Fußball, Landesliga: Alles war bereit für den Anpfiff, bis ein Flutlichtmast streikte. Trotz THW-Einsatz wurde die Partie zwischen Staßfurt und Ummendorf kurzfristig abgesagt.
Von Tobias Zschäpe
Staßfurt. Der Eintritt war bezahlt, die Fans bereit für das nächste Freitagabendspiel auf dem Staßfurter Kunstrasen an der Hecklinger Straße. Selbst die Spieler liefen bereits auf den Platz, als plötzlich das Licht in der südöstlichen Ecke des Sportplatzes anfing zu flackern. „Das war vorher beim Training noch nie und auch bei der Erwärmung nicht“, betonte Philipp Schmoldt aus dem Trainerteam des SV 09 Staßfurt. Folglich hatte man zunächst noch die Hoffnung, dass sich das Problem von allein lösen würde.
Als dann auch ein erneutes Einschalten nicht half und der Flutlichtmast schließlich vollständig den Dienst versagte, war Krisenmanagement bei den Gastgebern gefragt. Schließlich war der Ummendorfer SV zum Fußball-Landesliga-Duell angereist. Knapp eine Stunde Fahrt sollte nicht umsonst gewesen sein. „An einen Anpfiff des Schiedsrichters war nicht zu denken, weil man in der Ecke wirklich wenig gesehen hat“, blickte USV-Trainer Tino Leßmann später zurück.
Und tatsächlich kam Hoffnung bei den Fans auf, die am Spielfeldrand ausgeharrt hatten. Nach knapp einer Stunde fuhr das Technische Hilfswerk (THW) Staßfurt mit schwerer Ausrüstung in der Hecklinger Straße vor, um die Ecke zumindest provisorisch auszuleuchten. Das gelang auf den ersten Blick, weshalb Spieler wie Zuschauer einem Anpfiff zur Primetime um 20.15 Uhr entgegenfieberten. „Nachdem das THW da war, waren die Lichtverhältnisse okay und wir waren auch alle positiv gestimmt, dieses Spiel anzufangen“, erinnert sich Leßmann.
Doch plötzlich kam es noch einmal zu Diskussionen auf dem Platz. „Ummendorf war sich uneinig. Es gab ein paar Spieler, die meinten, dass das Licht blendet“, erklärte 09-Trainer Schmoldt später, der insgesamt von einer „sehr angenehmen Kommunikation“ mit den Gästen sprach. „Wir haben dann viel in der Mannschaft gesprochen und letztlich gemeinsam entschieden, dass wir das Spiel nicht stattfinden lassen konnten“, bestätigte Leßmann. „Das war besonders ärgerlich, weil wir gemerkt haben, dass Staßfurt alle Hebel in Bewegung gesetzt hat.“
Statt 90 Minuten Kampf um Punkte gab es für die Ummendorfer somit einen Mannschaftsabend im „Casa Del Gusto“ direkt nebenan. „Wir haben den Abend beim Italiener ausklingen lassen und das gleich als teambildende Maßnahme genutzt“, schmunzelte der USV-Coach.
Wenn die Partie zeitnah neu angesetzt wird, haben die Staßfurter auch bereits eine Lösung für die „Ticket-Situation“ gefunden. Eintrittskarten gibt es im Stadion der Einheit keine – wie bekommen also die Zuschauer potenziell ihr Geld zurück? „Zum neuen Termin ist der Eintritt für alle frei“, erklärt der Vize-Vorsitzende des SV 09, Christian Krüger. „Aufgrund der Tatsache, dass am Freitag schon Zuschauer gegangen waren, einige aber auch nachfragten, haben wir uns aus Solidarität zu dieser Maßnahme entschieden.“
Eine erneute Anreise lohnt sich für die Fans also auf jeden Fall. Für welche Mannschaft sich die 90 Minuten dann lohnen, muss sich zeigen, wenn hoffentlich ohne Störungen der Anpfiff erfolgen kann.

Auch wenn das THW den Bereich des Strafraums erleuchtete, wurde kein Fußball gespielt.
Foto: FuPa/Christian Petzka
Originaltext Volksstimme vom 10.03.2026