Der SSV Havelwinkel Warnau verhalf einst dem SV 09 Staßfurt zum Aufstieg. Nun brauchen die Bodestädter gegen den robusten Ex-Verbandsligisten vor allem eines: drei Punkte.
VON TOBIAS ZSCHÄPE
STAßFURT/WARNAU. Gut zwei Jahre ist es her, dass der SSV Havelwinkel Warnau mit seinem 3:0-Erfolg in Schönebeck mithalf, dass der SV 09 Staßfurt mit einem märchenhaften Comeback doch noch die Landesliga-Meisterschaft und damit den Aufstieg in die Fußball-Verbandsliga schaffte. Der eine Punkt, den die Staßfurter seinerzeit parallel in Irxleben holten, reichte damit aus, um noch an Union vorbeizuklettern. Eine Saison später holten sich die Altmärker dann selbst den Titel der Nord-Staffel und durften ihrerseits zwölf Monate Oberhaus-Luft schnuppern, während die 09er den bitteren Gang zurück in die Landesliga antreten mussten.
Vor dem Wiedersehen am morgigen Sonnabend ab 15 Uhr datiert das letzte Aufeinandertreffen beider Teams somit aus der Spielzeit 2023/24. „Wir haben uns jetzt schon eine Weile nicht mehr gesehen, aber im Prinzip verändert sich an deren Spielstil nicht viel. Es ist eine sehr körperlich robuste Mannschaft, zweikampfstark – und dazu können sie aber auch Fußball spielen. Sie waren nicht umsonst in der Verbandsliga, hatten jetzt auch nicht so viele Abgänge. Das heißt, es ist immer noch eine Verbandsliga-Truppe“, warnt 09-Trainer Philipp Schmoldt, der sich im Vorfeld das eine oder andere Spiel der Warnauer online angesehen hat.
Sein Fazit nach der Videoanalyse: „Es wird nicht leichter, es wird die ganzen nächsten Wochen nicht leichter. Das hatte ich auch zu Beginn der Saison schon mal gesagt, dass wir es mit einer total ausgeglichenen Liga zu tun haben. Du fährst zu keinem Spiel mehr und sagst, da holen wir sicher drei Punkte“, weiß er um die Stärken der kommenden Gegner.
Umso wichtiger wird es, gerade in Sachen Mut und Wille eine 180-Grad-Wende im Vergleich zur Vorwoche zu vollziehen. Wenn der Gegner spielerisch auf dem gleichen Niveau ist, kann man mit fehlender Einstellung immer verlieren, das habe die Vorwoche gezeigt. „An einem guten Tag kannst du aber auch jeden schlagen“, betont Schmoldt. Für ihn und seine Mannschaft geht es nun darum, den Bock endlich umzustoßen, um den eigenen Ansprüchen nicht noch weiter hinterherzulaufen. Die jüngsten Trainingseinheiten machen dabei Hoffnung: „Wir haben Dienstag wirklich gut trainiert, hatten Stimmung drin. Alles, was uns letzten Sonnabend gefehlt hat, haben wir Dienstag ins Training bekommen. Es geht jetzt aber einfach darum, das mal über eine ganze Woche abzurufen. Wir hatten fast immer eine gute Trainingseinheit drin, aber jetzt müssen wir auch mal zwei gute Einheiten reinkriegen. Und dann kommt auch automatisch ein gutes Spiel hinterher“, ist sich der Trainer sicher.
Ausreden bei der Zielsetzung gibt es jedenfalls keine mehr: Die ersten vollen drei Punkte müssen gegen Warnau her. Personell sieht es dafür aber nur unwesentlich besser aus als in der Vorwoche. Mit Tom Krüger kommt zwar ein Spieler zurück, der vorneweg geht und „super, super wichtig für die Mannschaft ist“, aber dafür fehlt diesmal Kapitän Dustin Abresche. „Es ist ein Geben und Nehmen, neben ,Abri’ fehlen mit ,Didi’ (Max Dittwe, Anm. d. Red.) und ,Maxi’ (Maximilian Moye) noch zwei Führungsspieler. Das ist dann nicht leicht zu kompensieren, aber wir haben einen großen Kader, das muss jeder andere hinkriegen.“

Volle Konzentration auf die Landesliga heißt es für nun an für Benny König (l.) und den SV 09 Staßfurt nach dem Pokal-Aus gegen Bitterfeld-Wolfen.
Foto: Zschäpe
Originalbericht: Volksstimme vom 11.09.26