Fußball, Landesliga: Mit Verstärkung aus der zweiten Mannschaft reist der SV 09 Staßfurt zur abstiegsbedrohten Arminia nach Magdeburg und hofft auf einen versöhnlichen Saisonabschluss.
VON TOBIAS ZSCHÄPE
MAGDEBURG/STAßFURT. Philipp Schmoldt kann es dem einen oder anderen Spieler nicht verübeln, wenn er mit dem Kopf bereits in der Sommerpause ist. Kein Wunder, schließlich ist diese in diesem Sommer nicht besonders lang. „Das ist eigentlich das katastrophale an der ganzen Sache. Im Amateurbereich da nur zweieinhalb Wochen Pause drin zu haben – ich weiß nicht, da fehlen mir sämtliche Worte. Das ist dann auch der Grund, warum wir jetzt am Donnerstag nochmal trainieren, am Dienstag aber nicht trainiert haben. Genauso wie eine Woche vorher“, ärgerte sich der Trainer von Fußball-Landesligist SV 09 Staßfurt unter der Woche.
Am morgigen Sonnabend sind seine Spieler ein letztes Mal gefordert, reisen ab 15 Uhr zur abstiegsbedrohten Arminia nach Magdeburg – und wollen sich dabei noch einmal von ihrer besten Seite präsentieren. „Mir ist bewusst, dass es für sie um viel geht, die wollen natürlich die Klasse halten. Aber wir wollen uns vernünftig aus der Saison verabschieden. Unser Ziel, Platz drei, haben wir erreicht. Das ist in den letzten Wochen oft genug gesagt worden. Dennoch hoffe ich, dass sich in dem Spiel jeder nochmal Mühe gibt und einfach an sein Leistungsoptimum geht“, so Schmoldt.
Personell sieht es dabei „minimal besser“ aus, als in der Vorwoche, was aber auch daran liegt, dass die zweite Mannschaft nicht mehr im Einsatz ist. Schmoldt und sein Trainerkollege Marcus Brüggemann, der letztmalig für den SV 09 an der Seitenlinie steht, müssen diesmal zumindest nicht als Wechsler auf der Bank sitzen. „Wir werden mit ein paar Leuten aus der Zweiten auffüllen, die da gute Leistungen gezeigt haben und vorangegangen sind. Also da mache ich mir jetzt auch keinen Kopf“, ist er überzeugt, mit einer schlagkräftigen Truppe in die Landeshauptstadt zu reisen.
Schließlich soll im Anschluss die Stimmung passen. „Wir wollen uns gemeinsam einen guten Abschied machen, weil an dem Abend dann nochmal den Spieler Geburtstag feiert und uns da eingeladen hat. Außerdem fliegen wir in einer großen Runde auch noch nach Mallorca. Da geht es darum, im Rahmen der Möglichkeiten, alles nochmal reinzuhauen. Das soll jetzt auch nicht zu negativ klingen: Ich will auf jeden Fall drei Punkte holen“, unterstreicht Schmoldt.
Ob das so einfach wird, wie beim Staßfurter 3:1-Erfolg Mitte Dezember muss sich zeigen. Damals hatten die Bodestädter die Partie die meiste Zeit im Griff, mussten nur bei Kontersituationen aufpassen, die Magdeburg immer wieder hatte. Erst in der Schlussphase, nach dem späten Arminia-Treffer, bekam 09 den Schalter nicht mehr umgelegt und musste aufpassen, keine weiteren Gegentore zu kassieren.
Diesmal steht allerdings eine Staßfurter Mannschaft auf dem Platz, die nach den letzten Ergebnissen deutlich die bevorstehende Sommerpause herbeisehnt. „Im Nachhinein verstehe ich die Jungs, dass sie herunterfahren und die letzten Spiele nicht mehr so positiv endeten, wie wir uns das erhofft hätten“, gesteht Schmoldt angesichts der kurzen spielfreien Zeit, in die sich die Mannschaft am morgigen Sonnabend dennoch mit einem Erfolgserlebnis verabschieden will.

Für Kevin Hartmann (2. v.l.) und den SV 09 Staßfurt geht es ein letztes Mal auf Reisen: Die Bodestädter gastieren bei Arminia Magdeburg.
Foto: Tobias Zschäpe
Originalbericht: Volksstimme vom 19.06.2026