Gastgeber brauchen dringend Punkte für den Nichtabstieg
Torjäger von 08 war einst bei 09 schon Neuzugang
Diese Frage wird am Samstag um 15.00 Uhr beantwortet, wenn die Rand-Bernburger die Bodestädter am mittlerweile 25. Spieltag der Landesliga Nord zum „Salzland-Derby“ in der Kälte-Klima Arena empfangen. Zugleich ist es auch eine Premiere, denn noch nie haben hier beide Mannschaften im direkten Duell um die Punkte gekämpft.
Bislang trafen beide Vereine seit dem Jahre 1990 schon acht Mal aufeinander, davon jeweils drei Mal im Sparkassen-Cup (alle A) und in einem Freundschaftsspiel (alle H), sowie je einmal im Pokal und in der Meisterschaft. Und die Bilanz spricht ganz klar für den SV 09. Er konnte tatsächlich alle Begegnungen gewinnen, und das bei immerhin 39:12 Toren.
In dieser Saison kreuzte man bereits zweimal die Klingen. Am 06. September des Jahres 2025 siegten die 09er daheim im Pokal mit 4:2, und am 01. November desselben im Punktspiel deutlich mit 6:0.
Ziel der Schmoldt-Elf bei der kürzesten Saisonanreise, es sind nur 24,1 km zurückzulegen, ist es sicherlich, die drei Punkte mit auf die Heimfahrt zu nehmen. Und dafür spricht nicht nur die erwähnte Bilanz, sondern auch die aktuelle Tabellenkonstellation. Während der SV 09 mit 45 Punkten Tabellenvierter ist, liegt der SV 08 bei einem Spiel mehr mit 22 Punkten lediglich auf dem 14. Tabellenplatz, und damit auf dem ersten Abstiegsplatz.
Vorsicht ist aber dennoch geboten, denn die Gastgeber, die dringend jeden Punkt brauchen, haben sich im Verlauf der Saison gesteigert. Noch nach dem 12. Spieltag waren sie mit nur einem Sieg und 6 Zählern Tabellenletzter, ebenfalls 6 Zähler betrug der Abstand zum rettenden Ufer. Heute ist es lediglich ein Punkt auf den SV Arminia 53 Magdeburg.
Seit jenem 12. Spieltag gelangen dem SV 08 immerhin 5 Siege und ein Unentschieden. So klettere er am 19. Spieltag auch auf den 12. Tabellenplatz. In der Rückrundentabelle ist man sogar Zehnter, der SV 09 übrigens Siebenter, bei allerdings einem Spiel weniger.
Bester Torschütze der Baalberger ist der lange wegen Verletzung ausgefallene Erik Gadkowsky, der bei seinen 12 Einsätzen 10 Mal traf. Auf der anderen Seite steht Robert Lampe bei 16 Toren in 22 Spielen.
Erik wurde übrigens im April des Jahres 2021 schon als Neuzugang beim SV 09 verkündet, blieb dann aber doch beim FSV Rot-Weiß Alsleben, ehe im Spieljahr 2022/23 der Wechsel zum SV 08 Baalberge erfolgte. Bruder Tim, auch das sei noch einmal erwähnt, unterschrieb im gleichen Monat beim SV 09. Er bestritt für ihn, da sehr oft verletzt, nur 47 Spiele. So hängte der Angreifer, der 18 Tore für die Bodestädter erzielte, seine Fußballschuhe in der Winterpause der Saison 2024/25 auch an den Nagel.
PS: Gute Erinnerungen an den Platz in Baalberge hat der SV 09 auch, denkt er an den 23. Juli des Jahres 2023. Hier gewann man das Endspiel im Sparkassen-Cup gegen den SC Bernburg nach Elfmeterschießen mit 6:5. Nach 90 Minuten stand es vor damals 712 Zuschauern 1:1.

Erik Gadkowsky, rechts, wurde am 23.04.2021 schon als Neuzugang beim SV 09 vorgestellt. Links der damalige Sportliche Leiter der Bodestädter Patrick Stockmann.

Tim Gadkowsky, rechts, wurde drei Tage später als Neuzugang präsentiert.
Fotos: Verein
Hier der Originalbericht vom Hinspiel aus der Volksstimme vom 04. November des Jahres 2025
Spiel in eine Richtung
Fußball, Landesliga: SV 09 Staßfurt schenkt dem SV 08 Baalberge im Salzland-Derby ein halbes Dutzend Gegentore ein. Gäste treten offensiv gar nicht Erscheinung.
VON CARSTEN ROLOFF UND MICHAEL JACOBS
STAßFURT. Während der SV 09 Staßfurt nach dem 6:0 (2:0) im Salzland-Derby der Fußball-Landesliga gegen den SV 08 Baalberge weiter in der Spitzengruppe mitmischt, marschiert Baalberge mit Siebenmeilen-Stiefeln in Richtung Landesklasse.
Der Vorletzte der Tabelle verlor nicht nur das Spiel, sondern gab in den 90 Minuten keinen einzigen gefährlichen Torschuss ab. Nach der vierten Niederlage in Folge beträgt der Abstand nach der bisher höchsten Saisonniederlage zum rettenden Ufer bereits fünf Punkte. „So trübe wie das Wetter, so trübe war die Vorstellung meiner Mannschaft. Wir konnten keine Entlastung schaffen und die Staßfurter nicht unter Druck setzen“, redete Baalberges Trainer Alexander Rebel die Vorstellung seiner Schützlinge nicht schön.
25 Minuten lang arbeiteten die Baalberger gut gegen den Ball. Selbst traten die Gäste jedoch überhaupt nicht torgefährlich in Erscheinung. „Das haben die Staßfurter natürlich mitbekommen und immer höher geschoben. Wir sind kaum noch aus der eigenen Hälfte herausgekommen. Die Mittelfeldlinie stellte eine unsichtbare Grenze für uns dar“, beschrieb Alexander Rebel die Situation.
Die Gastgeber ließen durch Rico Hentrich (12.), dessen Flanke vom Rücken des Baalbergers Cedric Merker an die Latte ging und Nick Pumptow (15.) zunächst zwei klare Gelegenheiten aus. Die dritte nutzten die Staßfurter durch Robert Lampe (25.) zur 1:0-Führung. Sieben Minuten vor dem Seitenwechsel erhöhte Nick Pumptow nach starker Vorarbeit von Victor Ramon Roldan-Arias auf 2:0.
Taktische Umstellung
In der Halbzeitpause forderte Alexander Rebel seine Schützlinge auf, den Angsthasen-Fußball endlich abzulegen und ließ anstatt einem Stürmer nun zwei Leute im Angriff spielen. Das taktische Konzept erwies sich aber schnell als Makulatur. Benny König flog nach seinem ersten Foul in dieser Partie gegen Maximilian Moye mit glatt Rot vom Platz – für Alexander Rebel eine zu harte Entscheidung. In Unterzahl konnten die Gäste dem Sturmlauf der Staßfurter fast gar nicht Paroli bieten, was jedoch nicht entscheidend für den Ausgang dieses Derbys war.
Niklas Pülicher (61., Eigentor), Max Dittwe (67.), Dustin Abresche (70.) und Robert Lampe (73.) machten das halbe Dutzend voll. Nach dem 0:3 schöpfte das Baalberger Trainerteam das Wechselkontingent voll aus. So gab Olyar Malla Yahya, der für Calvin Lange, welcher nach langer Zeit wieder auf dem Rasen stand, sein Debüt beim SV 08. „Ich wollte gerade den jungen Spielern noch Wettkampfpraxis geben. Sie müssen Erfahrungen sammeln“, so Alexander Rebel, für den nach einer guten Stunde die Partie durch war.
Jubel, Trubel und Heiterkeit herrschte unterdessen auf der anderen Seite. Staßfurts Trainer Philipp Schmoldt war rundum zufrieden: „Ab Minute eins war es ein Spiel in eine Richtung, es war am Anfang ein Geduldsspiel, Baalberge stand tief und hat auf Konter gelauert. Mit dem ersten Tor geht es in die richtigen Bahnen. Die beste Statistik ist eigentlich, dass Baalberge mit null Torschüssen aus dem Spiel herausgeht. Das spricht auch für unsere Arbeit gegen den Ball. Selbst bei Ballverlusten waren wir immer wieder da, die Tore waren einfach folgerichtig. Wir haben, noch große Chancen, so dass wir noch zwei, drei Tore mehr schießen müssen. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau.“
Hoffnung auf mehr
In der Tabelle belegen die Staßfurter nun Rang fünf und haben bei einem Spiel weniger nur vier Punkte Rückstand auf Tabellenführer Gardelegen. Dementsprechend schielt Coach Schmoldt vorsichtig nach oben. „Also die Jungs sind gerade super drauf. Da kann man auch bringen, wen man möchte. Das macht Spaß und Hoffnung auf mehr.“
SV 09 im Hinspiel: Neumann (66. Schumann), Zöger, Hartmann (65. Weber), Moye, Pumptow (59. Korte), Lieder, Kreutzer (50. Abresche), Hentrich (50. Dittwe), Lampe, Schmidt-Daul, Roldán-Arias