Fußball, Landesliga: Staßfurt spielt lange unter seinen Möglichkeiten und zeigt dann nach Rückstand Moral. Bei Fortuna Magdeburg II reicht es dennoch nur zu einem Unentschieden.
VON TOBIAS ZSCHÄPE
STAßFURT. Vor Saisonbeginn hatte der SV 09 Staßfurt die frohe Kunde auf seinen Social-Media-Kanälen verbreitet: Auch Tom Krüger bleibt dem Verein erhalten. Nach seiner langen Verletzungspause – drei Jahre lang hatten ihn Verletzungen am Rücken und Sprunggelenk ausgebremst – wolle der 24-Jährige „neu angreifen und wieder voll ins Mannschaftstraining einsteigen“.
Welche Qualität er in die Mannschaft einbringt, zeigte er nicht zuletzt im Landesliga-Duell des SV 09 gegen Fortuna Magdeburg II. „Über seine Passsicherheit und Spielintelligenz war er ein wichtiger Teil, weshalb wir überhaupt ins Spiel zurückgekommen sind“, lobte sein Trainer Philipp Schmoldt. „Dass er nach fast drei Jahren Leidenszeit Stück für Stück zurückkommt und schmerzfrei ist, macht Lust auf mehr.“
Ansonsten fiel es Schmoldt jedoch schwer, positive Dinge aus dem 2:2 (0:0)-Unentschieden gegen die Landeshauptstädter mitzunehmen. Die Partie war ein Spiegelbild der vorherigen Trainingswoche. Die Gäste begannen behäbig, ohne den vollen Fokus auf das Spiel. „Nur wenige waren bei 100 Prozent.“
Anfangs schien das jedoch keine Auswirkungen auf den Spielverlauf zu haben, da auch von der Gegenseite wenig kam. Die Fortuna stand tief und wartete ab – womit sich 09 jedoch unerwartet schwertat. „Wir haben es mit Ball sehr schlecht gelöst und sind dann auch gegen den Ball in einen Trott verfallen. Wenn wir den Ball verloren haben, dachten wir uns: Ach, das wird schon, so gefährlich sind sie nicht“, ärgerte sich Schmoldt rückblickend. Sein Team war offensiv entsprechend ungefährlich und musste sich beim Gastgeber bedanken, dass dieser eine Großchance zur eigenen Führung nach einem Staßfurter Ballverlust ungenutzt ließ.
„Zusammen mit dem Hinspiel gegen Osterburg war das das Schlechteste, was wir diese Saison gespielt haben. Ab Minute zehn war das ehrlich gesagt überheblich, was wir eigentlich nicht nötig haben“, fand der Coach später klare Worte.
Nach dem Seitenwechsel wurde es von beiden Seiten eine bessere Partie. Magdeburg wurde gefährlicher und auch Staßfurt steigerte sich. Doch die Behäbigkeit konnte der SV 09 nicht vollends ablegen und wurde zudem ungeduldiger. „Das war sicherlich besser als vor der Pause, aber wir waren weit weg von einem guten Spiel, haben uns schwergetan, Chancen über die Außen zu kreieren“, ordnete Schmoldt ein.
Und so kam es, wie es kommen musste: Der tabellarische Außenseiter ging durch Jakob Zillmann mit 1:0 in Führung. Wieder war es ein Ballverlust nach einem Fehlpass, der diesmal über zwei Stationen im eigenen Netz zappelte. Es war der Hallo-wach-Effekt, den die Staßfurter an diesem Tag scheinbar gebraucht hatten. Sie fanden anschließend besser ins Match, spielten geradliniger und dribbelten von hinten an, statt „sinnfreie Diagonalbälle“ zu spielen, so der Trainer.
Und auch das Kreieren von Chancen über die Außen klappte jetzt besser. Erst flankte Victor-Ramon Roldán-Arias (59.) von links auf Matthias Lieder, der in der Mitte unbedrängt einköpfte. Wenig später landete die „Flanke“ von Thorben Zöger direkt im Tor, da Fortuna-Keeper Niklas Wuckelt wohl damit rechnete, dass der Ball ins Toraus gehen würde, und die Hand wegnahm. Das letzte Kapitel war damit allerdings noch nicht geschrieben, da die gute Staßfurter Phase nicht bis zum Abpfiff anhielt. „Wir betteln dann noch ein paar Minuten nach dem Gegentor – und kriegen es auch durch einen Schuss aus der zweiten Reihe“, ärgerte sich Schmoldt.

Jonas Schulz (rechts) und der SV 09 Staßfurt gaben sich nie auf, mussten sich aber mit einem Zähler begnügen.
Foto: Saskia Döhmann
Originalbericht: Volksstimme vom 21.04.2026