Fußball, Landesliga: Der SV 09 Staßfurt will Platz vier schnellstmöglich wieder nach oben verlassen. In der kommenden Englischen Woche bieten sich dazu gleich drei Möglichkeiten.
VON TOBIAS ZSCHÄPE
STAßFURT. Ohne selbst etwas dagegen tun zu können, mussten die Landesliga-Fußballer des SV 09 Staßfurt vor gut einer Woche zusehen, wie sie in der Tabelle der Nord-Staffel um einen Platz nach unten gerutscht sind. Am Donnerstag vor dem ersten Mai-Wochenende fanden zwei Nachholspiele statt, darunter auch das Duell zwischen dem Ummendorfer SV und dem Oscherslebener SC. Bereits im Vorhinein war dabei klar: Der Sieger würde sich im Klassement an den Bodestädtern vorbeischieben, was dem USV durch seinen 3:0-Erfolg gelang.
Als Tabellenvierter liegt der SV 09 damit aktuell knapp hinter dem von Trainer Philipp Schmoldt formulierten Ziel für die verbliebene Saison, einem Top-Drei-Platz. Für den Staßfurter Coach ist das bislang noch keine allzu dramatische Entwicklung. „Ich habe gar nicht so sehr auf die Tabelle geschaut, aber weiß natürlich auch, dass wir jetzt Vierter sind“, schmunzelt er. Doch das kann und soll sich in den kommenden Wochen schnell wieder ändern. „Wir haben jetzt immerhin die spannenden Spiele, die Spitzenspiele vor uns“, fügt er an. Gemeint sind der Nachholer gegen Ummendorf am 13. Mai und das Rückspiel gegen Gardelegen drei Tage später.
Die bevorstehende Englische Woche beginnt am Sonnabend allerdings zunächst mit dem Kreisderby gegen den SV 08 Baalberge. Der Aufsteiger von 2024 hat sich in der zweiten Saisonhälfte deutlich gesteigert und sich damit ans obere Ende der Abstiegszone herangekämpft. „Dass sie sich wieder so eine gute Ausgangslage erarbeitet haben, den Klassenerhalt zu schaffen, spricht für sie“, betont Schmoldt, der gegen den „unangenehmen“ Gegner ein deutlich schwierigeres Spiel erwartet als beim 6:0 Anfang November vergangenen Jahres.
Motivieren musste er in der Mannschaft dafür niemanden. Auch wenn es aufgrund der Historie nicht mit den Derbys gegen Schönebeck und Bernburg zu vergleichen sei, „ist es eben trotzdem ein Derby. Viele kennen sich untereinander, wodurch das immer einen gewissen Reiz hat.“ Geschenke unter Freunden gibt es aber keine zu verteilen, betont Schmoldt, der wenig überraschend drei Punkte als Ziel ausgibt.
Diese wären gerade deshalb wichtig, um die bislang durchwachsene Auswärtsbilanz in der Rückrunde auszubessern. Seit dem Jahreswechsel ist der SV 09 auswärts noch ohne vollen Erfolg, wobei vor allem die drei Unentschieden gegen Schönhausen, Osterburg und die Fortuna-Reserve den Staßfurtern ein Dorn im Auge sind. „Woran das liegt, kann ich gar nicht so genau sagen, aber die Bilanz gilt es jetzt ein bisschen aufzuhübschen“, lacht Schmoldt.
Die Vorgaben sind dabei die gleichen wie in den Partien vor der Spielpause: den Kampf annehmen, viel Ballbesitz haben und im Umschaltspiel gefährlich sein. „Die Frage ist, wie reagieren wir, wenn wir den Ball verlieren? Wenn wir da bei 100 Prozent sind und eine gute Einstellung finden, dann werden wir das Spiel gewinnen. Wenn wir uns aber mit Gegner, Platz und Schiedsrichter beschäftigen, werden wir am Sonnabend richtig große Probleme kriegen“, warnt Staßfurts Coach.
An personellen Sorgen wird ein erneuter Derbysieg auf jeden Fall nicht scheitern. Trotz einiger Ausfälle werden 17 Mann im Kader stehen. Unter anderem der „ewige“ Matthias Härtl, „der uns ein bisschen Stürmer zurückbringt“. Bislang traf der 44-Jährige in vier Landesliga-Spielen dreimal.

Eine Extramotivation brauchen Robert Lampe (Mitte) und seine Mitspieler vom SV 09 Staßfurt vor dem Derby nicht.
Foto: Lena-Marie Köhler
Originalbericht: Volksstimme vom 08.05.2026