Der SV 09 Staßfurt muss auch heute Abend im Landespokal auf „Unterschiedsspieler“ Robert Lampe verzichten. Wie es laut Trainer Philipp Schmoldt mit dem Weiterkommen klappen soll.
VON TOBIAS ZSCHÄPE
STAßFURT. In der 79. Minute wurde Robert Lampe Anfang Juni im Salzland-Derby gegen Union Schönebeck beim Stand von 2:2 ausgewechselt. Beide Staßfurter Tore hatte der 22-Jährige bis dahin erzielt und damit seine Farben zwischenzeitlich in Führung gebracht. Die letzten zehn Minuten musste er von der Bank aus verfolgen, bevor er und seine Mitspieler sich nach dem späten Siegtreffer von Victor-Ramon Roldán-Arias in den Armen lagen. Es war seinerzeit der vorläufige Höhepunkt im starken Landesliga-Schlussspurt, der den SV 09 bekanntlich auf Tabellenplatz drei führte.
Allerdings war es auch der vorläufige Höhepunkt in der sportlichen Karriere Lampes. In den beiden abschließenden Partien gegen Stahl Thale und Arminia Magdeburg stand er nicht mehr auf dem Platz – und seine unfreiwillige Auszeit dauert bis heute an. Der Flügelspieler laboriert aktuell an einer Schambein-Verletzung. Weder in der Vorbereitung noch in den beiden ersten Landesliga-Partien konnte er eingreifen. Ändern wird sich das voraussichtlich auch im heutigen Erstrundenmatch im dachbleche24-Landespokal gegen den VfB Gräfenhainichen nicht.
„Er ist weiterhin verletzt. Dass er ein Unterschiedsspieler ist, darüber brauchen wir nicht zu reden, alleine seine Scorerpunkte letztes Jahr sprechen für sich. Wenn dir dann offensiv dein bester Mann fehlt, wird es nicht einfacher“, ordnet Trainer Philipp Schmoldt den holprigen Saisonstart ein. „Man kann ihn auch nicht einfach eins zu eins ersetzen, weil er so gut ist. Das müssen wir über das Kollektiv versuchen.“ Einen Zeitpunkt, wann Lampe wieder auf dem Platz steht, könne er nicht nennen.
Folglich müssen seine Mitspieler den Gegner aus der Süd-Staffel der Landesliga heute Abend ab 19 Uhr alleine knacken. Der VfB ist ungeschlagen in die neue Spielzeit gestartet und hatte bereit in der Vorbereitung auf sich aufmerksam gemacht. Sowohl der VfB Merseburg als auch Blau-Weiß Dölau – beides Verbandsligisten – wurden besiegt. „Die schlägst du nicht einfach durch Glück“, betont Schmoldt, der ein „ganz schönes Kaliber“ auf sein Team zukommen sieht.
Dass die Gräfenhainicher nach Platz drei im Vorjahr mit Eric Krogmann ihren besten Torjäger in die Oberliga (VfL Halle 96) verloren haben, scheint sie wenig zu beeindrucken. Die Mannschaft sei spielerisch dennoch bestens aufgestellt, „will Fußball spielen und kann Fußball spielen“, hat Staßfurts Trainer beobachtet. „Aber wir werden uns darauf einstellen, werden uns einen Plan machen“, verspricht er.
Denn letztlich geht es für die Bodestädter darum, sich mit einem Sieg im für die Saisonplanung eher zweitrangigen dachbleche24-Landespokal neues Selbstvertrauen für die Landesliga zu holen. Immerhin wartet kommenden Freitag das Prestigeduell mit Union 1861 Schönebeck. „Ich denke, wir werden den Pokal dieses Jahr nicht gewinnen, von daher finde ich den Wettbewerb immer sehr schwierig. Es geht am Ende einfach darum, ein Heimspiel zu gewinnen, in einer Lage, wo sicherlich gerade nicht alles für uns läuft. Da kann so ein Pokalspiel gegen einen unfassbar starken Gegner ein Brustlöser sein“, weiß der Trainer.
„Er ist ein Unterschiedsspieler, den kann man nicht einfach eins zu eins ersetzen.“
Philipp Schmoldt, Trainer SV 09 Staßfurt
In Gräfenhainichen hätte man sich scheinbar lieber einen anderen Gegner gewünscht. „Es wäre doch witzig gewesen, wenn das Los uns nach Jessen geführt hätte. Dann hätten wir in den ersten vier Wochen der neuen Saison gegen die vier besten Vertretungen des Landkreises Wittenberg gespielt“, so VfB-Trainer Richard Selka mit einem Augenzwinkern. Stattdessen gilt es nun, vor dem Anpfiff eine mehr als einstündige Anreise zu meistern, die sich – wenn es nach den 09er geht – am Ende nicht lohnt. „Es geht für uns darum, ein paar Sachen mitzunehmen und wieder einen Schritt voranzukommen“, umschreibt Schmoldt die Zielstellung „Weiterkommen“. Ob mit oder ohne Unterschiedsspieler Robert Lampe.

Seit seinem Doppelpack im Kreisderby muss der SV 09 Staßfurt auf Robert Lampe verzichten.
Foto: Tobias Zschäpe
Originalbericht: Volksstimme vom 21.08.26