Bei der 8. MINI-Weltmeisterschaft wurde Staßfurt zum internationalen Fußballschauplatz. Die Zuschauer sahen reichlich Spannung, strahlende Kindergesichter – und einen Doppeldeckerbus. (Teil 1)
STAßFURT/HLA/TZS. Aller guten Dinge sind drei, so lautet ein geläufiger Spruch. Dies war auch bei der 8. MINI-Weltmeisterschaft der E-Junioren des KFV Fußball Salzland zutreffend, denn erst zum dritten Termin wurde das Turnier am vergangenen Wochenende im Staßfurter Stadion der Einheit durchgeführt. Der Hochsommer Ende Juni und eine Terminüberschneidung bei der Nutzung der Sportstätte machten dies notwendig. „Der KFV bedankt sich beim SV 09 Staßfurt, der für ein gutes Umfeld sorgte und vor allem die Versorgung, zur Zufriedenheit aller Beteiligten, sehr gut absicherte“, richtete Helmut Lampe im Namen des Vorstandes aus.
Durch die Verschiebung mussten mehrere Vereine ihre Teilnahme absagen und so erfolgte der Start in den vier Vorrundengruppen am Sonnabend mit nur 14 Teams auf vier Kleinfeldplätzen, die aber stets mit voller Begeisterung dabei waren.
Schon die Eröffnungsveranstaltung brachte eine Neuerung bei der Rückgabe des Wanderpokals, denn er wurde von den Spielern des Sieger-Teams aus dem Jahr 2022 zurückgegeben. Inzwischen sind diese Akteure von Lok Aschersleben im B-Juniorenbereich aktiv. Der damalige Torwart Philipp Knoche ist gar in den U16-Kader des DFB berufen worden.
Auf dem Edgar-Stein-Sportfeld gab es ein buntes Bild und ein Meer an Fahnen, denn alle Mannschaften hatten sich reichlich mit Kleidung und symbolischen Gegenständen der zu vertretenden Länder ausgestattet. Dabei ragte die SG Egelner Mulde (England) stilvoll mit einem Doppeldeckerbus noch heraus. Auf den weiteren Plätzen der Länderehrung ging es eng zu. Diese wurde erstmalig von den Vertretern der beteiligten Vereine selbst vorgenommen.
Fußball wurde aber auch gespielt und dies zunächst in vier Gruppen – je zwei mit drei beziehungsweise vier Mannschaften. In den Gruppen B bis D zeichneten sich bereits früh die Favoriten ab. Jedoch blieben dabei auch vier Teams ohne Sieg. Eng ging es bis zum letzten Spiel in der Gruppe A zu. Letztlich blieb Rotation Aschersleben (Neuseeland) auf der Strecke, weil den Egelnern in der Schlussminute der 2:2-Ausgleichstreffer gegen Union Schönebeck (Spanien) gelang und dies gar zum Gruppensieg reichte.
Mit weißer Weste kamen Wolmirsleben/Unseburg/Tarthun, Lok Aschersleben II und der SC Bernburg II durch die Vorrundenspiele. In den 18 Vorrundenpartien fielen 83 Tore, wobei der zweistellige Sieg von Blau-Weiß Barby sicherlich herausragte. Nach dem Auftakttag wurden die sechs ausgeschiedenen Mannschaften geehrt und würdig von allen Akteuren verabschiedet.
Am Finaltag ging es dann für die acht verbliebenen Teams im K.o.-System weiter. Dazu legte die Ausschreibung auch fest, dass der Sieger, falls notwendig, per Entscheidungsschießen ermittelt wird. Und so kam es dann auch gleich in zwei der vier Begegnungen des Viertelfinales. Dabei traf es jeweils die Mannschaften des SC Bernburg, die gegen Lok Aschersleben II und Union Schönebeck den Kürzeren zogen. Dagegen präsentierte sich Blau-Weiß Barby weiterhin stark, während sich Lok Aschersleben I nach zähem Anlauf in der Vorrunde weiter steigerte.
In den Spielen um die Plätze fünf bis acht gingen dann die Mannschaften aus der Kreisstadt ohne große Probleme als Sieger vom Spielfeld.
Altersunterschiede sichtbar
Dagegen waren die beiden Halbfinalspiele schon eine sehr enge Kiste. Im Duell der beiden Lok-Teams hatte die erste Mannschaft knapp (2:1) die Nase vorn, sie war aber auch durchweg mit Kindern aus dem 2015er-Jahrgang bestückt, die inzwischen im D-Juniorenbereich angekommen sind. Dagegen standen in der zweiten Lok-Mannschaft nur E-Junioren des aktuellen Spieljahres.
Die gleiche Altersstruktur hatte auch der spätere Vize-Weltmeister Union Schönebeck – und diese Mannschaft sorgte im Halbfinale gegen Blau-Weiß Barby für sehr viel Spannung. 1:1 stand es nach der regulären Spielzeit und so musste vom Punkt ein Sieger gefunden werden. Im Entscheidungsschießen sah zunächst das Blau-Weiß-Team wie der klare Sieger aus, aber nach je fünf Schützen hatten letztlich zwei je Team getroffen. So mussten die Spieler noch einmal antreten und dabei trafen alle fünf Union-Schützen, während der letzte Barbyer Schütze Nerven zeigte. Sein Ball landete am Pfosten.
Recht klare Endstände brachten die beiden letzten Duelle, in denen der Kräfteverschleiß zu sehen war. Am Blau-Weiß-Team zehrte wohl auch noch das unglückliche Ausscheiden im Halbfinale. Eine starke zweite Hälfte brachte Aschersleben II den Sieg.
Recht früh stand das Finale im Zeichen von Titelverteidiger Lok Aschersleben I, wobei der körperliche Unterschied zwischen beiden Teams eine gewisse Rolle spielte. Zwar zeigte sich Union fußballerisch gut veranlagt, war aber in den Zweikämpfen und Laufduellen unterlegen. Dennoch war das Duell ein würdiger Abschluss der 8. Mini-Weltmeisterschaft.
Zur abschließenden Siegerehrung der acht Mannschaften gab es noch einmal ein buntes Bild mit vielen Fahnen der acht verbliebenen Länder. Letztlich ging auch niemand mit leeren Händen nach Hause, denn für jedes Team gab es Pokale, Bälle und Medaillen.

Die Kicker von Lok Aschersleben I (Brasilien)durften die stattliche Trophäe in die Höhe stemmen.

Im Halbfinale kam es zum „südamerikanischen“ Stadt-Duell zwischen Lok Aschersleben I (Brasilien) und Lok Aschersleben II (Argentinien).

Norwegen, vertreten durch den SV W/U/T (l.), kam wie bei der FIFA-Weltmeisterschaft bis in die K.o.-Runde.
Fotos: Tobias Zschäpe
Originalbericht (Teil 1): Volksstimme vom 02.09.26
Teil 2 (Statistik und 3 Fotos) morgen auf dieser Seite