Der SV 09 Staßfurt reist zum Auftakt des dritten Landesliga-Spieltages nach Schönebeck. Philipp Schmoldt sieht sein Team im Derby als Außenseiter, doch Union nimmt die Favoritenrolle nicht an.
VON TOBIAS ZSCHÄPE
STAßFURT/SCHÖNEBECK. Das letzte Kreisderby haben Kapitän Erik Nordmann und seine Mitspieler von Fußball-Landesligist Union 1861 Schönebeck noch im Hinterkopf. In Überzahl verloren die Elbestädter noch gegen einen SV 09 Staßfurt, der spätestens nach dem zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich angeschlagen wirkte. „Man merkt, dass die Mannschaft daran noch denkt, dass sie das diesmal geradebiegen wollen, auch wenn es eine neue Saison ist. Letztes Jahr haben wir uns mit der Niederlage eine bessere Platzierung verspielt“, sagt Union-Coach André Hoof vor der Neuauflage des Salzland-Derbys am heutigen Freitagabend ab 18.30 Uhr.
Das frühe Kreisduell bekommt dabei diesmal zusätzliche Brisanz durch den ergebnistechnisch durchwachsenen Saisonstart beider Mannschaften. Union startete mit einem Sieg gegen Tangermünde und Niederlagen gegen Thale sowie Verbandsligist Zorbau im Landespokal. Kaum besser lief es bei den heutigen Gästen. Die 09er starteten mit einer Pleite in Bismark, einem Unentschieden gegen Osterwieck und dem Pokalerfolg gegen Gräfenhainichen. „Ich würde nicht von einem Fehlstart sprechen, aber es geht schon darum, den Rückenwind aus dem Landespokal mitzunehmen. In dem Spiel waren gute Sachen zu sehen, die vielleicht in den ersten beiden Partien noch ein bisschen gefehlt haben. Jetzt wollen wir endlich auch in der Liga ankommen“, blickt Staßfurts Trainer Philipp Schmoldt voraus.
Sein Team sieht er dabei in der Außenseiterrolle. „Sie hatten einen guten Lauf in der Vorbereitung und waren jetzt auch gegen einen Verbandsligisten drauf und dran zu gewinnen. Zumal uns jetzt auch einige Spieler fehlen werden“, zählt er die Gründe auf. Doch sein Gegenüber ist da anderer Meinung. „Wir haben letzte Saison beide Spiele gegen Staßfurt verloren und sind weit weg von einer Favoritenrolle“, betont Hoof. Das 6:0 im jüngsten Testspiel hat für ihn in der Bewertung „null Aussagekraft“.
Schmoldt nimmt aus der deutlichen Pleite Ende Juli sogar etwas Positives mit. Da 09 damals ebenfalls einige Spieler fehlten, „wissen wir, was Union kann, aber Union weiß noch nicht, was wir dieses Jahr können“.
Die Aussagen machen aber auch deutlich: Personell sind die Gastgeber an diesem Wochenende besser aufgestellt. „Max Drewes, Christian Reineke und Philipp Selent sind an diesem Wochenende wieder dabei, es sieht deutlich besser aus als im Pokal“, verriet Hoof, während sich sein Trainerkollege bedeckter hielt, was eventuelle Ausfälle betrifft. „Die personellen Veränderungen sind aber nicht zu ändern, die haben wir Woche für Woche“, erklärte Schmoldt lediglich.
Wettgemacht werden soll dieser Nachteil einmal mehr durch die nötige Intensität und Leidenschaft. „Das haben sie die letzten Jahre immer gegen uns gezeigt“, weiß auch Hoof. Der 48-Jährige sieht sein Team zumindest spielerisch im Vorteil und rechnet mit viel Ballbesitz für seine Elf. Allerdings müsse man mit dem gegnerischen Zweikampfverhalten klarkommen. Erwartet die Zuschauer also eine Abwehrschlacht? Auf jeden Fall ein „eher unansehnliches Spiel“, befürchtet Schmoldt. „Beide Seiten werden hoch anlaufen, aber vermutlich auch Mann gegen Mann über den Platz rennen. Entscheidend wird sein, wer defensiv weniger Fehler macht – und wer mit Rückschlägen während der 90 Minuten besser umgehen kann. Beide Mannschaften sind offensiv sehr, sehr stark, defensiv aber sicherlich mit einigen Problemen“, fasst er die Ausgangslage zusammen.
Auf die Fußball-Fans im Salzlandkreis wartet heute Abend somit ein zumindest spannungsgeladenes Match, in dem die Frage geklärt wird, wer endgültig in der Liga ankommt – und wer vielleicht doch bald das Wort „Fehlstart“ in den Mund nehmen muss.

Max Dittwe (l.) und der SV 09 Staßfurt müssen im Prestigeduell mit Union Schönebeck um Max Drewes wieder die Ellenbogen ausfahren.
Foto: Christian Bartaune
Originaltext: Volksstimme vom 28.08.26