Fußball, Landesliga: Trotz klarer Tabellenlage warnt Staßfurts Trainer Philipp Schmoldt vor der Magdeburger Reserve – und erinnert an ein Spiel, welches bis heute Fragen aufwirft.
VON TOBIAS ZSCHÄPE
STAßFURT. 100 zahlende Zuschauer staunten nicht schlecht, als der SV 09 Staßfurt am 27. April 2024, also vor fast genau zwei Jahren, das letzte Mal zu Gast bei der zweiten Mannschaft des SV Fortuna Magdeburg war. Dass am Ende ein 2:1 und damit ein Auswärtssieg der Bodestädter auf der Anzeigetafel zu lesen war, überraschte sogar die Gäste selbst, wie Trainer Philipp Schmoldt auch heute noch zugibt. „Die, die damals dabei waren, wissen wahrscheinlich bis heute nicht, wie wir das gewonnen haben“, lacht er.
Es ist eine Erinnerung, die zeigt: Leicht wird das kommende Duell mit den Landeshauptstädtern nicht. Darüber können auch 18 Punkte, die beide Mannschaften in der Tabelle trennen, nicht hinwegtäuschen. „Sie sind immer ein unangenehmer Gegner, dort haben wir uns die letzten beiden Jahre immer schwergetan“, so Schmoldt vor dem Auftritt seiner Mannschaft am Sonnabend ab 15 Uhr am Schöppensteg. Fußballerisch kann man der Fortuna-Elf ohnehin nichts vorwerfen. Dass sie im gesicherten Mittelfeld der Fußball-Landesliga, Staffel Nord, steht, lässt sie zudem noch befreiter aufspielen.
Von daher hat sich an der Herangehensweise an das bevorstehende Match im Vergleich zu den Vorwochen nichts verändert. „Es gilt die gleiche Devise wie jede Woche: viel Ballbesitz, Fußball spielen und den Gegner bespielen“, gibt Schmoldt die Marschroute vor. In der Landeshauptstadt soll so die Entwicklung der letzten Wochen weiter vorangetrieben und fortgesetzt werden.
Bei einem Thema, das die Mannschaft schon seit mehreren Jahren beschäftigt, hatte Schmoldt zuletzt deutliche Fortschritte gesehen – nämlich in Sachen „Männerfußball“. „Da haben wir schon in Osterburg einen ganz großen Schritt nach vorne gemacht und jetzt auch noch einmal gegen Tangermünde. Genauso müssen wir weitermachen, dann werden wir noch erfolgreicher sein“, erklärt der 09-Coach.
Folglich macht er aus der Zielstellung auch kein Hehl. „Ich fahre nach Magdeburg, um dort drei Punkte zu holen“, erklärt er. Diese sind wichtig, um die eigene Vorgabe für die letzten Wochen der Saison umzusetzen: zumindest Platz drei verteidigen. Sollte sich allerdings die Chance auftun, noch etwas weiter nach oben in der Tabelle zu klettern, werden sich die Staßfurter dagegen sicherlich nicht verwehren. „Vielleicht können wir Rang zwei noch angreifen. Der Spitzenplatz ist aber weg, denke ich. Da muss man die Leistung von Ottersleben neidlos anerkennen“, zollt er dem VfB seinen Respekt. An fehlender Motivation soll es also nicht scheitern.
Zu einem Wiedersehen, auf das sich der eine oder andere vielleicht gefreut hatte, wird es am Sonnabend allerdings nicht kommen. Dante-Nick Sturm, der von 2023 bis 2025 im Staßfurter Dress auflief und beim eingangs erwähnten 2:1-Erfolg für 09 zum zwischenzeitlichen Ausgleich traf, schnürt seit dieser Saison bekanntlich die Schuhe wieder für den SV Fortuna, bei dem er bereits im Nachwuchsbereich aktiv war. Dort gehört er allerdings zum festen Kader des Verbandsliga-Teams und half lediglich einmal im September bei der Zweiten aus. Eine Wiederholung an diesem Wochenende ist nicht ausgeschlossen, aber zumindest unwahrscheinlich.

Ähnlich wie in der Vorwoche wollen die Kicker des SV 09 Staßfurt Tore und natürlich auch drei Punkte bejubeln.
Foto: Saskia Döhmann
Originaltext: Volksstimme vom 17.04.26