Fußball, Landesliga: Auf der Zielgeraden der Saison schrumpft der Kader des SV 09 Staßfurt immer weiter zusammen. Warum Philipp Schmoldt gegen Thale dennoch an einen Sieg glaubt.
VON TOBIAS ZSCHÄPE
STAßFURT. Zur Verbandsliga mag es aktuell noch nicht reichen, ein gehobenes Landesliga-Niveau haben die Fußballer des SV 09 Staßfurt in den vergangenen zwölf Monaten aber eindrucksvoll nachgewiesen. Nach dem Derbysieg vom vergangenen Wochenende ist den Bodestädtern Platz drei nur noch rechnerisch zu nehmen. Bei zwei offenen Spielen, sechs Punkten Vorsprung und dem klar besseren Torverhältnis gegenüber dem Ummendorfer SV dürfte nichts mehr anbrennen.
Entsprechend entspannt gehen die Staßfurter in ihr letztes Heimspiel der laufenden Saison am Sonntag (Anstoß 14 Uhr) gegen den SV Stahl Thale. „Ich wünsche mir einen Mix aus Lockerheit und Spaß, gepaart mit dem unbedingten Willen, drei Punkte zu holen“, gibt Trainer Philipp Schmoldt die Marschroute vor.
Diese Lockerheit begann schon im Training der vergangenen Woche. Am Dienstag hatten die 09er frei, nächste Woche Donnerstag wird es ebenfalls keine Einheit geben. „Der Druck ist natürlich ein bisschen raus, das haben sich die Jungs einfach erarbeitet. Zwei Wochen vor dem Saisonende sollen sie schonmal ein bisschen herunterfahren“, erklärt Schmoldt.
Das gilt aber nur für die Tage unter der Woche. Am Wochenende heißt es wieder 100 Prozent geben, um den nächsten Heimsieg einzufahren. Es wäre der zwölfte im 13. Spiel 2025/26 an der Hecklinger Straße. Nur die Partie gegen Gardelegen ging bekanntlich klar verloren, ansonsten gelang zumindest immer ein Punktgewinn. „Ich denke, wir spielen zu Hause eine super Serie – und das soll auch genauso bleiben“, so Staßfurts Coach.
„Ich kenne die Jungs mittlerweile gut genug, dass ich auch diesmal niemanden motivieren muss, da nochmal alles reinzuhauen“, ist er sich sicher. Welche Spieler mit dieser Aufgabe am Sonntag betraut werden, beantwortet sich beim Blick auf den verbliebenen Kader jedoch quasi von selbst. „Personell sieht es sehr, sehr mau aus“, sagt Schmoldt, der nach der Roten Karte für Max Dittwe und der fünften Gelben Karte für Florian Schmidt-Daul auf zwei weitere Leistungsträger verzichten muss.
Fehlen werden zudem Robert Lampe und Tom Krüger, „zwei Spieler mit überragenden Leistungen in den letzten Wochen, die uns in den beiden Spielen noch fehlen werden. Von daher gehen wir personell auf dem Zahnfleisch“, macht Schmoldt keinen Hehl daraus, dass der SV 09 das Saisonende herbeisehnt. Allerdings sieht er die Ausgangslage auch als eine Chance für die Spieler, die am Sonntag auf dem Platz stehen werden. „Ich habe schon das ganze Jahr über versucht zu kommunizieren, dass wir jeden brauchen, dass auch jeder das Niveau hat, Landesliga zu spielen. Da wir mindestens elf Mann sein werden, erwarte ich also auch, dass diese elf in der Lage sind, ein Landesliga-Spiel zu gewinnen“, nimmt der Trainer seine Spieler in die Pflicht.
Kein Wunder, immerhin wollen die Bodestädter im Duell Dritter gegen Zwölfter trotz aller Hürden ihrer Favoritenrolle gerecht werden. Wie im Hinspiel, welches mit 3:0 souverän an den SV 09 ging. Allerdings wird diesmal ein zum Großteil veränderter Kader auf dem Platz stehen, im Vergleich zum Match Anfang Dezember. Schmoldt freut sich dennoch „auf einen schönen Abschluss zu Hause. Ich hoffe, dass wir einfach nochmal so durchziehen, wie wir es bisher in der Saison gezeigt haben.“

Kevin Hartmann (Mitte) und der SV 09 Staßfurt bestreiten am Sonntag ihr letztes Heimspiel der laufenden Landesliga-Saison.
Foto: Tobias Zschäpe
Originalbericht: Volksstimme vom 12.06.2026