Der SV 09 Staßfurt gewinnt das kurzfristig angesetzte Blitzturnier gegen die Landesligisten Turbine Halle und Arminia Magdeburg und lässt dabei das vorhandene Potenzial aufblitzen.
VON TOBIAS ZSCHÄPE
STAßFURT. Wer am Sonnabend auf dem Parkplatz am Staßfurter Sparkassenschiff parkte, um das geplante Testspiel des SV 09 gegen Turbine Halle zu verfolgen, hatte gleich mehrfach Grund zur Verwunderung. Eigentlich war das Duell auf dem Naturrasen geplant, doch stattdessen machten sich die Spieler auf dem Kunstrasenplatz warm. Die Erklärung dafür war allerdings schnell gefunden, immerhin hatte es bis kurz vor Anpfiff geregnet, so dass der Boden durchgeweicht war. Deutlich überraschender war hingegen die Tatsache, dass sich nicht nur zwei, sondern gleich drei Teams erwärmten.
Staßfurt Coach Philipp Schmoldt brachte später Licht ins Dunkel. „Dadurch, dass ich den Trainer von Arminia Magdeburg privat kenne, hatte er mich angerufen, nachdem ihr Spiel abgesagt wurde.“ Die Landeshauptstädter wollten eigentlich beim CFC Germania antreten und nun stand die Frage im Raum, ob man kurzfristig eine Alternative finden könne. „Turbine Halle war dann so cool, zu sagen, dass wir statt 90 Minuten gegeneinander auch ein Blitzturnier austragen können“, berichtet Schmoldt von der Umplanung gut zwei Stunden vor dem geplanten Anpfiff. 90 Minuten Spielzeit bekamen so alle drei Teams, beziehungsweise umgerechnet jeweils 45 Minuten gegen die beiden Gegner.
Zum Auftakt standen sich ab 14 Uhr zunächst die beiden Gäste zum Duell „Landesliga Süd gegen Landesliga Nord“ gegenüber. Die Hallenser legten zweimal (7., 17.) vor, kassierten aber jeweils den Ausgleich, so dass nach 27 Minuten noch alles offen war. In der Schlussphase bewies aber Turbine den längeren Atem und konnte die dritte Führung schließlich sogar ausbauen.
Somit galt es für die Staßfurter im ersten eigenen Einsatz nachzulegen – und das gelang auch eindrucksvoll, wenn auch mit ein paar kleineren Anlaufschwierigkeiten. „Ab der 15. Minute haben wir das dann sehr gut gemacht, waren griffig gegen den Ball und haben gezeigt, was möglich ist“, lobte Schmoldt. Immer wieder wurden die schnellen Außenspieler eingesetzt, die sich letztlich auch für die Tore verantwortlich zeigten. Maurice Hertel und Victor-Ramon Roldán-Arias (2) sorgten für einen verdienten 3:0-Endstand. „Da hat man definitiv unsere Spielidee gesehen“, betonte der Trainer. „Es hätten sogar noch zwei Tore mehr sein können.“ Noch wichtiger war ihm aber, dass hinten diesmal die Null stand.
Mit einem Sieg gegen die Arminia aus Magdeburg sollte anschließend der Turniersieg eingefahren werden. Folglich kehrten die 09er mit der gleichen Startaufstellung auf den Platz zurück – und hatten das Duell eine Viertelstunde lang komplett im Griff. Der folgende Wechsel auf mehreren Positionen brachte dann aber einen Bruch ins Staßfurter Spiel. „Wir wechseln sieben-, achtmal durch. Das hat man schon gemerkt, was mir diesmal wesentlich besser gefallen hat: Wir haben richtig darauf reagiert.“
Gemeint war, wie seine Elf ihre Spielweise anpasste. Es wurde nicht mehr versucht, jede Situation spielerisch zu lösen und stattdessen umgestellt auf lange Bälle. Diese sind normalerweise nicht das bevorzugte Staßfurter Spiel, „aber das haben wir gut gemacht“, so Schmoldt weiter. Nach der 1:0-Führung von Hertel (10.) und dem zwischenzeitlichen 1:2-Rückstand, war es schließlich Roldán-Arias, der für den 2:2-Endstand – und den Turniersieg – sorgte.
„Mit den beiden Tests bin ich sehr zufrieden. Es war wichtig für die Jungs zu sehen, dass wir mit einer leicht angepassten Spielweise auch Erfolg haben können. Wir haben am Wochenende nochmal einen Sprung gemacht. Gerade wenn ich dann sehe, dass unsere Zentrale mit Florian Schmidt-Daul, Robert Lampe und Max Dittwe noch komplett gefehlt hat, macht das Spaß und Lust auf mehr“, blickt Schmoldt dem Ligaauftakt am Sonnabend in Bismark entgegen.

Maximilian Moye (Mitte) und der SV 09 Staßfurt erlebten beim heimischen Blitzturnier eine gelungene Generalprobe.
Foto: Tobias Zschäpe
Originaltext: Volksstimme vom 05.08.2026