Der Fußballverband Sachsen-Anhalt stellt die Weichen für die neue Saison. Unter Umständen kann sich die Saison für einige Vereine dadurch erneut verlängern.
VON THOMAS KOEPKE
SCHÖNEBECK/KAG. Unmittelbar vor dem Saisonstart hat der Fußballverband Sachsen-Anhalt (FSA) die Weichen für die neue Spielzeit gestellt. Mit der Ausschreibung für die Saison 2026/27 stehen nun auch die Auf- und Abstiegsregelungen in Verbandsliga, Landesliga und Landesklasse fest. Ein Punkt dürfte dabei nicht nur für die Vereine aus dem Salzlandkreis von großem Interesse sein: Relegationsspiele bleiben auch in der kommenden Saison möglich.
Erst vor wenigen Wochen hatte zum Beispiel der SSV 80 Gardelegen diese Erfahrung machen müssen. Als Tabellenzweiter der Landesliga Nord kämpften die Westaltmärker in zwei Entscheidungsspielen gegen den Vertreter der Südstaffel, den CfC Germania 03, vergebens um den zusätzlichen Verbandsliga-Aufstiegsplatz (0:1, 0:3). Nach einer langen Saison verlängerte sich die Spielzeit dadurch um weitere zweieinhalb Wochen. Zwischen dem letzten Punktspiel und dem Beginn der Vorbereitung auf die neue Saison blieben den Gardelegenern lediglich 17 Tage Sommerpause. Auch der SV Preußen Schönhausen musste in einer Abstiegsrelegation um den Verbleib in der Landesliga kämpfen und verpasste letztlich den Klassenerhalt gegen den SC Naumburg nach einer 0:2- und einer 0:1-Niederlage.
Auch in der neuen Saison könnte es erneut zu solchen Entscheidungsspielen kommen. Voraussetzung dafür ist allerdings die Situation in der NOFV-Oberliga. Sollte keine Mannschaft aus Sachsen-Anhalt aus der Oberliga in die Verbandsliga absteigen, erhält Sachsen-Anhalt einen zusätzlichen Verbandsliga-Platz. Diesen spielen dann die beiden Landesliga-Vizemeister in Hin- und Rückspiel aus. Das erste Duell findet beim Vertreter der Südstaffel statt, das Rückspiel beim Nord-Vizemeister.
Auch im Tabellenkeller kann es wieder zu einer Relegation kommen. Steigt kein Verein aus Sachsen-Anhalt aus der Oberliga ab, reduziert sich natürlich auch die Zahl der Landesliga-Absteiger. Dann treffen die beiden Tabellenvierzehnten der Nord- und Südstaffel in zwei Entscheidungsspielen aufeinander und kämpfen um den letzten freien Landesliga-Platz. Kommt es dagegen zu mehreren Oberliga-Absteigern, erhöht sich entsprechend auch die Zahl der Absteiger aus der Verbands- und anschließend aus der Landesliga.
Unverändert bleibt, dass die Meister der Verbandsliga und der beiden Landesliga-Staffeln das direkte Aufstiegsrecht besitzen. Aus der Landesklasse steigen wie gewohnt die sechs Staffelsieger in die Landesliga auf. In der Landesklasse selbst verlassen die beiden Tabellenletzten jeder Staffel den Spielbetrieb auf Landesebene und müssen in die Kreis- beziehungsweise Stadtfachverbände absteigen.
Für die Vereine aus dem Salzlandkreis bedeutet dies, dass nicht nur sportliche Leistungen über Auf- oder Abstieg entscheiden können, sondern auch die Entwicklung in den übergeordneten Spielklassen genau beobachtet werden muss. Wie schon in der vergangenen Saison könnten die letzten Entscheidungen erst lange nach dem regulären Saisonende fallen – und erneut für eine ungewöhnlich kurze Sommerpause oder eine nervenaufreibende Verlängerung der Spielzeit sorgen.
Gerade diese Relegationsspiele hatten zuletzt bei vielen Vereinen für Diskussionen gesorgt, weil sie die gesamte Saisonplanung, die Urlaubszeiten und den Beginn der Vorbereitung erheblich beeinflussen können. Dennoch bleibt der Modus auch 2026/27 ein fester Bestandteil des Spielbetriebs des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt.

Egal ob Auf- oder Abstieg: Für Max Dittwe (Mitte) und den SV 09 Staßfurt könnte es am Saisonende zwei Extraspiele geben.
Foto: Tobias Zschäpe
Originalbericht: Volksstimme vom 30.07.2026