bin ich plötzlich sieben Plätze weiter oben.“ Zur Erinnerung: Vor wenigen Wochen waren die Staßfurter noch 13. und kletterten inzwischen bis auf Tabellenplatz sechs nach oben.
Die Entwicklung beim Osterburger FC ist mit dem Absturz von Rang sieben fast bis an das Tabellenende genau gegensätzlich – und für Schmoldt nicht unbedingt überraschend. Vor allem durch den Abgang von Toptorjäger Maximilian Rieger nach Stendal. „Das ist schon irgendwo verständlich, wenn der beste Spieler wegbricht. Das würde bei uns dann nicht viel anders aussehen“, gesteht er. „Von daher: Ja, sie sind nicht so gut gestartet. Ich denke aber auch, sie werden sich von dem Druck befreien wollen. Vor allem zu Hause am Freitagabend und ihrem eigenen, deutlich gewonnenen Testspiel werden sie was mitnehmen wollen“, will Schmoldt den Gegner keinesfalls unterschätzen.
Allerdings soll sich seine Mannschaft auch nicht verstecken. „Wir reisen mit einem großen Kader an“, betont der 09-Coach. Folglich werde es wieder – ähnlich wie gegen Fortuna – darum gehen, wie seine Mannschaft mit Ballverlusten zurechtkommt. „Ich gehe davon aus, dass wir viel den Ball haben werden, dass wir auch zu unseren Chancen kommen. Aber das Umschaltverhalten beziehungsweise Gegenpressing ist dann entscheidend. Das haben wir am Montag in einer super Einheit trainiert – und werden das auch im Abschlusstraining nochmal trainieren. Wir wollen die drei Punkte mitnehmen aus Osterburg und dann einen schönen Abend dort haben“, blickt Schmoldt voraus. Insgesamt 280 Kilometer Fahrtweg sollen sich am Ende auch lohnen.

Für Maurice Hertel (vorne) und den SV 09 Staßfurt geht es heute Abend in Osterburg wieder unter Flutlicht um drei Punkte.
Foto: Christian Bartaune
Originalbericht: Volksstimme vom 09.10.26