Fußball, Landesliga: Der SV 09 Staßfurt unterliegt zum Abschluss klar bei Arminia Magdeburg – 1:5 (1:2). Warum Trainer Philipp Schmoldt trotz der Pleite ein sehr positives Fazit zieht.
VON TOBIAS ZSCHÄPE
MAGDEBURG/STAßFURT. Angekommen im 17. Bundesland von Deutschland war die Partie längst abgehakt. Aber auch ohne die Abschlussfahrt nach Mallorca wollte Philipp Schmoldt, Trainer des SV 09 Staßfurt, seinen Spielern trotz der 1:5 (1:2)-Niederlage bei der bis dahin abstiegsgefährdeten Magdeburger Arminia keinen Vorwurf machen. „Es war einfach die Luft raus. Das ging auch uns als Trainerteam so. Das hatten wir vorher schon ein bisschen befürchtet“, sagte Schmoldt kurz nach der Ankunft auf der Insel.
Der Start in das letzte Landesliga-Saisonspiel war noch vielversprechend. Gerade mal drei Minuten dauerte es, bevor Thorben Zöger die Staßfurter Führung einnickte. „Wir machen es die erste Halbzeit noch okay“, erinnerte sich auch Schmoldt. Doch die Gastgeber, die wie schon im Vorjahr auf den letzten Drücker noch den Klassenerhalt perfekt machen wollten, zeigten schnell die nötige Reaktion. Nach zehn Minuten war David Assner mit dem Ausgleich zur Stelle und nach dem Treffer von Niclas Filusch in der 17. Minute lagen plötzlich die Hausherren in Führung.
Bis zur Pause hielten die Bodestädter, bei denen nach 29 Minuten der dritte Torwart Philipp Beier für Ben Schumann eingewechselt wurde, die Partie noch offen, doch nach dem Seitenwechsel wurden die Unterschiede in Sachen Einstellung und Wille beider Teams immer deutlicher. „Die Saison war lang, Platz drei war sicher. Wir lassen uns dann in der zweiten Hälfte auskontern – das darf so nicht passieren, ist wieder ein bisschen das Einstellungsthema, über das wir nicht erst seit dieser Saison sprechen. Wenn es um nichts geht, dann haben wir sicherlich Probleme, ein Motivationslevel zu finden. Ich kann mich da als Trainer auch nicht rausnehmen. Ältere Spieler sagen, das ist schon immer ein Problem, was keine Ausrede sein darf, aber halt so passiert ist“, suchte Schmoldt nach Erklärungen.
Als Lucas Barth in der 61. Minute mit dem 3:1 für die Vorentscheidung sorgte, als der 19-Jährige nach gewonnenem Zweikampf einen Sololauf fast bis zur Grundlinie hinlegte und aus spitzem Winkel traf, brachen bei der Arminia alle Dämme. Noch war zwar eine knappe halbe Stunde zu spielen, aber auf viel Staßfurter Gegenwehr stießen die Magdeburger nicht mehr. Die zwei weiteren Treffer zum 5:1-Endstand waren dann die logische Konsequenz.
Doch wie eingangs erwähnt war das Ergebnis für die Abschlusstabelle unbedeutend – und damit auch für das Saisonfazit von Schmoldt, der stolz auf das Erreichte zurückblickte. „Viele haben gesagt: Die Abgänge von Laurenz Hoffmann, Dante-Nick Sturm oder Amon van Linthout könnt ihr nicht ersetzen – und doch sind wir Dritter geworden. Ich bin schon sehr, sehr stolz auf die Jungs, wie sie es gemacht haben. Und daran ändern auch die letzten beiden Spiele nichts. Die personelle Situation hat sein Übriges getan, glaube ich“, fasste der Trainer zusammen.
Und auch kommende Saison müssen die 09er den einen oder anderen Abgang verkraften. Neben Dean Kreutzer wechseln auch Rico Hentrich und Willy Korte nach Oschersleben. Jonas Schulz schließt sich bekanntlich Verbandsliga-Aufsteiger Ottersleben an. Ebenfalls nicht mehr dabei sind 2026/27 Max Neumann (Burg) und Matthias Lieder (offen). Aufgefangen werden sollen die Abgänge zum Teil intern. Julien Dean Rosenberger stößt aus der eigenen Zweiten dazu, Joey Ziebell, der zuletzt in Schneidlingen erstmals Männer-Luft schnupperte und zudem wie Rosenberger noch in der A-Jugend aktiv war, kehrt zurück. „Alles weitere, was noch kommt, werden wir erst in der nächsten Woche verkünden, wenn es spruchreif ist“, verrät Schmoldt.

Thorben Zöger (r.) traf zur Staßfurter Führung, konnte aber anschließend mit seinen Teamkollegen die Gegentore nicht verhindern.
Foto: Christian Fromme
Originalbericht: Volksstimme vom 23.06.26