Fußball, Landesliga: Viel Qualität, aber noch Luft nach oben – der SV 09 Staßfurt reist mit klarer Mission und einer offenen Rechnung im Gepäck nach Osterburg.
VON TOBIAS ZSCHÄPE
STAßFURT. „Da muss sich jeder in der Mannschaft, aber auch das Trainerteam hinterfragen, was falsch gelaufen ist“, lautete das knallharte Fazit von Philipp Schmoldt nach dem Hinspiel seines SV 09 Staßfurt in der Fußball-Landesliga gegen den Osterburger FC. Dass ordentlich Qualität im Kader vorhanden ist, zeigt sich bis heute mit aktuell Tabellenplatz vier bei nur einem Zähler Rückstand auf Rang zwei. Doch diese müsse man auch über 90 Minuten auf den Platz bringen, betonte Staßfurts Coach im Herbst vergangenen Jahres.
Damals mussten sich die Staßfurter nach einer wechselhaften Partie mit einem 1:1-Unentschieden begnügen, weshalb Schmoldt mit gemischten Gefühlen auf das Wiedersehen am heutigen Donnerstagabend ab 19.30 Uhr im Stadion an der Landessportschule blickt. „Osterburg war eines von zwei Spielen, das mich richtig wurmt. Wir haben die Partie einfach abgegeben, obwohl es völlig unnötig war. Von daher geht es schon darum, ein paar Sachen wieder gut zu machen“, formuliert er das Ziel fürs Rückspiel.
Gelernt haben die 09er aus dem Hinspiel, worauf sie diesmal noch mehr achten müssen – aber auch, wo der OFC angreifbar ist. Zu den Stärken der Altmärker gehört auf jeden Fall Maximilian Rieger. Mit 20 Treffern hat der aktuell zweitbeste Torschütze der Landesliga etwas weniger als die Hälfte aller Osterburger Tore (48) erzielt. „Er ist in meinen Augen einer der Top-Drei-Stürmer der Liga. Spielt der bei einer Mannschaft, die weiter oben in der Tabelle steht, schießt der, glaube ich, die Liga kaputt“, zollt Schmoldt dem 24-jährigen Angreifer Respekt.
Aber auch Staßfurt weiß, wo das gegnerische Tor steht. 55 Buden sind (zusammen mit Gardelegen) hinter Ottersleben und Schönebeck der drittbeste Wert der Landesliga Nord. Will man die erspielten Chancen aber auch in Tore ummünzen, müssen diesmal im letzten Drittel die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Da das beim letzten Aufeinandertreffen erst in der Schlussphase gelang, fiel der Ausgleichstreffer zu spät, um noch den Siegtreffer nachzulegen.
Die richtigen Ansätze, um Torgefahr auszustrahlen, waren aber da. „Im Hinspiel waren wir immer gefährlich, wenn wir es ruhig gespielt haben, wenn wir es ins Laufen bekommen haben“, erinnert sich Schmoldt. Genügend Raum für ein breit angelegtes Spiel sollte auf dem großen Platz in Osterburg vorhanden sein.
Somit muss sich nur noch zeigen, wie die Mannschaft mit der ungewohnten Anstoßzeit klarkommt – zumal davor und danach noch jeweils gut eine Stunde und 40 Minuten Fahrzeit hinzukommen. Wenn die Staßfurter wieder in der Heimat ankommen, ist die Geisterstunde sicherlich nicht mehr weit. „Das sind sicherlich auch Umstände, bei denen man schauen muss, wie das jeder wegsteckt“, gesteht Staßfurts Coach.
Doch alle Ausreden zählen spätestens dann nicht mehr, wenn um 19.30 Uhr der Anpfiff von Schiedsrichter Daniel Feist ertönt. Die Tabellenkonstellation verspricht eine klare Rollenverteilung, das Ziel des SV 09 sind und bleiben drei Punkte. Immerhin soll die unschöne Erinnerung aus dem Hinspiel endlich aus den Köpfen gestrichen werden.

Kevin Hartmann (links) und seine Mitspieler des SV 09 Staßfurt wollen Revanche nehmen für das Remis im Hinspiel.
Foto: Steffen Gramm
Originaltext Volksstimme vom 02.04.2026