Fußball-Landesligist Staßfurt reist zum „Angstgegner“ der vergangenen Jahre, TuS Schwarz-Weiß Bismark. Warum sich Trainer Philipp Schmoldt diesmal dennoch drei Punkte ausrechnet.
VON TOBIAS ZSCHÄPE
BISMARK/STAßFURT. Eigentlich müsste das Waldstadion von TuS Schwarz-Weiß Bismark dem Matchplan von Fußball-Landesligist SV 09 Staßfurt, über die Flügel zum Erfolg zu kommen, in die Karten spielen. Mit circa 116 Metern Länge und 77 Metern Breite gehört die Spielstätte des Vorjahreszehnten zu den größten der Liga und liegt nur knapp unter den vom DFB vorgegebenen Maximalmaßen von 120 mal 90 Metern.
Doch die jüngere Vergangenheit hat gezeigt: Fußball ist mehr als simple Mathematik. Nur eines der letzten fünf Gastspiele in der Ostaltmark konnten die Staßfurter seit 2019 gewinnen. „Wir haben die vergangenen Jahre gemerkt, wie furchtbar es sein kann, dort spielen zu müssen. Und das meine ich absolut als Kompliment für Bismark“, erklärte 09-Trainer Philipp Schmoldt vor dem Pflichtspielstart seiner Mannschaft am morgigen Sonnabend um 14 Uhr.
Klar ist: Insbesondere die Flügelspieler der Bodestädter werden die Kilometer, die sie in Bismark zurücklegen, am nächsten Tag in den Beinen spüren. Der große Platz ist zwar förderlich für Dribbling, dynamische Spielzüge und Flanken in den Strafraum, allerdings müssen dafür auch zunächst die nötigen Meter überwunden werden. „Wir werden sicherlich viel Ballbesitz haben. Es ist dann halt die Frage: Wie bespielen wir es? Wie kommen wir über unsere Außen durch? Denn das wird immer wieder das Ziel sein, über außen durchzubrechen. Gerade in Bismark wird das Zentrum schon sehr, sehr kompakt stehen“, gibt Schmoldt einen Einblick, wie es seiner Meinung nach mit einem Auswärtssieg klappen kann.
Doch warum reichte es zuletzt nur selten für ein Erfolgserlebnis in Bismark, obwohl der Platz wie gemacht für das Staßfurter Spiel zu sein scheint? „Es ist zwar ein großer, qualitativ aber nicht sehr hochwertiger Platz“, schätzt Schmoldt ein, der zudem wieder mit einem unangenehmen Gegner rechnet, der hart spielt. „Aber das wissen wir, darauf müssen wir uns einstellen. Das muss man halt annehmen.“
„Die Jungs sind heiß, haben Bock, dass es wieder um drei Punkte geht.“
Philipp Schmoldt, Trainer SV 09 Staßfurt
Denn schon vor Saisonbeginn den Kopf in den Sand stecken kommt für den Coach und sein Team nicht in Frage. Erst kürzlich bescheinigte er seinen Spielern „oberstes Landesliga-Niveau“ – das gilt es zum Saisonauftakt gegen ein Team, welches die vergangenen sechs Jahre nur einmal in der oberen Tabellenhälfte zu finden war, zu beweisen. Dabei droht Schmoldt und seinem Co-Trainer Jan Rettinghaus zum Start der eine oder andere Ausfall, „der auch wehtut“. Um wen genau es sich bei den fehlenden Spielern handelt, wollte der Trainer vor dem Anpfiff noch nicht verraten, aber dennoch werde ein 17-Mann-Kader nach Bismark fahren, „der in der Lage ist, dort die drei Punkte zu holen“.
Denn nichts anderes ist das Ziel. War die Sommerpause auch nur kurz, ist die Vorfreude, wieder unter Wettkampfbedingungen auf dem Platz zu stehen, dennoch bereits ins Unermessliche gestiegen. „Nach der vergangenen Woche freuen wir uns alle, dass es am Sonnabend losgeht. Ich glaube, die Jungs sind heiß, haben Bock. Wir reisen mit der klaren Zielstellung an, dass wir gegen Bismark endlich wieder drei Punkte holen wollen“, blickt Schmoldt voraus. Denn was gäbe es Schöneres, als mit einem erfolgreichen Saisonstart alle Zweifler bereits frühzeitig verstummen zu lassen?

Nach einer kurzen Sommerpause beginnt für Tom Krüger (rechts) und den SV 09 Staßfurt morgen in Bismark wieder der Ligaalltag.
Foto: Christian Bartaune
Originalbericht: Volksstimme vom 07.08.26